Volkhardinghausen

Die Lage von Volkhardinghausen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
7 km südöstlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Langgestrecktes Dorf mit einfachem Grundriss an der Stelle des ehemaligen Klosterbezirks südwestlich von Landau im Seitental des Watterbaches. Kirche in zentraler Lage, im Westen Klosterteich. Verbindungsstraße (K 9) von Landau nach Elleringhausen
Siedlungsentwicklung
Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert bestand Volkhardinghausen nur aus der Klosteranlage. Mit dessen Aufhebung im Jahre 1576 fiel die Ökonomie als Meierei an die Grafschaft Waldeck und wurde bis zur Aufteilung 1715 weiterbetrieben. Seitdem entwickelten sich dörfliche Strukturen.
Vorbemerkung Historische Namensformen
Historische Namensformen
- Volckardinghusen, in (um 1220) [Westfälisches Urkundenbuch 4,1, S. 64, Nr. 92]
- Volkardeshusen, in (1221) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9229 = Varnhagen, Grundlage der waldeckischen Landes- und Regentengeschichte, Urkundenbuch, S. 42-43, Nr. 13, allerdings fälschlich zu 1223]
- Volkhardinghusen, in (1234) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9232 = Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o.J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 1, Nr. 1]
- Volchardinchausen, in (1237) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9234 = Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o.J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 1-2, Nr. 2, allerdings zu 1234]
- Volchardinghusen, in (1259) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 419, Nr. 787]
- Volchardinchusen, in (1278) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 732, Nr. 1531]
- Volckerinchusen (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
- Volckeringhausen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Bezeichnung der Siedlung
- monasterium (1221)
- villa (1278)
- Meierei
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Älteste Gemarkungskarte
1854
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3503855, 5687798
UTM: 32 U 503780 5685963
WGS84: 51.324949° N, 9.054243° O
Statistik
Ortskennziffer
635002110
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 652, davon 162 Acker (= 24.85 %), 58 Wiesen (= 8.90 %), 391 Holzungen (= 59.97 %)
- 1961 (Hektar): 653, davon 414 Wald (= 63.40 %)
Einwohnerstatistik
- 1738: 19 Häuser
- 1770: 24 Häuser, 96 Einwohner
- 1885: 175, davon 174 evangelisch (= 99.43 %), 1 katholisch (= 0.57 %)
- 1895: 158, davon 158 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 156, davon 138 evangelisch (= 88.46 %), 13 katholisch (= 8.33 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- 1755: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Landau
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 01.01.1974 als Stadtteil in die Stadt Arolsen eingemeindet.
Gericht
- 1816: Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
- 1850: Kreisgericht Arolsen
- 1868/69: Amtsgericht Arolsen
Herrschaft
- Aus Schenkungen der Herren von Gudenberg im 13. Jahrhundert an das wohl von ihnen gegründete Kloster Volkhardinghausen ergibt sich, dass diese ursprünglich im Besitz des Ortes waren. Sie besaßen es vermutlich als Lehen der Grafen von (Waldeck-) Pyrmont. 1278 gibt Ritter Giso von Gudenberg dem Kloster Volkhardinghausen seinen Besitz u.a. in Volkhardinghausen, wodurch das Dorf lange Zeit keine Erwähnung mehr findet. 1567 erlischt die Selbständigkeit des Klosters und ein gräflicher Verwalter übernimmt die Wirtschaftsführung.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Vgl. Herrschaft
Zehntverhältnisse
1375 verkaufen Walram von Arnsberg und seine Söhne Ludwig, Wilhelm und Gödert an Johann Frezeken den Zehnten in Volkhardinghausen und baten den Erzbischof von Köln, diesen damit zu belehnen.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1283: Pleban
- Zur Kirche s. Volkhardinghausen, Augustinerchorfrauenstift und
- Volkhardinghausen, Augustinerchorherrenstift
Patrozinien
- Johannes Baptista (der Täufer); Basilius
Pfarrzugehörigkeit
Der Laiengottesdienst war schon seit 1498 nach Elleringhausen verlegt worden, seit 1567 gehörte das Kloster zu dieser Pfarrei, die vor 1579 ihren Sitz nach Braunsen verlegte. 1580 gehörte Volkhardinghausen ebenfalls zur Pfarrei Braunsen. 1954 Filialgemeinde von Landau, 1994 hier eingepfarrt
Klöster
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526. Da von Elleringhausen versehen, erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Kleinschmit 1558-1568, Pfarrer in Elleringhausen.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Heinemeyer, Karl, Domus sancti Johannis Baptistae in Volkerdinchusen, in: Monasticon Windeshemense, S. 436-449,
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 2 (Kreis der Twiste), S. 240-242,
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 199-206,
- Baum, Die evangelischen Geistlichen, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 39 (1939), S. 48
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Volkhardinghausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1294_volkhardinghausen> (aufgerufen am 30.05.2026)
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