Volkhardinghausen

Dorf · 340 m über NN  
Gemeinde
Bad Arolsen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

7 km südöstlich von Bad Arolsen

Lage und Verkehrslage

Langgestrecktes Dorf mit einfachem Grundriss an der Stelle des ehemaligen Klosterbezirks südwestlich von Landau im Seitental des Watterbaches. Kirche in zentraler Lage, im Westen Klosterteich. Verbindungsstraße (K 9) von Landau nach Elleringhausen

Siedlungsentwicklung

Vom 13. bis zum 16. Jahrhundert bestand Volkhardinghausen nur aus der Klosteranlage. Mit dessen Aufhebung im Jahre 1576 fiel die Ökonomie als Meierei an die Grafschaft Waldeck und wurde bis zur Aufteilung 1715 weiterbetrieben. Seitdem entwickelten sich dörfliche Strukturen.

Vorbemerkung Historische Namensformen

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • monasterium (1221)
  • villa (1278)
  • Meierei

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Älteste Gemarkungskarte

1854

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3503855, 5687798
UTM: 32 U 503780 5685963
WGS84: 51.324949° N, 9.054243° O

Statistik

Ortskennziffer

635002110

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 652, davon 162 Acker (= 24.85 %), 58 Wiesen (= 8.90 %), 391 Holzungen (= 59.97 %)
  • 1961 (Hektar): 653, davon 414 Wald (= 63.40 %)

Einwohnerstatistik

  • 1738: 19 Häuser
  • 1770: 24 Häuser, 96 Einwohner
  • 1885: 175, davon 174 evangelisch (= 99.43 %), 1 katholisch (= 0.57 %)
  • 1895: 158, davon 158 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
  • 1961: 156, davon 138 evangelisch (= 88.46 %), 13 katholisch (= 8.33 %)

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
  • 1755: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
  • bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Landau
  • 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
  • 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
  • 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
  • 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
  • 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
  • 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
  • 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg

Altkreis

Waldeck

Gemeindeentwicklung

Am 01.01.1974 als Stadtteil in die Stadt Arolsen eingemeindet.

Gericht

  • 1816: Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
  • 1850: Kreisgericht Arolsen
  • 1868/69: Amtsgericht Arolsen

Herrschaft

  • Aus Schenkungen der Herren von Gudenberg im 13. Jahrhundert an das wohl von ihnen gegründete Kloster Volkhardinghausen ergibt sich, dass diese ursprünglich im Besitz des Ortes waren. Sie besaßen es vermutlich als Lehen der Grafen von (Waldeck-) Pyrmont. 1278 gibt Ritter Giso von Gudenberg dem Kloster Volkhardinghausen seinen Besitz u.a. in Volkhardinghausen, wodurch das Dorf lange Zeit keine Erwähnung mehr findet. 1567 erlischt die Selbständigkeit des Klosters und ein gräflicher Verwalter übernimmt die Wirtschaftsführung.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Vgl. Herrschaft

Zehntverhältnisse

1375 verkaufen Walram von Arnsberg und seine Söhne Ludwig, Wilhelm und Gödert an Johann Frezeken den Zehnten in Volkhardinghausen und baten den Erzbischof von Köln, diesen damit zu belehnen.

Kirche und Religion

Ortskirchen

Patrozinien

  • Johannes Baptista (der Täufer); Basilius

Pfarrzugehörigkeit

Der Laiengottesdienst war schon seit 1498 nach Elleringhausen verlegt worden, seit 1567 gehörte das Kloster zu dieser Pfarrei, die vor 1579 ihren Sitz nach Braunsen verlegte. 1580 gehörte Volkhardinghausen ebenfalls zur Pfarrei Braunsen. 1954 Filialgemeinde von Landau, 1994 hier eingepfarrt

Klöster

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526. Da von Elleringhausen versehen, erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Kleinschmit 1558-1568, Pfarrer in Elleringhausen.

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg)

Nachweise

Literatur

Weblinks

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Volkhardinghausen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1294_volkhardinghausen> (aufgerufen am 30.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1294