Volkhardinghausen, Augustinerchorherrenstift

Gründungsjahr 1461-1469  
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Basisdaten

In den Gebäuden des Augustiner-Chorfrauenstiftes Volkhardinghausen wird 1461 - 1469 ein Männerkloster errichtet. Die Grafen von Waldeck fördern die Niederlassung mit Stiftungen und Rechtstiteln. Die Chorherren reformieren im Auftrag der Grafen Klöster in Frankenberg, Immichenhain und Berich. 1567 wird das Kloster aufgehoben. Von dem ehemaligen Kloster existieren heute Teile des Kreuzgangs und ein Wohngebäude.

Orden

Augustiner-Chorherren

Alte Diözesanzugehörigkeit

Kirchenprovinz Mainz, Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhausen

Typ

Männerkloster

Territorium

  • 1461: Grafschaft Waldeck

Historische Namensformen

  • ecclesia (coenobium, monasterium) sancti Iohannis baptistae (santique Blasii matyris) in Volchardinchusen (1220,/1221, 1252)
  • ecclesia sanctimonialium in Volchardinchusen (1251)
  • monasterium monialium de Volchardinghusen ordinis sancti Augustini (1263)
  • Stift zu Volkhardingshausen (keine originale Quellenangabe) (1374) [HStAM Bestand Urk. 84 Nr. 336]
  • Konvent des Stifts Volkhardinghausen (keine originale Quellenangabe) (1375) [HStAM Bestand Urk. 84 Nr. 335]

Lagebezug

7 km südöstlich von Bad Arolsen

Lage

3 km südwestlich der ehemaligen Stadt Landau (heute Stadt Arolsen) in einem Seitental des Watter-Baches

Geschichte

1461, 1465 und 1469 wird das Augustinerchorfrauenstift (Augustinerchorfrauenstift Volkhardinghausen) auf Bitten des Waldecker Grafen Otto IV. durch Bischof Simon von Paderborn an den Prior von Böddekken, Johannes Busch, übergeben, reformiert und mit Augustinerchorherren besetzt. Das Kloster tritt 1467 der Windesheimer Kongregation bei, die Grafen von Waldeck stellen das Stift unter ihren Schutz und verzichten auf alle Rechte und Dienste, ausgenommen der Gerichtsbarkeit. Das Stift erlebt eine wirtschaftliche Blüte, vergrößert seinen Besitz durch Schenkungen und Erwerbungen. 1512 erweitern die Augustinerchorherren die Klostergebäude; bis 1520 steigt die Zahl der Chorherren auf 20, die der Laien auf fast 100 Personen. In der beginnenden Reformationszeit verlassen vermehrt Chorherren das Kloster, seit 1545 beginnt der wirtschaftliche Niedergang. 1545 und 1550 wird das Stift letztmalig durch das Windesheimer Generalkapitel visitiert, das Stift in die Landeskirche eingebunden. 1567 erlöscht die Selbständigkeit und ein gräflicher Verwalter übernimmt die Wirtschaftsführung. 1571 kommt es zu einem erneuten Visitationsversuch auf Veranlassung des Bischofs von Paderborn durch die Klöster Dalheim und Böddeken mit dem Ziel der Rekatholisierung. Vermutlich wegen der engen Beziehung zu den Franziskanern in Korbach kommt es zu langem Widerstand gegen die Einführung der Reformation. 1576 stirbt der letzte Chorherr und das Kloster wird geschlossen, in den Gebäuden eine Meierei und ein Armenhospital eingerichtet. Ein Restitutionsversuch 1630 bleibt erfolglos.

Gründungsjahr

1461-1469

Gründer

Johannes Busch, Klosterreformator

Aufhebungsjahr

1576

Organisation

Um 1500 leben im Stift 20 Chorherren und 70 Laienbrüder. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts hat das Stift seine eigene Ziegelei und ein Sägewerk.

Pfarrrechte

Die Pfarrkirche in Braunsen wird 1483 durch Graf Otto IV. von Waldeck dem Stift übergeben.

Patrozinien

Johannes der Täufer und Blasius (1220/1221), Maria (1235)

Bibliotheksgeschichte

Das Stift besitzt eine sehr umfangreiche Bibliothek; ihre Bücher werden nach der Aufhebung verstreut.

Ausstattung

Objekte

1522 erhält die Kirche eine holzgeschnitzte Madonnen-Figur (Doppelmadonna im Strahlenkranz) , die aus der Meitersdorfer Franziskaner-Werkstatt stammt. Zeitgleich gestaltet der Maler Cort (Conrad) Hubener, der sich als Laie in das Kloster 1520 eingekauft hat, ein neues Altargemälde für das Stift.

Nachweise

Arcinsys Hessen

Quellen

Gedruckte Quellen

Literatur

Germania Sacra-ID

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Volkhardinghausen, Augustinerchorherrenstift“, in: Klöster und Orden <https://lagis.hessen.de/de/orte/kloester-und-orden/alle-eintraege/7796_volkhardinghausen-augustinerchorherrenstift> (aufgerufen am 18.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/kl/7796

Kloster VolkhardinghausenKlosterteich Kloster VolkhardinghausenDie Lage von Volkhardinghausen, Augustinerchorherrenstift im Orthofoto