Volkhardinghausen, Augustinerchorfrauenstift

Klostergebäude Volkhardinghausen, 2008
Basisdaten
Das Augustiner-Chorfrauenstift St. Johannes wird erstmals in einer Schutzerklärung von Papst Honorius III. 1220 erwähnt. Wahrscheinlich ist an seiner Gründung die Reichsabtei Corvey beteiligt. Es liegt in einem heutigen Stadtteil von Bad Arolsen. 1465 wird es geschlossen und in ein Augustinerchorherrenstift umgewandelt.
Orden
Augustiner-Chorfrauen
Alte Diözesanzugehörigkeit
Kirchenprovinz Mainz, Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhusen
Typ
Frauenkloster
Territorium
- 12. Jhdt.: Grafschaft Waldeck
Historische Namensformen
- prepositus et conventus in Volkardeshusen; monasterium (1221) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9229 = Varnhagen, Grundlage der waldeckischen Landes- und Regentengeschichte, Urkundenbuch, S. 42-43, Nr. 13, allerdings fälschlich zu 1223]
- ecclesia (coenobium, monasterium) sancti Iohannis baptistae (santique Blasii matyris) in Volchardinchusen (1220,/1221, 1252)
- ecclesia sanctimonialium in Volchardinchusen (1251)
- monasterium monialium de Volchardinghusen ordinis sancti Augustini (1263)
Lagebezug
7 km südöstlich von Bad Arolsen
Lage
Das Stift liegt drei Kilometer südwestlich der ehemaligen Stadt Landau (heute Stadt Arolsen) in einem Seitental des Watter-Baches.
Geschichte
Die Anfänge des Klosters sind in den Quellen nicht greifbar. Wahrscheinlich haben die Grafen von Schwalenberg es Ende des 12. Jahrhunderts gegründet. Für 1221 existiert eine Besitzbestätigung und Schutzerklärung durch Papst Honorius III. 1223 schenkt Heinrich von Itter dem Kloster Volkhardinghausen seine Güter und den Zehnten in Oterinchusen und einen Hof in Immighausen für 19 Mark (HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9231). Vögte sind die Herren von Gudensberg, die bis 1235 die Vogtei besitzen. Das Patronatsrecht übt der Bischof von Livland (Riga) aus, der es als Gegenleistung für Dienste im Kreuzzug vom Bischof von Paderborn erhält. Das Stift wird durch eine Priorin geleitet, der ein - seit Ende des 13.Jahrhunderts durch den Konvent gewählter - Propst zur Seite steht. Durch Schenkungen und Ankäufe, so von zwei Salzwerken, vergrößert das Stift seinen Besitz und erlebt eine wirtschaftliche Blütezeit im 14.Jahrhundert. Bereits in der ersten Hälfte des 15.Jahrhunderts verarmt das Kloster, 1465 leben nur noch vier Personen in den verfallenden Gebäuden. Nach mehreren Reformversuchen 1461,1465 und 1469 übergeben die Grafen von Waldeck mit Zustimmung des Bischofs von Paderborn das Kloster Augustinerchorherren. Der bekannte Reformer Johannes Busch weist die letzten zwei verbliebenen Chorfrauen aus und besetzt das Stift mit Mönchen aus dem Stift Möllenbeck an der Weser (Augustinerchorherrenstift Volkhardinghausen).
Ersterwähnung
1221
Gründungsjahr
vor 1221
Gründer
Grafen von Schwalenberg
Aufhebungsjahr
1461-1469
Organisation
Die Chorfrauen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert sind namentlich bekannt und stammen aus dem niederen Adel und Bürgertum der Region.
Patrozinien
Johannes der Täufer und Blasius (1220/1221), Maria (1235)
Bibliotheksgeschichte
Aus der Zeit des Chorfrauenstiftes existieren keine Bücher.
Besitz
In folgenden Orten lässt sich Besitz nachweisen: Altenhagen, Bolkenhagen, Braunsen, Dehringhausen,Deventer, Dorpede, Eisenberg (Einkünfte aus dem Amtsbezirk), Elleringhausen, Elmarshausen, Niederelsungen, Oberelsungen, Gasterfeld, Gembeck, Geppenhagen, Hiddesen, Hillichfurst, Höringhausen, Holzhausen(Twiste), Immighausen, Junckernhagen, Landau, Mengeringhausen, Osterhausen, Ottringhausen, Rindestrat, Ritmaringhausen, Sabenhagen, Salzkotten (in NRW), Strothe, Sundern (angerodetes Gebiet bei Volkhardinghausen), Thudenhern, Volkhardinghausen, Ober-Waroldern, Nieder-Waroldern, Widekindeshagen, Wizzenrode Nach 1465 wird weiterer Besitzer erworben in: Billinghausen, Bilstein, Ehringen, Kappel, Mühlhausen, Raboltzen, Volkmarsen, Wolfhagen
Ausstattung
Gebäude
1624 zerstört ein Großbrand Kirche und Klosteranlagen
Nachweise
Arcinsys Hessen
Quellen
- Der Stand von 1940 bei Dersch, Klosterbuch, S. 150-151
Gedruckte Quellen
- Der Stand von 1940 bei Dersch, Klosterbuch, S. 150-151
Literatur
- Bistum Paderborn im Mittelalter, S. 294
- Jürgen Römer, Klöster in Waldeck, S. 48-54
- Neumann, Kirche, S. 140ff.
- Heinemeyer, Karl, Domus sancti Johannis Baptistae in Volkerdinchusen, in: Monasticon Windeshemense, S. 436-449
- Der Stand von 1940 bei Dersch, Klosterbuch, S. 150-151
- Boer, Reformbestrebungen in dem Waldecker Kloster Volkardinghausen 1465-1576, 2 Bände
Germania Sacra-ID
Indizes
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Volkhardinghausen, Augustinerchorfrauenstift“, in: Klöster und Orden <https://lagis.hessen.de/de/orte/kloester-und-orden/alle-eintraege/7795_volkhardinghausen-augustinerchorfrauenstift> (aufgerufen am 18.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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