Kornett Adam Weigandt 1626, Eschbach

Kornett Adam Weigandt 1626, Eschbach – Nr. 227
Standort
Gebäude / Areal
Eschbach (Usingen), Evangelische Pfarrkirche
Angaben zum Standort
Lag ehemals im Innenraum der Kirche vor dem Hochaltar mit der Bildseite nach unten.
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Beim Abbruch der alten Kirche im Jahre 1842 wurde das Grabdenkmal zum ersten Mal gehoben, darunter kamen Reste eines Sarges und ein Schädel ohne Gebein zutage.
Merkmale
Datierung
1626
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
93 x 200 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
5 cm
Beschreibung
Grabplatte des Kornett Adam Weigandt. Große Figurenplatte aus rotem Sandstein. Auf der erhabenen Randleiste läuft die Grabinschrift in einer Zeile mit Beginn links oben um. Das stark vertiefte Feld wird vom lebensgroßen Halbrelief des stehenden, barhäuptigen Verstorbenen im Plattenharnisch ausgefüllt. Die Hände sind in der Leibesmitte übereinandergelegt; neben seinem linken Fuß liegt der offene Helm. Gut erhalten, bis auf eine Abplatzung links unten.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Dargestellte Personen
Die Formulierung DER EDEL VND GESTRENGE HERR entspricht zwar den Gepflogenheiten adliger Personenkreise, doch entstammte der junge Kavallerieoffizier bäuerlichen Verhältnissen, seine Familie ist 1614 in Ulrichskirchen (Ulrichskirchen-Schleinbach, Bez. Mistelbach) in Niederösterreich ansässig.2) Weigandts Religionszugehörigkeit lässt sich aus der Tatsache seiner Bestattung in einer ev. Kirche erkennen, in der noch der alte Julianische Kalender galt. Er gehörte offenbar einer protestantischen Armee an,3) höchstwahrscheinlich den Truppen des damaligen Landesherrn, des Grafen Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken († 1627), unter dessen Regierung alle nassauischen Länder im Taunus, in der Pfalz und an der Saar vereinigt waren. Auf welche Art der Fahnenjunker sein Leben verlor, ist unbekannt; die Bestattung am Sterbeort in aufwendiger Form gibt aber Anlass zu der Schlussfolgerung, dass sich Weigandt zu Lebzeiten größere Verdienste im Truppendienst erworben hatte und nach seinem Tod von seinen militärischen Vorgesetzten auf diese Weise geehrt wurde.4) Seine Familie jedenfalls kommt als Auftraggeber für diese aufwendige Bestattung fern der Heimat kaum in Frage.
Sonstiges
Die Buchstaben sind schmal und gedrängt, die Worte mit Nexus und Kürzungen ausgeführt, um den langen Text auf dem zur Verfügung stehenden Platz auf der Randleiste unterzubringen.
Nachweise
Fußnoten
- Hierzu Reber 72 mit Anm. 8. ↑
- Der junge Offizier Weigandt kommt – so nach einer Anfrage von Reber, Grabmal 71 – nicht in den Akten des Hofkriegsrates vor, wovon man bei einem katholischen Angehörigen der kaiserlichen Armeen ausgehen müsste. ↑
- So auch Reber 74 mit Hinweis auf Ihle. ↑
- Hiernach eine Vignette. ↑
Literatur
- Geisel, Theo: Grabplatte in der Eschbacher Kirche gefunden. In: Usinger Anzeiger vom 15. März 1953, o. S.
- Ihle, Fritz: Bilder aus der Geschichte Eschbachs. In: Usinger Land 5 (1953) o. S.
- Reber, Gebriele: Das Grabmal des Kornett Adam Weigandt. In: 150 Jahre Ev. Kirche Eschbach (s. dort), S. 69–75, hier S. 69, 75 (Abb.).
- Rowedder, Eva: Kulturdenkmäler in Hessen. Hochtaunuskreis. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Wiesbaden/Darmstadt 2013 (Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland, Hessen Bd. 53), S. 629 (teilw.).
Bearbeitung
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Standort)
Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Kornett Adam Weigandt 1626, Eschbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2501_kornett-adam-weigandt-1626-eschbach> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2501