Kornett Adam Weigandt 1626, Eschbach

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Eschbach
Landkreis
Hochtaunuskreis
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Eschbach (Usingen), Evangelische Pfarrkirche

Angaben zum Standort

Lag ehemals im Innenraum der Kirche vor dem Hochaltar mit der Bildseite nach unten.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

Beim Abbruch der alten Kirche im Jahre 1842 wurde das Grabdenkmal zum ersten Mal gehoben, darunter kamen Reste eines Sarges und ein Schädel ohne Gebein zutage.1)#Geisel; Reber 70; vgl. auch Entdeckung eines Grabsteins. Man entfernte die Platte und ließ sie, abermals mit der Bildseite nach unten, im Vorraum der neu errichteten Kirche in den Fußboden ein, bis sie 1953 gehoben und am Treppenaufgang zur Empore an der Wand aufgerichtet wurde, wo sie heute noch steht.

Merkmale

Datierung

1626

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

93 x 200 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

5 cm

Beschreibung

Grabplatte des Kornett Adam Weigandt. Große Figurenplatte aus rotem Sandstein. Auf der erhabenen Randleiste läuft die Grabinschrift in einer Zeile mit Beginn links oben um. Das stark vertiefte Feld wird vom lebensgroßen Halbrelief des stehenden, barhäuptigen Verstorbenen im Plattenharnisch ausgefüllt. Die Hände sind in der Leibesmitte übereinandergelegt; neben seinem linken Fuß liegt der offene Helm. Gut erhalten, bis auf eine Abplatzung links unten.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Dargestellte Personen

Die Formulierung DER EDEL VND GESTRENGE HERR entspricht zwar den Gepflogenheiten adliger Personenkreise, doch entstammte der junge Kavallerieoffizier bäuerlichen Verhältnissen, seine Familie ist 1614 in Ulrichskirchen (Ulrichskirchen-Schleinbach, Bez. Mistelbach) in Niederösterreich ansässig.2) Weigandts Religionszugehörigkeit lässt sich aus der Tatsache seiner Bestattung in einer ev. Kirche erkennen, in der noch der alte Julianische Kalender galt. Er gehörte offenbar einer protestantischen Armee an,3) höchstwahrscheinlich den Truppen des damaligen Landesherrn, des Grafen Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken († 1627), unter dessen Regierung alle nassauischen Länder im Taunus, in der Pfalz und an der Saar vereinigt waren. Auf welche Art der Fahnenjunker sein Leben verlor, ist unbekannt; die Bestattung am Sterbeort in aufwendiger Form gibt aber Anlass zu der Schlussfolgerung, dass sich Weigandt zu Lebzeiten größere Verdienste im Truppendienst erworben hatte und nach seinem Tod von seinen militärischen Vorgesetzten auf diese Weise geehrt wurde.4) Seine Familie jedenfalls kommt als Auftraggeber für diese aufwendige Bestattung fern der Heimat kaum in Frage.

Sonstiges

Die Buchstaben sind schmal und gedrängt, die Worte mit Nexus und Kürzungen ausgeführt, um den langen Text auf dem zur Verfügung stehenden Platz auf der Randleiste unterzubringen.

Inschrift

Umschrift

ALHIE LIGT BEGRABEN DER EDEL / VN͜D GESTRENGE HERR
CORN͜ET ADAM W͜EIGAN͜DT BV͜RTIG A͜VS ÖSTEREICH VO(N)
V͜LRICHSTKIRCH͜E(N) / SEINS A͜LTERS BEŸ 34 IAH͜R IST IN [GOTT /
VERSCHIED]E(N) DE(N) 18 IVNŸ A͜LTE(N) CA͜LENDERS A(NN)O 1626
DEM GOTT GNÄDIG SEIN WOLLE4

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Hierzu Reber 72 mit Anm. 8. ↑
  2. Der junge Offizier Weigandt kommt – so nach einer Anfrage von Reber, Grabmal 71 – nicht in den Akten des Hofkriegsrates vor, wovon man bei einem katholischen Angehörigen der kaiserlichen Armeen ausgehen müsste. ↑
  3. So auch Reber 74 mit Hinweis auf Ihle. ↑
  4. Hiernach eine Vignette. ↑

Literatur

Bearbeitung

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Kornett Adam Weigandt 1626, Eschbach“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2501_kornett-adam-weigandt-1626-eschbach> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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