Mansbach

Dorf · 310 m über NN  
Gemeinde
Hohenroda
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

16 km nordöstlich von Hünfeld

Lage und Verkehrslage

Ursprünglich aus adligen Stammsitzen der Familie Mansfeld gebildeter Ort mit einfachem, regellosem Grundriss in der Rhön an der Antsanvia (alte Handelsstraße), dicht an der östlich verlaufenden Landesgrenze zum Freistaat Thüringen. Kern der Siedlung mit Kirche und Gerichtsplatz in zentraler Lage, vier größere Gutshöfe hiervon südlich versetzt. Jüngere regelhafte Siedlungsentwicklung entlang der nach Nordosten als Hauptachse durch den Ort führenden Hünfelder bzw. Eisfelder Straße (L 3173) sowie hiervon abzweigend nach Norden. Jüngere Siedlungsentwicklung mit kath. Pfarrkirche (Hofstatt 7) auch entlang der von Südost heranführenden Buttlaer Straße (K 19), die in der Ortsmitte auf die Hauptachse stößt.

Ersterwähnung

1238

Siedlungsentwicklung

Nordöstlich von Mansbach Hügelgräber aus der Bronzezeit.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen der aufgelösten Gutsbezirke Mansbach-Unterhaus und Obermansbach.

Vorbemerkung Historische Namensformen

Die Identifizierung des Belegs von 1327 mit Mansbach ist nicht gesichert. Die Schreibweise Mansbach setzt sich erst nach 1945 durch.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (1327)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1870

Älteste Gemarkungskarte

1852-54

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3564650, 5628026
UTM: 32 U 564550 5626214
WGS84: 50.784083° N, 9.915678° O

Statistik

Ortskennziffer

632010030

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 581, davon 416 Acker (= 71.60 %), 75 Wiesen (= 12.91 %), 27 Holzungen (= 4.65 %)
  • 1961 (Hektar): 1242, davon 263 Wald (= 21.18 %)

Einwohnerstatistik

  • 1885: 791, davon 666 evangelisch (= 84.20 %), 3 katholisch (= 0.38 %), 122 Juden (= 15.42 %)
  • 1961: 1189, davon 1034 evangelisch (= 86.96 %), 149 katholisch (= 12.53 %)
  • 1970: 1545

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1364: Gericht Mansbach (fuldisches Pfand)
  • 1454: Herrschaft Mansbach (fuldisches Lehen)
  • 1738: Grundherrschaft Mansbach
  • 1789: reichsritterschaftliche Herrschaft Mansbach
  • 1803-1806: Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, reichsritterschaftliches Gericht Mansbach
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Hersfeld
  • 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Eiterfeld
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hersfeld-Rotenburg

Altkreis

Hünfeld

Gemeindeentwicklung

Am 1.1.1970 wurde im Zuge der hessischen Gebietsreform die Gemeinde Soislieden nach Mansbach eingegliedert, gefolgt von der Gemeinde Oberbreitzbach am 1.7.1970. Am 1.2.1971 wurden die ehemaligen Gemeinden dann zu Ortsteilen der neu gebildeten Gemeinde Hohenroda.

Gericht

  • 1822: Justizamt Eiterfeld
  • 1867: Amtsgericht Eiterfeld
  • 1945: Amtsgericht Hünfeld

Herrschaft

  • Unter den vom Abt von Hersfeld 1327 bestätigten Burglehngütern der von Hattenbach gehören auch solche zu Mansbach.
  • Mansbach ist Bestandteil der aus einer Grundbesitz hervorgegangenen kleinen Herrschaft derer von von Mansbach, die sie von den Äbten von Fulda als Lehen empfingen. 1816 fällt die Herrschaft an das Kurfürstentum Hessen.
  • Fulda, Kloster Mansbach, Adlige1364 verpfändet der Abt von Fulda das Gericht Mansbach denen von Mansbach. Von 1454 an zum Schloss Mansbach gehöriges fuldisches Lehen der von Mansbach. Ebenso werden Güter von dort 1487 bis 1823 als Lehen ausgetan. 1523 reklamiert das Stift Fulda die ihm zustehende peinliche Gerichtsbarkeit zu Mansbach. Sie bleibt bis ins 18. Jahrhundert strittig. 1628 beschweren sich die Einwohner zu Mansbach, Oberbreitzbach, Glaam und zugehörigen Lehensleuten aus Buttlar und Wenigentaft beim Abt von Fulda über die von ihren Junkern verlangten Dienste.
  • 1652 erwirbt Johann Geyso, hessischer Geheimer Rat und Generalleutnant einen Teil der fuldischen und hessischen Lehngüter zu Mansbach von Johann Friedrich von Mansbach. Beide Geschlechter leben nebeneinander in Mansbach bis 1898/99, als der Kommerzienrat Wenzel beide Güter erwirbt.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Kloster Fulda
  • Adlige von Mansbach

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Capelle zu Manspach (1364), 1459: Schlosskapelle
  • Im Kern mittelalterlicher Bau mit dreiseitigem Chor des späten 15. Jahrhunderts. Chor vor 1569 zum Achteckturm ausgebaut, 1756 erhöht. Schiff um 1569 als rechteckiger Saalbau neu errichtet, 1682 und Anfang 18. Jh. neu gestaltet. Die Kapelle diente vom 16.-18. Jahrhundert als Grablege der Familie Mansbach
  • Katholische Pfarrkirche St. Sturmius 1959 geweiht

Patrozinien

  • Maria [1364, 1459]

Pfarrzugehörigkeit

1364 Filiale von Pferdsdorf, später wird die Stiftskapelle vom Kollegiatsstift Rasdorf aus kirchlich betreut. Der Vikar hatte persönlich zu residieren und täglich zu zelebrieren. Er übte wohl einen Teil der pfarrlichen Seelsorge aus. 1872 sind Oberbreitzbach, Glaam und Soislieden nach Mansbach eingepfarrt, 1994 sind Soisdorf, Treischfeld, Ober- und Unterufhausen hinzugekommen

Patronat

Freiherren von Mansbach, Freiherren von Geyso

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation vermutlich um 1530.
Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Ulrich bis 1618
1628 scheitert der Versuch, das katholische Bekenntnis einzuführen.
Seit 1818 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden

1464/65: Bistum Würzburg, Archidiakonat Geisa-Mellrichstadt-Coburg, Landkapitel Geisa

Juden

Provinzial-Rabbinat Fulda Statistik: 1835: 204; 1861: 199; 1905: 92; 1932/33: 40 Juden; nach 1933 ziehen viele Juden nach Fulda oder wandern aus. Schutzjuden der Familie von Mansbach; besondere Abgaben müssen entrichtet werden, u.a. noch 1922(!) eine Gans gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzt verstärkter Wegzug der Juden in der Gemeinde ein. Synagoge: Haus Nr. 59 (Haupstraße), nach 1945 erhalten, es wird in den 1960er Jahren von einer Schneiderei genutzt. zwischen ca. 1850 und 1900 eigene Elementarschule im Ort; mangels Kindern wird sie geschlossen Berufe: Viehhändler und Makler; auch Bäckerei Friedhof: Eigentum der Gemeinde Mansbach. Er wurde 1870 angelegt. (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Mansbach, Hersfeld-Rotenburg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/3341_mansbach> (aufgerufen am 31.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/3341