Fürstäbtliches Schloss Fulda
Basisdaten
Am Nordrand der Altstadt von Fulda liegt auf dem Gelände der ehemaligen Abtsburg das große Barockschloss aus dem 17./18. Jahrhundert. Wann und von wem die erste Burg errichtet wurde, ist nicht bekannt. Die älteste Anlage stand neben dem Konventsbau des Klosters südlich der Kirche. Im 13. Jahrhundert entstand eine neue Burg, die bewusst außerhalb des Klosters angelegt wurde. Im 17. Jahrhundert wird diese mittelalterliche Burg im Renaissancestil umgestaltet,dann rund hundert Jahre später in ein großes Barockschloss verändert. In der kurhessischen Zeit wurde das Schloss zur Residenz des Kronprinzen. Heute dient es als Museum und als Ort der Stadtverwaltung.
Weitere Namen
Stadtschloss
Abtsburg
Historische Namensformen
- castrum (1348) [HStAM Best. Urk. 78 Nr. 71]
- Novicastri Fuldensis, in (1353) [HStAM Best. Urk. 78 Nr. 12]
- veteri castro, in (1365) [HStAM Best. Urk. 78 Nr. 10]
Ortstyp
Schloss
Lage
Fulda, Schlossstraße 1, auf leichter Anhöhe im direkten Anschluss an die mittelalterliche Stadt.
Geschichte
Burggeschichte
Vorläufer der heutigen Schlossanlage war die Abtsburg, die um 1300 von Fürstabt Heinrich V. von Weilnau (1288-1313) errichtet wurde. Er organisierte so die Trennung vom Konvent, der im Kloster verblieb und den Räumen des Abtes. Die Abtsburg lag zwischen Kloster und Stadt, von der sie durch eine Mauer und Gräben getrennt war.
Nach der Reformation ließ zwischen 1607 und 1612 Fürstabt Friedrich von Schwalbach die alte Burg zum Teil abreißen und durch ein Renaissanceschloss ersetzen. Schon 1706 bis 1714 werden die Gebäude erneut grundlegend geändert. Fürstabt Adalbert I. von Schleiffras befiehlt den Bau eines Barockschlosses unter dem bekannten Baumeister Johann Dietzenhofer.
1894 wurde das Schloss an die Stadt verkauft, die es als Verwaltungsgebäude und Museum bis heute nutzt.
Bau und Baugeschichte
Baugeschichte
1300 - 1312 Bau der Burg
1607 - 1612 Errichtung eines Renaissanceschlosses unter teilweiser Nutzungwurde der mittelalterlichen Bausubstanz; Vierflügelanlage mit Vorburg; Nutzung des ehemaligen Bergfriedes als Schlossturm
1706 bis 1720 Umgestaltung zum Barockschloss
Denkmaltopographie
Burgtyp
Bautyp
Niederungsburg
Rechtstyp
Landesburg
Funktionstyp
Amtssitz; Schloss
Nachweise
Literatur
- Hahn, Fulda, Zur Zierde der Stadt
- Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen I, S. 295-297
- Stasch, Art. Fulda, in: Höfe und Residenzen 15.1, 2, S. 198-200
- Handbuch der Historischen Stätten Hessen, S. 154-160
- Hahn, Die Abtsburg und das Renaissanceschloss zu Fulda. In: Fuldaer Geschichtsblätter 35, 1959, S. 1-17
- Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, S. 129-131
- Knappe, Burgen in Hessen, S. 209
- Tillmann, Lexikon der deutschen Burgen und Schlösser, Bd. 1, S. 264
EBIDAT
8128
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS (Lageort)
Orte
- Hessische Flurnamen
- Historische Kartenwerke
- Jüdische Friedhöfe
- Topografie des Nationalsozialismus in Hessen
- Historisches Ortslexikon
- Hessischer Städteatlas
- Synagogen in Hessen
- Topografische Karten
Personen
Quellen und Materialien
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Fürstäbtliches Schloss Fulda“, in: Burgen, Schlösser, Herrenhäuser <https://lagis.hessen.de/de/orte/burgen-schloesser-herrenhaeuser/alle-eintraege/15260_fuerstaebtliches-schloss-fulda> (aufgerufen am 16.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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