Krawalle nach einer NSDAP-Kundgebung in Kassel

Ereignis

Was geschah

Nur zwei Wochen nach den gewalttätigen Ausschreitungen vom 18. Juni 1930 kommt es in Kassel erneut zu Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und der Polizei.

Am Abend des 1. Juli 1930 soll der thüringische Innenminister Wilhelm Frick (1877–1946) – der seit Januar 1930 als erster Politiker der NSDAP ein Ministeramt in der Weimarer Republik innehat – auf einer Kundgebung der NSDAP in Kassel sprechen. Allerdings verbietet der Polizeipräsident kurzfristig diese Veranstaltung ebenso wie eine der Kommunistischen Partei und eventuelle Ersatzkundgebungen wegen „Gefährdung der öffentlichen Sicherheit“. Dennoch versammelt sich eine aufgebrachte Menge Nationalsozialisten vor der Stadthalle, die vermutlich noch durch Zurufe Roland Freislers (1893–1945) angestachelt wird. Die Polizei kann nur mit dem Einsatz von Gummiknüppeln die Versammlung auflösen. Im Laufe des Abends kommt es zu weiteren Ansammlungen, erst nach Stunden herrscht wieder Ruhe in der Stadt. Es gibt zahlreiche Festnahmen, auch Freisler wird wegen Aufruf zum Landfriedensbruch verhaftet, am nächsten Tag aber auf Antrag der Staatsanwaltschaft freigesprochen.
(OV/JH/StF)

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Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Krawalle nach einer NSDAP-Kundgebung in Kassel, 1. Juli 1930“, in: Hessen im 19. und 20. Jahrhundert <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/hessen-im-19-und-20-jahrhundert/alle-eintraege/1763_krawalle-nach-einer-nsdap-kundgebung-in-kassel> (aufgerufen am 03.11.2026)

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