Hessen-Kassel, Hermann Landgraf von

Hessen-Kassel, Hermann Landgraf von
Andere Namen
Weitere Namen
Hessen-Rotenburg, Hermann%Landgraf von
Hessen, Hermann IV.%Landgraf von
Wirken
Funktion
- Hessen-Rotenburg, Landgrafschaft, Landgraf, 1627-1658
Familie
Vater
Mutter
Partner
- Waldeck, Sophia Juliana Gräfin von, 1607–1637, Heirat Waldeck 31.12.1633
- Anhalt, Kunegunde Juliane Fürstin zu, 1608–1683, Heirat Weimar 2.1.1642
Verwandte
- Hessen-Kassel, Otto Landgraf von <Stiefbruder>, 1594–1617
- Hessen-Kassel, Philipp Landgraf von <Bruder>, (1604-1626)
- Anhalt-Dessau, Agnes Fürstin von <Schwester>, (1606-1650)
- Salm-Reifferscheidt, Magdalena Altgräfin zu <Schwester>, (1611-1671)
- Hessen-Kassel, Moritz Landgraf von <Bruder>, (1614-1633)
- Schaumburg und Lippe, Sophia Gräfin zu <Schwester>, (1615-1670)
- Hessen-Eschwege, Friedrich Landgraf von <Bruder>, (1617-1657)
- Hessen-Kassel, Christian Landgraf von <Bruder>, (1622-1640)
- Hessen-Kassel, Ernst Landgraf zu <Bruder>, 1623-1693)
Nachweise
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 12, Leipzig 1880, S. 128-130 (Arthur Wyß)
- Franz, Das Haus Hessen. Ein biographisches Lexikon, Darmstadt 2012, Nr. HK 15, S. 96 f. (Holger Th. Gräf)
- Heide Wunder, Zur sozialen und kulturellen Topographie der Residenzstadt Kassel im 18. Jahrhundert, Heide Wunder u.a. (Hg.), Kassel im 18. Jahrhundert. Residenz und Stadt, Kassel 2000, S. 7-14, hier S. 9
Bildquelle
Leben
Aus der Biografie
Beim zweiten Sohn aus der Zweit-Ehe des Landgrafen Moritz war – wohl durch einen Unfall der Mutter während der Schwangerschaft – das linke Bein schon von Geburt an verkümmert, sodass Hermann zeitlebens eine eiserne Prothese tragen musste. Damit körperlich stark eingeschränkt, konnte er sich an den für junge Prinzen üblichen Ertüchtigungen kaum beteiligen und konzentrierte sich daher vorrangig auf geistige Übungen. Mit elf Jahren trat er in die Kasseler Hofschule ein. Nach dem Tod des ältesten Stiefbruders Otto wurde er 1617 Koadjutor des Stifts Hersfeld und 1622 Propst des hersfeldischen Klosters Petersberg. Mit der Einrichtung der Rotenburger Quart 1627 übernahm er zunächst gemeinsam mit der Mutter die Verwaltung dieser Güter. Hermanns erste Frau war seine Cousine Sophie Juliane von Waldeck; ihre Mutter war die ältere Schwester Landgräfin Julianes. Sophie Juliane starb, eben 30-jährig, während der dritten Schwangerschaft, nachdem ein Sohn totgeboren, eine Tochter mit zwei Monaten gestorben war. Hermanns zweite Ehe mit Juliane Kunigunde von Anhalt, der jüngeren Schwester seines Schwagers Johann Kasimir, blieb kinderlos. Landgraf Hermann führte jedoch nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Philipp zumeist die Vormundschaft über seine jüngeren Geschwister. Hermann trat durch zahlreiche gelehrte Schriften hervor, insbesondere in den Bereichen Astronomie, Mathematik und Geschichte. Seine Beiläufige Cosmographische Beschreibung des Niederfürstentums Hessen von 1641 diente als Vorlage bzw. Quelle für Johann Just Winkelmanns Beschreibung der Fürstenthümer Hessen und Hersfeld sowie für Merians Topographia Hassiae. Auf einer seiner wenigen längeren Reisen wurde er 1642 unter dem Gesellschaftsnamen der Fütternde in die Fruchtbringende Gesellschaft aufgenommen. Nach dem Westfälischen Frieden ging er den Wiederaufbau des verwüsteten Landes an. In Rotenburg, das ab 1640 sein dauernder Wohnsitz war, ließ er 1651 die im „Kroatenjahr“ 1637 zerstörte Schule auf eigene Kosten neu errichten. Als Oberaufseher der Hessischen Samthospitäler bemühte er sich um eine Verbesserung der Armen- und Krankenfürsorge. Eine zu diesem Zweck geplante Informationsreise in die Niederlande wurde durch seinen Tod verhindert. Schon 1648 war die Rotenburger Quart mit den hinzugekommenen Gebieten zwischen Hermann und seinen überlebenden Brüdern geteilt worden. Der Eschweger Anteil Landgraf Friedrichs war nach dessen Tod an den jüngsten Bruder Ernst von Hessen-Rheinfels gefallen, der 1658 dann auch Rotenburg erbte. Holger Th. Gräf
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
- Allgemeine Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Index Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Digitaler Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit: Öffnet in neuem Fenster
- Kalliope - Verbundkatalog Nachlässe, Autographensammlungen und Verlagsarchive: Öffnet in neuem Fenster
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- Objektdatenbank KHK = Objektdatenbank Hessen Kassel Heritage: Öffnet in neuem Fenster
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Hessen-Kassel, Hermann Landgraf von, “, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/5772_hessen-kassel-hermann-landgraf-von_hessen-kassel-hermann-landgraf-von> (aufgerufen am 29.11.2025)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/5772_hessen-kassel-hermann-landgraf-von