Trott, Friedrich der Jüngere

 
belegt seit
1489
belegt bis
1521
Beruf
Rat, Amtmann, Marschall, Statthalter

Andere Namen

Weitere Namen

Trott zu Solz, Friedrich

Familie

Verwandte

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Bruder Hermanns1, im landgräflichen Dienst 14892, Rat Landgraf Wilhelms II. wohl schon 1492 August3, 1493 Februar 254, 1494 Januar 65, 1496 Oktober 116, 1497 September 47, 15028. Amtmann zu Grebenstein 1494 Dezember 189. Amtmann zu Wildeck wohl schon 149510, 149811, 1500 Juli 2912, 150413. Amtmann zu Vacha 1502, 150314. Marschall zu Kassel 1496 August 1815, 1498 Juli 2316 und abermals 1504 Januar 2717, Dezember 11/1218, 1506 August 2219, 1508 Januar 920, 1512 Mai 2821. 1506 August 11 setzt ihn Landgraf Wilhelm II. als einen seiner Testamentsvollstrecker und Vormund ein und bestimmt, daß er beim Todesfall als Oberamtmann nach Rüsselsheim gehen soll22. Bevollmächtigter Statthalter Landgraf Wilhelms II. 1506/0823. Im Testament von 1508 Januar 29 nennt er ihn jedoch nicht mehr24, da er bei ihm in Ungnade gefallen war25, 1507 August 18 verschreibt Landgraf Wilhelm seinem Marschall und Amtmann zu Rotenburg Friedrich Trott 1500 fl. mit einer Rente von 75 fl. auf Schloß und Gericht Wildeck, das er wie bisher die von Boyneburg innehaben soll, vorbehaltlich der Öffnung, Folge, Landsteuer und Bergwerke bis zur Rückerstattung der 1500 fl.26. 1510 Dezember 16 erhält er auf Anordnung der sächsischen Herzöge der zweier amptgift halben folgende neue Amtbestallung27: 100 Vt. Korn, 220 Vt. Hafer, 48 Vt. Gerste, 40 Vt. Hopfen (= 10 fl.)28, 3 Vt. Erbsen, 4 Vt. Mohn (slasel) = 7 fl. 10 alb., die Metze zu 3 alb.), 12 Kühe und 12 gemästete Schweine (je 24 fl. = 48 fl, 20 Hämmel, 120 Michaelshähne (= 2 fl. 8 alb., je einen für 6 Hlr.), 120 Fastnachtshühner (3½ fl. 9 alb., je eins für 10 Hlr.), 4 Vt. Salz, 16 fl. für Fastenspeise und 8 fl. für Beschlag (= 24 fl.), 24 Fd. Heu (für rückständige 10 Fd. Heu = 10½ fl.), 80 Schafskäse (= 4½ fl. 3 alb., einer zu 1½ alb.). Anfang 1512 erfolgt eine große finanzielle Auseinandersetzung Trotts mit Landhofmeister und Regenten. Diese verschreiben ihm für 2000 fl. eine jährliche Gülte von 100 fl. von der Stadt Allendorf an der Werra29; am 30. März erkennen sie seine Forderung von 1500 fl. an, wofür ihm jährlich 75 fl. und die Amtsgift des Amtes Wildeck – auszuliefern durch die Amtsknechte von Rotenburg – fällig sind, die hier nochmals spezialisiert ist und die Hälfte der oben bereits angeführten doppelten Wildecker Amtsgift darstellt. Da Wildeck mit Rotenburg aber zum Wittum der Landgräfin Anna, Witwe des Landgrafen Wilhelms II., gehört, muß er es aufgeben und erhält dafür das Amt Friedewald30. Am 23. April schließlich erkennen Landhofmeister und Regenten noch folgende Forderungen Trotts an, die von dem † Landgraf Wilhelm herrühren: 225 fl. rückständiger Zinsen von einem Kapital von 1500 fl. seit 1507, 90 fl. für einen weißen Hengst und 31 für ein swartz schymel pberd, weitere Pferdeschäden und Forderungen wegen Kühen, Schafen, Fastenspeise, Beschlag und Amtsgift für 1511, zusammen 445 fl. und ein Pferd31. Von den Regenten schon seit 1509 bevorzugt verwendet, um mit Landgraf Wilhelm I. und dessen Gemahlin Anna zu verhandeln32, gehört er 1513 April/Mai einer von den Regenten zum kaiserlichen Tag nach Worms gesandten Abordnung an, um durch Verhandlungen mit den kaiserlichen Räten die von Landgraf Wilhelm I. außer Landes gemachten Schulden zu regeln33, und wird 1513 Juli 4/5 als Hofmeister Landgraf Wilhelms I. bezeichnet34. 1518 nimmt Landgraf Philipp Trott, den die Ritterschaft im Oktober 1518 als einen ihrer Vertreter dazu vorgeschlagen hatte35, in seinen Rat auf36, worauf er den Landgrafen 1521 zum Wormser Reichstag begleitet und ihm noch lange dient37.

Nachweise

Fußnoten

  1. Siehe dort.
  2. Rechn. I, Gudensberg (61/6 Bl. 9v.). – Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/12 Bl. 49v.).
  3. Rechn. I, Spangenberg (100/3 Bl. 46v.): er ordnet eine Botschaft an den Grafen und die Edeln in Württemberg an.
  4. Lehnbuch Landgraf Wilhelms II. (Gundlach).
  5. Rechn. I, Melsungen (83/1 Bl. 24).
  6. Kopiar 11 Nrr. 55, 56.
  7. Rechn. I, Grebenstein (55/8 Bl. 16v.).
  8. Gundlach II Nr. 22.
  9. Gundlach III S. 273 zitiert: Urkundenabschriften (betr. Malsburg und Pappenheim). – Rechn. I, Grebenstein (55/3 Bl. 47v.).
  10. Er erhält vom Rentschreiber zu Rotenburg die Auslagen für die Fastenspeise, die in der Regel zur Amtsgift gehören (s. auch unten). (Rechn. I, Rotenburg 91/7 Bl. 36v.).
  11. Rechn. I, Rotenburg (91/13 Bl. 24v.).
  12. Urkk,, Depositum von Dörnberg.
  13. Rechn. I, Rotenburg (92/5 Bl. 70).
  14. Gundlach III S. 273 zitiert: Landaus Nachlaß: Trott. – 1502 reitet der Wundarzt von Gerau auf Befehl Landgraf Wilhelms zu Trott (Rechn. I, Rotenburg 92/3 Bl. 58v.).
  15. Kopiar 59 I Nr. 6.
  16. Ebd. Nr. 13.
  17. Gundlach III S. 272 ohne nähere Angabe.
  18. Rechn. I, Felsberg (47/8 Bl. 23v.).
  19. Kopiar 59 II Nr. 10.
  20. Huyskens, Werraklöster Nr. 197.
  21. Rechn. I, Ziegenhain (122/5 Bel.).
  22. Urkunden, Landgräfliche Testamente. – Vgl. auch Schenk zu Schweinsberg, Landgraf Philipp (Darmstädter Festschrift) S. 115.
  23. Ebd.
  24. Glagau, Landtagsakten Nr. 1.
  25. Ebd. Nr. 2. Der Landgraf beschuldigte Trott, Konrad von Wallenstein und Rudolf von Waiblingen, ihn während seiner Krankheit übel behandelt zu haben, was diese energisch bestritten, ohne jedoch darüber gehört zu werden (ebd. S. 60), obwohl diese Beschuldigungen bei der erprobten Qualität dieser hohen Amtsträger unwahrscheinlich sind und offensichtlich auf die Intrigen der Landgräfin Anna zurückgehen, die sie als die vom Landgrafen bestellten Vormünder aus dem Amte drängen wollte, was ihr gelang.
  26. Best: 2 V Landesverwaltung: Schuldverschreibungen.
  27. Rechn. I, Rotenburg (93/6 Bl. 3).
  28. Diese und die folgenden Geldangaben stehen in der Rotenburger Rentmeisterrechnung 93/6 Bl. 83. Die hier verzeichneten Ausgaben für Trott beliefen sich auf 110½ fl. 4 alb. Sie zeigen, daß die Naturallieferungen bereits weitgehend durch Geldzahlungen abgelöst waren, was sowohl für die Beurteilungen solcher Amtseinkünfte in Natura wie für die Geschichte der Preise zu dieser Zeit aufschlußreich ist.
  29. Kopiar 16 Bl. 161 ff.
  30. Kopiar 16 Bl. 159 ff. (Nach Best. 2 V Landesverwaltung: Dienersachen erhielt er das Amt Neukirchen!).
  31. Kopiar 16 Bl. 165v. ff.
  32. So 1509 August 28 und September 2 (Rechn. I, Spangenberg 103/13 Bel.). Am 2. September führt er die Landgräfin Anna, Gemahlin Landgraf Wilhelms I., mit ihrem Hofgesinde auf die Burg Spangenberg (ebd. 103/7 Bl. 13).
  33. Glagau, Landtagsakten Nr. 60 und Nachtrag 60a.
  34. Rechn. I, Ziegenhain (122/6 Bel.). – Vgl. auch Glagau, Landtagsakten Nr. 114 S. 296 ff.
  35. Ebd. S. 532.
  36. Ebd. Nr. 221.
  37. Gundlach III S. 272 f.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

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Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Trott, Friedrich der Jüngere“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22890_trott-friedrich-der-juengere> (aufgerufen am 15.04.2026)

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