Treisbach, Peter von
geboren
1476 gestorben
1527 Beruf
Kanzler, Rat, Beisitzer, Assessor, Statthalter, Kanzleiverweser, LandvogtFamilie
Vater
Treisbach, Volprecht von
Partner
- Bicken, Anna von
- Keudel, Gertrud, ⚭ 9.1513, Tochter des Bernhard Keudel, Haushofmeister, sie war in zweiter Ehe ab 1528 verheiratet mit Georg von Hatzfeld
Verwandte
Treisbach, Gottfried von <Bruder>
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Bruder Gottfrieds1, wird Michaelis 1476 in Erfurt immatrikuliert2, erwirbt hier die Magisterwürde3 und wird 1487 Januar 24 in Heidelberg inscribiert4, nachdem er ein landgräfliches Stipendium erhalten hatte5. Kanzler Landgraf Wilhelms I. 1487 Juni 166 und gehört als solcher schon 1487 Mai 16 zu den Vermittlern der Teilung Niederhessens zwischen den Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II.7. Als Marburgischer Kanzler Landgraf Wilhelms III. erscheint er von 1489 Januar 58 bis 1494 November9. 1490 Dezember 13 befreit Landgraf Wilhelm III. den Ockershäuser Hof seines Kanzlers Peter von Treisbach von allen Diensten aus besundern gunst und gnaden, so wir zu ime tragen10. 1497 August 23 ist er Mitgesandter Erzbischof Hermanns von Köln beim Wormser Reichstagsabschied11 und vertritt den Erzbischof auch auf dem Reichstag zu Freiburg 149812. Rat Erzbischof Hermanns von Köln 1498 Oktober 313. 1499 Dezember 15 ist er Beisitzer des königl. Kammergerichts14, 1500 September 10 Vertreter Landgraf Wilhelms II. beim Reichstagsabschied zu Augsburg15, desgl. 1501 September 14 beim Abschied des Reichsregiments in Nürnberg16, desgl. beim Reichstag zu Köln 150517, Rat Landgraf Wilhelms II. 1500 November 2818, 1503 Februar 2519, 1506 März 2120; wird 1506 August 11 von Landgraf Wilhelm II. als Mitglied der Kontrollkommission der von ihm eingesetzten Testamentsvollstrecker bestimmt21. Als Assessor am Hofgericht zu Marburg nachweisbar 1503 September 2522 bis 150923. 1503 Februar 25 überläßt ihm Landgraf Wilhelm II. ein landgräfliches Haus zu Marburg in der Wettergasse zur lebenslänglichen Nutzung für sich und seine Frau Anna24. In der Zeit von 1504 Juli 925 bis 1505 Oktober 2326 heißt er oft Statthalter in Marburg (in Vertretung Ludwigs von Boyneburg). Kanzleiverweser 1508 Januar 1227, quittiert 1508 April 7 über 31 fl. Zehrgeld für den kaiserlichen Tag zu Oberwesel28; wird im Februar 1509 zum Begängnis Herzog Albrechts von Bayern entsandt29. Landvogt an der Lahn 1508 Oktober 1030, 1509 Juni 1931. Hofrichter zu Hessen 1509 Mai 832, Juni 1933. Aus beiden Ämtern (des Landvogts und des Hofrichters) wird er nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. von den Regenten entfernt mit der Begündung, das er ein jar ader zwen oder lenger also regirt, das gemeiner lantschaft missfellig gewest34, weil er sich nämlich gegen armen, reichen, ... steten, auch andern gemeinen leuten mit gericht, recht, billicheit und nemung der gaben anders dan sein Pflicht ingehalten ... und bewisen hat35. Er bleibt aber in der Gunst der Landgräfin Anna der Jüngeren, die er im November 1509 auf den Mühlhäuser Schiedstag mit den Regenten und den sächsischen Herzögen begleitet36. Er stellt sich dann den Interessen Landgraf Wilhelms I. und seiner Gemahlin der Landgräfin Anna der Älteren zur Verfügung37 und wird daraufhin 1510 Dezember 27 von den Regenten gefangen genommen und im Marburger Schloß in den Stock gesetzt38, weil er sich mit seinem Anhang befleissige, meuterei und nichts gut zu machen39, nachdem ihn die Regenten schon vorher des Landes verwiesen hatten, wie die Landgräfin Anna die Jüngere schon 1510 September 11 klagt40. Er bleibt ihr weiter verbunden und unterzeichnet die Treysaer Einung der Landgräfin mit den hessischen Ständen von 1514 Februar 1041. 1514 April wieder im Dienst42; gehört seit Ende April 1514 zu dem auf dem Homberger Landtag eingesetzten landständischen Ausschuß43, Hofrichter (nach dem Sturz Boyneburgs) wieder 1514 Juni 1244 bis mindestens 1523 August 2845; Landvogt an der Lahn 1518 Oktober 1246 und Statthalter an der Lahn 1524 Juli47. Er starb als Letzter seines Geschlechtes48 im Jahr 152749. – Er war in erster Ehe verheiratet mit Anna v. Bicken, laut ihrer Eheberedung von 1493 Juni 1950. Nach ihrem Tod heiratete er 1513 Ende September die Tochter des Haushofmeisters Bernhard Keudel, Gertrud51, die aber schon 1514 gegen ihn klagt, weil seine Konkubine wieder nach Marburg gekommen sei52. Nach dem Tode Treisbachs heiratete sie 1528 Georg von Hatzfeld53.
Bruder Gottfrieds1, wird Michaelis 1476 in Erfurt immatrikuliert2, erwirbt hier die Magisterwürde3 und wird 1487 Januar 24 in Heidelberg inscribiert4, nachdem er ein landgräfliches Stipendium erhalten hatte5. Kanzler Landgraf Wilhelms I. 1487 Juni 166 und gehört als solcher schon 1487 Mai 16 zu den Vermittlern der Teilung Niederhessens zwischen den Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II.7. Als Marburgischer Kanzler Landgraf Wilhelms III. erscheint er von 1489 Januar 58 bis 1494 November9. 1490 Dezember 13 befreit Landgraf Wilhelm III. den Ockershäuser Hof seines Kanzlers Peter von Treisbach von allen Diensten aus besundern gunst und gnaden, so wir zu ime tragen10. 1497 August 23 ist er Mitgesandter Erzbischof Hermanns von Köln beim Wormser Reichstagsabschied11 und vertritt den Erzbischof auch auf dem Reichstag zu Freiburg 149812. Rat Erzbischof Hermanns von Köln 1498 Oktober 313. 1499 Dezember 15 ist er Beisitzer des königl. Kammergerichts14, 1500 September 10 Vertreter Landgraf Wilhelms II. beim Reichstagsabschied zu Augsburg15, desgl. 1501 September 14 beim Abschied des Reichsregiments in Nürnberg16, desgl. beim Reichstag zu Köln 150517, Rat Landgraf Wilhelms II. 1500 November 2818, 1503 Februar 2519, 1506 März 2120; wird 1506 August 11 von Landgraf Wilhelm II. als Mitglied der Kontrollkommission der von ihm eingesetzten Testamentsvollstrecker bestimmt21. Als Assessor am Hofgericht zu Marburg nachweisbar 1503 September 2522 bis 150923. 1503 Februar 25 überläßt ihm Landgraf Wilhelm II. ein landgräfliches Haus zu Marburg in der Wettergasse zur lebenslänglichen Nutzung für sich und seine Frau Anna24. In der Zeit von 1504 Juli 925 bis 1505 Oktober 2326 heißt er oft Statthalter in Marburg (in Vertretung Ludwigs von Boyneburg). Kanzleiverweser 1508 Januar 1227, quittiert 1508 April 7 über 31 fl. Zehrgeld für den kaiserlichen Tag zu Oberwesel28; wird im Februar 1509 zum Begängnis Herzog Albrechts von Bayern entsandt29. Landvogt an der Lahn 1508 Oktober 1030, 1509 Juni 1931. Hofrichter zu Hessen 1509 Mai 832, Juni 1933. Aus beiden Ämtern (des Landvogts und des Hofrichters) wird er nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. von den Regenten entfernt mit der Begündung, das er ein jar ader zwen oder lenger also regirt, das gemeiner lantschaft missfellig gewest34, weil er sich nämlich gegen armen, reichen, ... steten, auch andern gemeinen leuten mit gericht, recht, billicheit und nemung der gaben anders dan sein Pflicht ingehalten ... und bewisen hat35. Er bleibt aber in der Gunst der Landgräfin Anna der Jüngeren, die er im November 1509 auf den Mühlhäuser Schiedstag mit den Regenten und den sächsischen Herzögen begleitet36. Er stellt sich dann den Interessen Landgraf Wilhelms I. und seiner Gemahlin der Landgräfin Anna der Älteren zur Verfügung37 und wird daraufhin 1510 Dezember 27 von den Regenten gefangen genommen und im Marburger Schloß in den Stock gesetzt38, weil er sich mit seinem Anhang befleissige, meuterei und nichts gut zu machen39, nachdem ihn die Regenten schon vorher des Landes verwiesen hatten, wie die Landgräfin Anna die Jüngere schon 1510 September 11 klagt40. Er bleibt ihr weiter verbunden und unterzeichnet die Treysaer Einung der Landgräfin mit den hessischen Ständen von 1514 Februar 1041. 1514 April wieder im Dienst42; gehört seit Ende April 1514 zu dem auf dem Homberger Landtag eingesetzten landständischen Ausschuß43, Hofrichter (nach dem Sturz Boyneburgs) wieder 1514 Juni 1244 bis mindestens 1523 August 2845; Landvogt an der Lahn 1518 Oktober 1246 und Statthalter an der Lahn 1524 Juli47. Er starb als Letzter seines Geschlechtes48 im Jahr 152749. – Er war in erster Ehe verheiratet mit Anna v. Bicken, laut ihrer Eheberedung von 1493 Juni 1950. Nach ihrem Tod heiratete er 1513 Ende September die Tochter des Haushofmeisters Bernhard Keudel, Gertrud51, die aber schon 1514 gegen ihn klagt, weil seine Konkubine wieder nach Marburg gekommen sei52. Nach dem Tode Treisbachs heiratete sie 1528 Georg von Hatzfeld53.
Nachweise
Fußnoten
- Peter mit seiner Frau Anna [geb. von Bicken] und sein Bruder Gottfried mit seiner Frau Elisabeth [geb. von Windhausen] werden 1507 Juli 25 genannt (Schunder, Oberhessische Klöster I Nr. 1188). ↑
- Gundlach III S. 271 zitiert: Erfurter Matrikel I, 365. ↑
- 1484 August 3 heißt er: der veste und kunstriche meister Peter von Treisbach (Eckhardt, Oberhessische Klöster II Nr. 375). ↑
- Gundlach a.a.O. zitiert: Toepke, Die Matrikel der Universität Heidelberg 1, 385: magister Erdfordiensis. – 1498 Juli 10 heißt er: Meister der freien Künste (Eckhardt, Oberhessische Klöster II Nr. 544). ↑
- Rechn. I, Marburg Hofmeister (10/1 II Bl. 12) zu 1486: 31 gulden an golde meinstern Petir von Treysbach zum studium zu zyhen. ↑
- Urkk., Samtarchiv Schubl. 76 Nr. 42. ↑
- Best. 2 III Landesherrschaft: Landgrafen Wilhelm I., II. ↑
- Gundlach zitiert: Urkunde im StadtA. Kassel. ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 379. ↑
- Best. 2 V Landesverwaltung: Dienersachen. ↑
- Gundlach zitiert: Müller, Reichstagstheatrum 2,154. Hier Licentiat genannt. ↑
- Eckhardt, Oberhessische Klöster II Nr. 543. ↑
- Struck, Stifter und Klöster II Nr. 313. ↑
- Urkk., Stiftsarchiv Fulda. ↑
- Senckenberg, Sammlung der Reichsabschiede 2,90. (Gundlach). ↑
- Ebd. 2,101; Müller, Reichstagsstaat 1500–1508 S. 223 (Gundlach). ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (121/2 Bl. 49v.). ↑
- Kopiar L 4 Bl. 226v. ↑
- Kopiar 13 Nr. 114. ↑
- So Gundlach III S. 271 ohne Beleg. ↑
- Urkunden, Landgräfliche Testamente. ↑
- Gundlach a. a. O. zitiert: Hofgerichtsprotokoll. ↑
- Ebd. ↑
- Siehe Anm. 19. ↑
- Best. 2 V Landesverwaltung: Städte (Kirchhain). ↑
- Felsberger Rentmeisterrechnung. ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Eppstein. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12a/2 Bel.). ↑
- Rechn. I, Marburg (78/4 Bl. 101v.). ↑
- Gundlach III S. 271 ohne Beleg. ↑
- Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Fulda. ↑
- Gundlach zitiert: Von Konzeptadresse des Antonius Alberti in Abt. Fulda. ↑
- Siehe Anm. 31. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 57. ↑
- Ebd. S. 69. ↑
- Rechn. I, Lichtenau (72/2 Bl. 16). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 139 ff. ↑
- Ebd. S. 137. ↑
- Ebd. S. 136. ↑
- Ebd. S. 124 Anm. 2. ↑
- Ebd. S. 198 Anm. 1. ↑
- Ebd. S. 333. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 347. – Im März 1515 führt Treisbach für Landgräfin Anna eine Gesandtschaft an den Kaiser (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber, Kasten 18 Nr. 15). ↑
- Siehe Anm. 22. ↑
- Gundlach III. S. 271 zitiert: Marburger Rezeßbuch. ↑
- Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. III Nr. 50. ↑
- Ebd. Bd. XLV Nr. 5. ↑
- Heldmann, Viermünden (ZHG 30, 1895 S. 363). ↑
- Ebd. ↑
- Gundlach zitiert: StA. Koblenz, Bickensches Archiv im Depositum der Freiherren Walbott v. Bassenheim. ↑
- Gundlach zitiert: Auszug aus der Küchenrechnung und Marburger Rentereirechnung 1513. ↑
- Gundlach zitiert: Ehesachen. ↑
- Siehe Anm. 48. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 869, Nr. 3057
- Eckhardt, Die oberhessischen Klöster II: Regesten und Urkunden, Marburg 1967
- Schunder, Die oberhessischen Klöster I, Marburg 1961
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
- Weißenborn, Erfurter Matrikel 1: Päpstliche Stiftungsbullen, Statuten von 1447, Allgemeine Studentenmatrikel, erste Hälfte (1392–1492), Halle an der Saale 1881
- Struck, Quellen zur Geschichte der Klöster und Stifte im Gebiet der mittleren Lahn bis zum Ausgang des Mittelalters, Bd. 2: Die Kollegiatstifte Dietkirchen, Diez, Gemünden, Idstein und Weilburg. Regesten (vor 841)–1500, Wiesbaden 1959
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 271 f.
Nachnutzung
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„Treisbach, Peter von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22881_treisbach-peter-von> (aufgerufen am 17.04.2026)
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