Treisbach, Gottfried von

 
belegt seit
29.7.1473
belegt bis
13.6.1511
Beruf
Kriegsteilnehmer, Kanzleigerichtmitarbeiter, Rat, Beisitzer, Statthalter, Amtmann

Wirken

Lebensorte

Marburg

Familie

Vater

Treisbach, Volprecht von

Partner

Windhausen, Elisabeth gen Liese von, Tochter der Anna von Windhausen, Hofmeisterin

Verwandte

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Sohn Volprechts und Bruder des Kanzlers Peter von Treisbach1, im Dienst Landgraf Heinrichs III. 1473 Juli 292, gehört 1474/75 zu den Verteidigern von Neuß gegen Herzog Karl den Kühnen von Burgund3; sitzt im Kanzleigericht zu Marburg 1496 Mai 134, 1499 April 95, 1501 Juli 266 und August 187; verkauft 1498 Mai 14 zusammen mit seiner Frau Liese dem Landgraf Wilhelm III. seine Mühle zu Wambach für 60 fl.8. Rat Landgraf Wilhelms II. 1500 November 289. 1502 März 11 bekundet Landgraf Wilhelm, daß er seinem Rat Gottfried von Treisbach und seiner Frau für 1000 fl., die sie ihm gegeben haben, 25 MI. Korn, 25 MI. Hafer und 30 fl. auf Gottfrieds Lebzeiten verschrieben hat. Nach seinem Tode soll seine Hausfrau jährlich 50 fl. erhalten. Nach ihrer beider Tod haben ihre Erben keine Ansprüche mehr wegen dieser 1000 fl. Wenn der Landgraf aber Gottfried das Amt Rauschenberg übertragen wird, sobald es Hofmeister Ritter Konrad v. Mansbach aufgegeben hat, dann soll er es für die obengenannte Frucht- und Geldrente innehaben wie andere Amtmänner vor ihm, mitsamt der Amtsgift von 20 MI. Korn, 26 MI. Hafer, 6 Kühen, 9 Mastschweinen, die er auf die landgräflichen Mühlen legen soll, 10 Hämmeln, 40 Michaelishähnen, 40 Fastnachtshühnern, 12 MI. Gerste, 12 MI. Hopfen, ½ MI. Salz, dem Fischereirecht in der Wohra, 13 Fd. Heu, 8 fl. für Fastenspeise, 2 fl. für Beschlag, 10 Gänsen, 1 MI. Erbsen, Stroh und Spreu für 8 Kühe und mit dem Heu für die Esel und dem Grummet, das er auf seine Kosten einbringen lassen muß, dazu die Hofkleidung für seine Person. Er soll das Amt im Schloß nach bestem Vermögen versehen und auf landgräfliche Kosten zwei Wächter und einen Pförtner auf dem Schlosse halten. Dafür bekommt er jährlich 3 MI. Korn und 1 MI. Weizen. Will Gottfried vor der Amtsübernahme von Marburg wegziehen, soll ihm der Landgraf ein Haus in Rosenthal oder Battenberg geben und ihm dortselbst die oben genannte Frucht-Geldrente hinliefern, bis er das Amt Rauschenberg übernommen hat. Stirbt er vor seiner Frau, soll diese im Besitz dieser Verschreibung bleiben oder aber die 1000 fl. zurückerhalten10. 1502 März 12 schuldet ihm Landgraf Wilhelm II. 500 fl., für die er ihm jährlich 25 fl. aus den Gefällen der Stadt Gießen anweist11 1503 März 10 einigt sich Landgraf Wilhelm mit Gottfried dahin, daß er ihn seiner Bitte gemäß des Amtes Rauschenberg, das er eine zeitlang innegehabt hat, wieder enthebt und für die 1000 fl. Kapital lebenslänglich 90 fl. Gülte und nach seinem Tode seiner Frau lebenslänglich 55 fl. aus der Erbgülte zu Grünberg zahlt. Der Landgraf wird Gottfried nicht mehr zu Reiterdiensten verwenden und ihm auf Lebenszeit Hofkleidung wie den anderen Räten geben, dazu 2 Ml. Korn Marburger Maßes aus dem Marburger Renthof und aus der landgräflichen Küche einen Ochsen12. 1505 Juni 24 Statthalter zu Marburg13, Vertreter des Kammermeisters 1507 November 1914. Beisitzer des Hofgerichtes zu Marburg 151015, 1513 September 2916. 1510 November 30 leiht er den Regenten 1000 fl. gegen eine Gülte von 50 fl. aus den Rauschenberger Amtsgefällen und 1511 Juni 13 abermals 1000 fl. (zur Ablösung der lothringischen Mitgift Jolanthes in Gestalt des Wittums auf Rotenburg und Felsberg in Höhe von 5000 fl. gegen eine Rente von 90 fl. aus Grünberg und 25 fl. aus Gießen17. Gottfried war verheiratet mit Elisabeth v. Windhausen18, bereits vor 1479 März 2019, Tochter der Hofmeisterin Anna v. Windhausen20.

Nachweise

Fußnoten

  1. Kopiar L 4 Bl. 226v. ff.
  2. Rechn. I, Driedorf (39/7 Bl. 2v.).
  3. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (3/3 Bel. zu 1476 Februar 25).
  4. Kopiar 58 Nr. 171.
  5. Gundlach zitiert das Busecker Memorial 1707 Beilage S. 235.
  6. Franz, Haina II Nr. 1233.
  7. Kopiar 13 Nr. 70.
  8. Kopiar 15 Nr. 133 und Rechn. I, Rauschenberg (86/11 Bl. 19).
  9. Siehe Anm. 1.
  10. Kopiar 13 Nr. 118.
  11. Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Treisbach. – Kopiar 13 Nr. 112.
  12. Kopiar 13 Nr. 117.
  13. Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel.). Gundlach formuliert: „1505 etwa Mai 5 (von einer Adresse der Städte Butzbach, Schwarzenborn und Gießen) bis Juni 24 (Kammerarchiv, Nachträge) vorübergehend Verweser zu Marburg in Vertretung des Landvogtes Ludwig von Boyneburg“.
  14. Rechn. I, Marburg (78/3 Bl. 149).
  15. Rechn. I, Marburg (79/1 Bl. 124).
  16. Rechn. I, Marburg (79/4 Bl. 129). Gundlach weist daraufhin, daß „in ZHG 16, 59 Anm. durch ein fehlendes Komma ein Kanzler Goiffert von Treisbach entstanden“ ist.
  17. Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Dreisbach. – Kopiar 16 Bl. 89 ff.
  18. Genannt 1496 Mai 23 (Eckhard, Oberhessische Klöster II Nr. 423).
  19. 1479 März 20 bekundet Landgraf Heinrich, daß er Gottfried von Treisbach 150 fl. schulde, die er seiner Frau Liese als Mitgift versprochen hatte (Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Dreisbach). – Da Henne von Grifte und seine Frau Margarethe 1522 März 9 Gottfrieds Erben sind, dürfte Margarethe seine Tochter gewesen sein (Urkk., Passiv-Schuldverschreibungen: von Grifte).
  20. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (3/10 Bel. zu 1480 Juli 28).

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Treisbach, Gottfried von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22878_treisbach-gottfried-von> (aufgerufen am 15.04.2026)

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