Pfeffersack, Helwig

 
belegt seit
9.6.1501
belegt bis
1517
Beruf
Junker, Zeugmeister

Leben

Aus der Biografie

Junker, wird 1501 Juni 9 von Landgraf Wilhelm II. zum Diener auf Lebenszeit angenommen. Er soll bei den Büchsen, dem (Kriegs)Zeug und sonst dienen für jährlich 30 fl., 20 Vt. Korn, 20 Vt. Hafer, 2 Kühe, 2 Schweine, 4 Wagen Heu, 2 Wagen Stroh, 2 Fd. Bier, freie Behausung, 12 Wagen Holz und zweimal jährlich Hofkleidung1. Zeugmeister 15042, 15063, 1508 April 84, 1511 Januar 29/305, April 256, Mai 177. Wohl um diesen (und nicht um Kunz) Pfeffersack handelt es sich, den die landständischen Ausschußmitglieder 1514 Februar 21 (gemeinsam mit dem Marburger Rentmeister Ludwig Orth)8 und dem seit 1521 März 17 als Battenberger Rentmeister nachweisbaren Johannes Grebe9 anklagen, die Anklagenden beschuldigt zu haben, sie seien willens gewesen, Marburg und das Land Hessen dem jungen Landgrafen entziehen und dem Herzog von Jülich und Berg zuwenden zu wollen10, Pfeffersack ist offenbar vorübergehend seines Amtes entsetzt und ins Gefängnis gebracht worden, doch sichert ihm die Landgräfin Anna mit Räten und Ausschuß 1514 Juli 31 eine gerechte Untersuchung seiner Sache zu11, Sie ist zu seinen Gunsten ausgefallen, denn 1514 Dezember 612, 1515 September 1513 und 1516 Mai 114 ist er wieder Zeugmeister und von 1509–1517 sind die Soldzahlungen an ihn in Höhe von 30 fl. Jahr für Jahr belegt15.

Nachweise

Fußnoten

  1. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 2,47. – Kopiar 13 Nr. 93. – Kopiar 130 Nr. 5 und 50. – Er wird 1501 unter dem Hofgesinde Landgraf Wilhelms mit einem Pferd aufgeführt (Kopiar 131a II Bl. 16v., 24v., 37).
  2. Für 1504 liegt eine Spezialabrechnung des Büchsenmeisters Helwig Pfeffersack vor über die Beschaffung von Büchsen und Munition [für die Pfälzer Fehde]. (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 19/4). Nach Rechn. I, Marburg (77/5 Bl. 63, 90, 102) war er maßgeblich beteiligt, als man die große Büchse, gen. die Grethe, von Marburg nach Rüsselsheim brachte [um sie von dort aus gegen Kaub einzusetzen? wahrscheinlicher zur Verstärkung von Rüsselsheim].
  3. Rechn. I, Rotenburg (93/2 Bl. 67): er bestätigt dem Rotenburger Rentmeister, daß dieser 190 Ztr. Kupfer (aus den Hütten von Sontra und Iba und aus Ankauf) nach Marburg [zum Büchsenguß] geliefert hat.
  4. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12a/2 Bel.).
  5. Rechn. I, Ziegenhain (122/4 Bel.).
  6. Ebd. 121/8 Bl. 6v.: Helvig Pfeffersagk, zcogkmeister, als er die buchsen bracht. Auch zu April 3 wird er mit Titel genannt (ebd. Bl. 5v.).
  7. Ebd. 121/8 Bl. 8.
  8. Siehe dort.
  9. Best. 257, Fragmenta actorum des Hofgerichts Bd. XXXII Nr. 2. – Küch, Marburger Rechtsquellen I S. 273 Anm. 2 benennt ihn von 1523–1537 als Rentmeister zu Battenberg, doch nennt Franz, Haina II Nr. 1380 zu 1524 März 5 Rentmeister Scheffer zu Battenberg.
  10. Küch, Marburger Rechtsquellen I Nrr. 184, 193.
  11. Glagau, Landtagsakten S. 377.
  12. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (13/4a Bel.).
  13. Ebd. 13a/10b Bel.: er verdingt in Frankfurt die Anfertigung von Kriegsgerät, nämlich Sturmleitern, Stangen zu Feuerhaken, Stangen zum Ladezeug und Winden zu den Büchsen.
  14. Ebd. 14/4 Bel.
  15. Rechn. I, Marburg Rentmeister (78/4 Bl. 98v., 99 bis ebd. 80/4 Bl. 111).

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Pfeffersack, Helwig“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21911_pfeffersack-helwig> (aufgerufen am 14.04.2026)

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