Meyer, Johann
Wirken
Lebensorte
Breitenau
Leben
Aus der Biografie
Abt des Klosters Breitenau1, gehört 1500 Mai 16 zu den geistlichen Begleitern der Leiche Jolanthes von Lothringen, der † Gemahlin Landgraf Wilhelms II. bei ihrer Überführung in die Elisabethkirche nach Marburg2 und 1504 Juni 24 zu den vom Landgrafen bestellten Reformatoren des Eschweger Kanonissenstiftes St. Cyriax3. In den Testamenten Landgraf Wilhelms II. von 1506 und 1508 wird er als einer der Prälaten der Kommission bestimmt, vor der die Vormünder jährlich Rechenschaft ablegen müssen4. Als Vertreter der Prälaten unterzeichnet er die Einung der hessischen Stände (gegen die Landgräfin Anna) von 1509 Juli 295 und in gleicher Eigenschaft 1512 November 11 die Bestätigung des kaiserlichen Schiedsspruchs zur Regelung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. von 1512 September 12 durch die hessischen Stände6. Er tritt dann (offenbar nicht ganz freiwillig) der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den hessischen Ständen (gegen die Regenten) bei7, bekräftigt die Vollmacht, die der landständische Ausschuß 1515 April 12 der Landgräfin und ihren Räten zur Verhandlung vor dem Kaiser (im Vormundschaftsstreit mit Sachsen) erteilt8 und besiegelt als Vertreter der hessischen Prälaten das Bündnis zwischen Herzog Georg von Sachsen und Landgräfin Anna von Hessen von 1515 August 299. Meyer war eine Persönlichkeit, die im politischen wie im geistlichen Leben ihrer Zeit und ihres Bereiches eine Rolle spielte10. Er erhielt daher bei der Aufhebung des Klosters 1527 eine lebenslängliche Versorgung und Wohnung im Kloster11.
Nachweise
Fußnoten
- Als solcher wird er 1503 November 11 genannt (Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1229). ↑
- Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/12 Bel.). ↑
- Rechn. I, Eschwege (45/26 Bel.) und ebd. 45/22a. – Zu der Rolle Meyers in der klösterlichen Reformbewegung der Bursfelder Kongregation (u. a. in Breitenau) künftig die Marburger Diss. von K. H. Wegner, Territorium und Staat in Hessen vor der Reformation, angekündigt in K. H. Wegner, Studium und Stipendium vor der Reformation in: Studium und Stipendium, hrsgg. von W. Heinemeyer (VHKH 37, 1977) S. 58/59 Anm. 212. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 4. ↑
- Ebd. S. 33. ↑
- Ebd. S. 160 Anm. ↑
- Ebd. S. 198. ↑
- Ebd. S. 441. ↑
- Ebd. S. 446. ↑
- S. dazu die Hinweise in Anm. 3. ↑
- Franz, Säkularisation (HJL 19, 1969) S. 157, 174. ↑
Quellen
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 558, Nr. 2000.
- Schultze, Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, Marburg 1913
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Meyer, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21583_meyer-johann> (aufgerufen am 14.04.2026)
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