Meyer, Johann

 
belegt seit
16.5.1500
belegt bis
1527
Beruf
Abt, Prälat

Wirken

Lebensorte

Breitenau

Leben

Aus der Biografie

Abt des Klosters Breitenau1, gehört 1500 Mai 16 zu den geistlichen Begleitern der Leiche Jolanthes von Lothringen, der † Gemahlin Landgraf Wilhelms II. bei ihrer Überführung in die Elisabethkirche nach Marburg2 und 1504 Juni 24 zu den vom Landgrafen bestellten Reformatoren des Eschweger Kanonissenstiftes St. Cyriax3. In den Testamenten Landgraf Wilhelms II. von 1506 und 1508 wird er als einer der Prälaten der Kommission bestimmt, vor der die Vormünder jährlich Rechenschaft ablegen müssen4. Als Vertreter der Prälaten unterzeichnet er die Einung der hessischen Stände (gegen die Landgräfin Anna) von 1509 Juli 295 und in gleicher Eigenschaft 1512 November 11 die Bestätigung des kaiserlichen Schiedsspruchs zur Regelung der Verhältnisse Landgraf Wilhelms I. von 1512 September 12 durch die hessischen Stände6. Er tritt dann (offenbar nicht ganz freiwillig) der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den hessischen Ständen (gegen die Regenten) bei7, bekräftigt die Vollmacht, die der landständische Ausschuß 1515 April 12 der Landgräfin und ihren Räten zur Verhandlung vor dem Kaiser (im Vormundschaftsstreit mit Sachsen) erteilt8 und besiegelt als Vertreter der hessischen Prälaten das Bündnis zwischen Herzog Georg von Sachsen und Landgräfin Anna von Hessen von 1515 August 299. Meyer war eine Persönlichkeit, die im politischen wie im geistlichen Leben ihrer Zeit und ihres Bereiches eine Rolle spielte10. Er erhielt daher bei der Aufhebung des Klosters 1527 eine lebenslängliche Versorgung und Wohnung im Kloster11.

Nachweise

Fußnoten

  1. Als solcher wird er 1503 November 11 genannt (Schultze, Kasseler Klöster Nr. 1229).
  2. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/12 Bel.).
  3. Rechn. I, Eschwege (45/26 Bel.) und ebd. 45/22a. – Zu der Rolle Meyers in der klösterlichen Reformbewegung der Bursfelder Kongregation (u. a. in Breitenau) künftig die Marburger Diss. von K. H. Wegner, Territorium und Staat in Hessen vor der Reformation, angekündigt in K. H. Wegner, Studium und Stipendium vor der Reformation in: Studium und Stipendium, hrsgg. von W. Heinemeyer (VHKH 37, 1977) S. 58/59 Anm. 212.
  4. Glagau, Landtagsakten S. 4.
  5. Ebd. S. 33.
  6. Ebd. S. 160 Anm.
  7. Ebd. S. 198.
  8. Ebd. S. 441.
  9. Ebd. S. 446.
  10. S. dazu die Hinweise in Anm. 3.
  11. Franz, Säkularisation (HJL 19, 1969) S. 157, 174.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Meyer, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21583_meyer-johann> (aufgerufen am 14.04.2026)

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