Mansbach, Konrad von

 
belegt seit
1.8.1476
gestorben
vor 22.4.1525
Beruf
Rat, Marschall, Hofmeister, Amtmann, Oberamtmann, Verweser

Wirken

Lebensorte

Marburg

Familie

Partner

N.N., Sophie, Hofmeisterin

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter1, außerhalb des Fürstentums Hessen geboren2, fuldischer Rat 1476 August 13, fuldischer Marschall 1480 [um Dezember 13]4, 1486 April 275, Rat Landgraf Wilhelms II. zuerst 1489 Mai 36, Marschall 1491 Dezember 87 bis 1495 April 148. Im Dienste Erzbischof Hermanns von Köln, des Oheims des Landgrafen, 14979, 1499 Dezember 1510 und Landgraf Wilhelms II. 1499 Oktober 1911. Dieser verschreibt ihm und seiner Frau Sophie 1500 Oktober 1 für die 1000 fl., mit denen sie die Amtmannschaft Sebastians von Wildungen abgelöst haben, das landgräfliche Sechstel an Schloß Rockenstuhl und Stadt Geisa, die Pfandschaft von Fulda sind12. 1506 Juli 23 erneuert der Landgraf diese Bestallung13. Hofmeister Landgraf Wilhelms II. 150014, 1501 Dezember 2315, 150216, 1503 September 2817, 1504 April 2918. Zugleich wird seine Frau Sophie als Hofmeisterin bezeichnet19 150020, 150121, 150222 und hatte als solche den Hofstaat der Landgräfin zu betreuen23. Konrad ist Inhaber des Amtes Rauschenberg 1502 März 1124, gibt es aber in diesem Jahre auf25. Auch aus dem Hofmeisteramt wird Konrad auf eigenen Antrag entlassen, dafür aber 1505 März 31 zum Oberamtmann der Niedergrafschaft Katzenelnbogen bestellt. Dabei sagt ihm der Landgraf zu, wenn er (Mansbach) auch dieses Amt aufgeben wolle, ihm dann das Amt Vacha zu übertragen, und, wenn dieses wieder eingelöst würde, eine andere Amtsverschreibung auf 5 Pferde, wie sie Konrad von Wallenstein oder der Marschall Friedrich Trott haben, durch den Kammermeister Rudolf von Waiblingen zu geben. 1506 August 4 erklärt Landgraf Wilhelm, daß er Mansbach, damit er seine Ritterschaft desto stattlicher gestalten kann und zugleich für die ihm (dem Landgrafen) erwiesenen Dienste, Güter im Werte von 1000 fl. versprochen hat, wofür er ihm ein Mannlehen von 40 fl. anweist, das mit 1000 fl. ablösbar ist26. 1506 August 11 setzt ihn der Landgraf als einen seiner Testamentsvollstrecker, bevollmächtigten Statthalter und Vormünder [der Landgräfin Anna und des Landgrafen Philipp] ein; beim Tode des Landgrafen soll er als Oberamtmann in die Niedergrafschaft gehen27. In dieser Stellung ist er nur bis 1505 Dezember 11 nachweisbar28. Amtmann in Vacha 1506 Juli 2329 und noch 1520 Juli 1330. Rat Landgraf Wilhelms II. 1506 Juli 1131; als solcher reitet er 1508 Januar 23 zum Kaiser nach Innsbruck32 und behält auch im Testament Landgraf Wilhelms II. von 1508 Januar 29 seine Stellung als Testamentsvollstrecker und Vormund33, was seine starke Stellung bei Hofe bezeugt. Hierfür bestimmt der Landgraf ihm und den anderen Vormündern für die Zeit der Vormundschaft ein zimlichen jarsolt us der camern Cassel odir Marpurg ... Daruber sollen sie sich auch anderer fursten und hern dinst- und ratgelts entschlaen und auch kein geschenke noch vererunge ... nemen odir nemen lassen34. Der Landgraf bestimmt ferner, daß Mansbach und der hessische Erbmarschall Hermann Riedesel stets am Hofe bei der Landgräfin sein sollen35. 1508 November 2 wird Mansbach zum Oberamtmann der Obergrafschaft Katzenelnbogen bestellt36 und erhält hierfür 60 fl. Dienst- und Fleischgeld, 6 Fd. Wein, einmal jährlich Hofkleidung, 48 MI. Korn Mainzer Maß, 240 MI. Hafer Oppenheimer Maß, 60 Gänse, 200 Hühner, 50 Schafskäse, Eichelmast für 50 Schweine, die Fischwasser zu Trebur und Astheim und Kost und Lohn für alle, die er von amtswegen hält, wobei ein Priester 1 Fd. Wein, 8 MI. Korn und 5 fl. Fleischgeld und alle anderen je 4 Ohm Wein, 8 MI. Korn und 5 fl. Fleischgeld erhalten sollen. Reisiger Schaden wird Konrad ersetzt, 20 fl. erhält er für die Aufsicht über das gesamte Wildpret, dazu Rauhfutter für sein Pferd und 8 Kühe. Von diesen Vergütungen werden die 50 fl. Ratsgeld Konrads nicht betroffen, die erhält er weiter. – Nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. gehört er zu den hinterlassenen Kasseler Hofräten37, ist Rat der Landgräfin Anna 1509 Juli 2038, 1510 September 1139 und wird als solcher 1509 von den hessischen Ständen trotz heftigen Widerstandes der Landgräfin vom Regiment mit der Begründung, er sei Ausländer, ausgeschlossen40, wobei man ihm außerdem vorwirft, daß er das Hauptamt, das er in der Niedergrafschaft innehatte, unbestellt gelassen habe41. Er tritt der Treysaer Einung der Landgräfin Anna mit den hessischen Ständen von 1514 Februar 10 bei42 und ist 1518 Oktober 10 (neben Hermann Rump von der Wenne) Verweser zu Marburg43, Gesandter auf dem Augsburger Reichstag dieses Jahres44 und Rat Landgraf Philipps 1518 Oktober 2945, 1525 April 22 ist er tot46. – Mansbach gehört in den schweren Auseinandersetzungen des hessischen Fürstenhauses mit seinen Ständen neben dem Erbmarschall Hermann Riedesel und dem Rat Balthasar Schrautenbach zu den zuverlässigsten Helfern und Stützen des Fürstenhauses.

Nachweise

Fußnoten

  1. Als solcher zuerst 1491 Dezember 8 genannt (siehe Anm. 7).
  2. Glagau, Landtagsakten S. 53.
  3. Kopiar 436 S. 195 ff.
  4. Becker, Die Riedesel II Nr. 1317.
  5. Kopiar 436 S. 680. Vgl. auch: Schannat, Historia Fuldensis II S. 78. Vorgänger Konrads im fuldischen Marschallamt war Stamme von Schlitz gen. Görtz 1474 April 21 (Kopiar 436 Nr. 99), Nachfolger Simon von Schlitz gen. Görtz 1489 Februar 23 (Kopiar 436 S. 530 ff.).
  6. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/12 Bl. 162). Nach Kothe, Der fürstliche Rat in Württemberg S. 118 wurde er 1491 Juli 4 auch zum Württembergischen Rat bestellt. Pfeilsticker, Neues württembergisches Dienerbuch führt ihn in Bd. I § 1129 auf als: von Manspach, Konrad, zu Nürnberg 1491 Ulrici, noch 1494.
  7. Best. 2 II Landgrafenhaus, Personalia.
  8. Best. 2 V Landesverwaltung, Dienersachen.
  9. Senckenberg, Sammlung der Reichsabschiede II S. 37.
  10. Urkk., Stiftsarchiv Fulda.
  11. Rechn. I, Bilstein (30/1 Bl. 104).
  12. Urkk., Gen.-Rep. Mansbach.
  13. Urkk., Gen.-Rep. Rockenstuhl. Zwar wurde 1508 Oktober 3 Melchior von der Tann (siehe dort) zum Amtmann in Vacha bestellt, doch behielt Mansbach einen Teil der Amtseinkünfte.
  14. Rechn. I, Marburg (77/2 Bl. 46v.).
  15. Urkk., Samtarchiv Nachtr. 3, 25.
  16. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/6 Bl. 19).
  17. Rechn. I, Borken (34/27 Bl. 28v.).
  18. Rechn. I, Butzbach (36/5d Bel.).
  19. Wie aus den Verhandlungen des Kasseler Landtages vom März 1514 hervorgeht, scheint es öfters vorgekommen zu sein, daß die Hofmeister ihre Frauen mit bei Hofe hatten und diese dort in der Funktion von Hofmeisterinnen tätig waren (Glagau, Landtagsakten S. 293). Vgl. dazu auch unter Heinrich von Gittelde und seiner Frau. In diesem Fall spricht für eine Funktion Sophies als Hofmeisterin auch der Umstand, daß sie 1501 einmal als amptfrauwe bezeichnet wird (Rechn. I, Rauschenberg (86/10 Bl. 5).
  20. Rechn. I, Felsberg (47/3 Bl. 29).
  21. Rechn. I, Rauschenberg (86/10 Bl. 5).
  22. Rechn. I, Rauschenberg (86/11 Bl. 20).
  23. Der Hofstaat der Landgräfin dürfte durch die Opfergeldliste des Marburger Rentmeisters von 1504 (Rechn. I, Marburg 77/5 Bl. 65) erfaßt sein. Sie lautet: 1 fl. der grafin von Glichen – ½ fl. der hoifmeisterin – 8 alb. der Beymelburgirn – 8 alb. noch der Beymelburgirn – 8 alb. Meysenboge – 8 alb. Dalwig – 8 alb. der Hondelshusern – 8 alb. der Birgelern – 8 alb. der Truschen – 8 alb. der Witers – 8 alb. der marschelckin [Trott] – 8 alb. der hoifmeistern tochter – 4 alb. der camermait – 4 alb. Kathrin m. g. h. tochter – 4 alb. der kinderfrauen – 4 alb. der alten camermait – 4 alb. der hoifmeistern mait – 4 alb. [Magdalena] m. g. h. tochter seliger – 2 alb. dem zwerch – 2 alb. Clois dorn.
  24. Kopiar 13 Nr. 118.
  25. Siehe Gottfried von Treisbach.
  26. Kopiar 13 Nr. 230.
  27. Urkk., Landgräfliche Testamente.
  28. HStA. Wiesbaden Abt. 11 Urkk. Nr. 669 und Abt. 302 Nr. 14. – Vgl. auch StA. Marburg, Extradenda Wiesbaden zu 1505 November 4.
  29. Urkk., Gen-Rep. Rockenstuhl.
  30. Gundlach III S. 164. – 1513 Mai 5 verkauft Abt Johann von Fulda an Konrad eine Rente von 20 fl. aus dem unverpfändeten stift-fuldischen Sechstel an Vacha für 400 fl. (Kopiar 438 Nr. 410). – Für Auslagen beim Schloßbau zu Vacha erhalten Konrad und Melchior von der Tann 1515 Februar 3 vom hessischen Kammerschreiber 120 fl. und 6 Vt. Korn (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 13a/5b Bel.).
  31. Rechn. I, Bilstein (31/4 Bel.).
  32. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (Kasten 17 Nr. 17).
  33. Glagau, Landtagsakten S. 4.
  34. Ebd. S. 7.
  35. Ebd. S. 10.
  36. Abdruck der Bestallungsurkunde bei Gundlach II Nr. 24 (aus dem Samtarchiv).
  37. Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel. zu 1509 Juli 12). – 1509 Juli 21 unterschreibt er: Wylent unsers gn. h. von Hessen etc. loblicher gedechtnis verlassen hofrethe Konrat von Manspach (Rechn. I, Gießen 51/10 Bel.).
  38. Glagau, Landtagsakten S. 24. – Im November 1509 begleitet er Landgräfin Anna auf den Mühlhäuser Schiedstag mit 6 Pferden (Rechn. I, Lichtenau 72/2 Bl. 16).
  39. Glagau, Landtagsakten S. 125.
  40. Ebd. S. 57, 71, 90.
  41. Ebd. S. 91.
  42. Ebd. Nr. 78.
  43. Gundlach III S. 164.
  44. Ebd.
  45. Glagau, Landtagsakten Nr. 218.
  46. Siehe Anm. 43.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

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