Lugelin, Hermann
belegt seit
18.7.1460 gestorben
vor 7.1494 Beruf
Hofmeister, Marschall, Amtmann, RatFamilie
Verwandte
- Tann, Ludwig von der <Stiefsohn>
- Tann, Simon von der <Stiefsohn>
- Boyneburg, Ludwig von <Enkel>, * 1466, † Felsberg 1537, Landeshofmeister, Hofrichter, Statthalter, Rat, Landvogt
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Lugelin1, Hermann, sitzt 1460 Juli 18 auf der Kraienburg2. Hofmeister Landgraf Ludwigs II. 1462 August 73 bis 1466 Anfang Dezember4. Ist 1467 April 35 und 1468 Mai 36 Marschall Herzog Wilhelms von Sachsen, wohl auch noch 1471 September 127. 1475 wird er als dessen Amtmann und Rat bezeichnet8. In dieser Zeit übernimmt er von seinem Neffen Hermann (III.) und Georg Riedesel die Kraienburg als sächsisches Lehen, die diese jedoch vor 1482 Juli 14 zurückerwerben9. 1481 November 12 stimmt Landgraf Heinrich III. als Vormund der Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II. zu, daß die Brüder Hermann und Georg Riedesel ihr Schloß Ludwigseck an ihren Oheim Hermann Lugelin für 1237 fl. verkaufen10. 1483 Juni 9 löst Landgräfin Mechthild Ludwigseck für 1166 fl. von Lugelin ein11. Kurz darauf wird er als Amtmann von Vacha bezeichnet12, denn 1483 Januar 10 hatte ihm Abt Johann von Fulda das halbe Drittel an Vacha verpfändet für 500 fl., für die es Eberhard von Buchenau innegehabt hatte13. 1483 Oktober 30 bestellt Landgraf Wilhelm I. Lugelin zum unberechneten Amtmann des hessischen Teiles an Vacha, wie ihn bis dahin die von Bibra innegehabt (veramptet, gebrucht und genossen) haben14. Nach seinem Tode sollen ihm darin seine Stiefsöhne Simon und Ludwig von der Tann folgen, bis das Amt von ihnen vom Landgrafen mit 200 fl. wieder eingelöst wird. L. soll alsbald die Verschreibung Landgraf Ludwigs II. für Hans von der Tann über die 400 fl. auf das Amt Vacha zurückgeben15. 1483 September 25 bekundet Abt Johann von Fulda, daß ihm Hermann 1000 fl. geliehen hat, um Gerstungen vom Fürsten von Sachsen auszulösen, und setzt ihm dafür bei fristgerechter Rückzahlungsversäumnis ein Drittel an Schloß und Amt Rockenstuhl zum Pfand16. Am 12. November d. J. teilt der Abt der Stadt Vacha mit, daß er nach dem Tode des dortigen Kellereiverwalters Heinrich Murhart die Kellerei seinem Rat Hermann Lugelin übertrage17. Rat Wilhelms I. 1483 August 25/2618 und 1484 August 2619. Gehört jedoch als Amtmann in Vacha bereits 1487 Mai 16 zu den von Landgraf Wilhelm I. gestellten Vermittlern der Landesteilung Niederhessens mit Landgraf Wilhelm I.20. 1488 April 22 bekundet Landgraf Wilhelm I., daß seine Gemahlin Anna die hessischen Lehen Lugelins nach dessen Tod erhalten soll21. Rat und Amtmann Landgraf Wilhelms II. 1490 Februar 2722 und 1492 September 2523, 1490 Juli 8 und 1492 März 1924 ist er einer der Statthalter Landgraf Wilhelms II. in Kassel und 1490 Dezember einer der Parteigänger des Hofmeisters Rabe von Herda in dessen Verhandlungen mit dem mainzischen Hofmeister Thomas Rüdt von Collenberg wegen eines Ausgleichs zwischen Hessen und Mainz25. Als Rat und Amtmann Landgraf Wilhelms II. zuletzt genannt 1494 März 826; gestorben vor Juli 149427.
Lugelin1, Hermann, sitzt 1460 Juli 18 auf der Kraienburg2. Hofmeister Landgraf Ludwigs II. 1462 August 73 bis 1466 Anfang Dezember4. Ist 1467 April 35 und 1468 Mai 36 Marschall Herzog Wilhelms von Sachsen, wohl auch noch 1471 September 127. 1475 wird er als dessen Amtmann und Rat bezeichnet8. In dieser Zeit übernimmt er von seinem Neffen Hermann (III.) und Georg Riedesel die Kraienburg als sächsisches Lehen, die diese jedoch vor 1482 Juli 14 zurückerwerben9. 1481 November 12 stimmt Landgraf Heinrich III. als Vormund der Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II. zu, daß die Brüder Hermann und Georg Riedesel ihr Schloß Ludwigseck an ihren Oheim Hermann Lugelin für 1237 fl. verkaufen10. 1483 Juni 9 löst Landgräfin Mechthild Ludwigseck für 1166 fl. von Lugelin ein11. Kurz darauf wird er als Amtmann von Vacha bezeichnet12, denn 1483 Januar 10 hatte ihm Abt Johann von Fulda das halbe Drittel an Vacha verpfändet für 500 fl., für die es Eberhard von Buchenau innegehabt hatte13. 1483 Oktober 30 bestellt Landgraf Wilhelm I. Lugelin zum unberechneten Amtmann des hessischen Teiles an Vacha, wie ihn bis dahin die von Bibra innegehabt (veramptet, gebrucht und genossen) haben14. Nach seinem Tode sollen ihm darin seine Stiefsöhne Simon und Ludwig von der Tann folgen, bis das Amt von ihnen vom Landgrafen mit 200 fl. wieder eingelöst wird. L. soll alsbald die Verschreibung Landgraf Ludwigs II. für Hans von der Tann über die 400 fl. auf das Amt Vacha zurückgeben15. 1483 September 25 bekundet Abt Johann von Fulda, daß ihm Hermann 1000 fl. geliehen hat, um Gerstungen vom Fürsten von Sachsen auszulösen, und setzt ihm dafür bei fristgerechter Rückzahlungsversäumnis ein Drittel an Schloß und Amt Rockenstuhl zum Pfand16. Am 12. November d. J. teilt der Abt der Stadt Vacha mit, daß er nach dem Tode des dortigen Kellereiverwalters Heinrich Murhart die Kellerei seinem Rat Hermann Lugelin übertrage17. Rat Wilhelms I. 1483 August 25/2618 und 1484 August 2619. Gehört jedoch als Amtmann in Vacha bereits 1487 Mai 16 zu den von Landgraf Wilhelm I. gestellten Vermittlern der Landesteilung Niederhessens mit Landgraf Wilhelm I.20. 1488 April 22 bekundet Landgraf Wilhelm I., daß seine Gemahlin Anna die hessischen Lehen Lugelins nach dessen Tod erhalten soll21. Rat und Amtmann Landgraf Wilhelms II. 1490 Februar 2722 und 1492 September 2523, 1490 Juli 8 und 1492 März 1924 ist er einer der Statthalter Landgraf Wilhelms II. in Kassel und 1490 Dezember einer der Parteigänger des Hofmeisters Rabe von Herda in dessen Verhandlungen mit dem mainzischen Hofmeister Thomas Rüdt von Collenberg wegen eines Ausgleichs zwischen Hessen und Mainz25. Als Rat und Amtmann Landgraf Wilhelms II. zuletzt genannt 1494 März 826; gestorben vor Juli 149427.
Nachweise
Fußnoten
- Landau, Ritterburgen II S. 195 nennt ihn Lugel, eine Form, die mir nicht begegnet, aber möglich ist. Er bezeichnet ihn hier als Großvater des späteren Landhofmeisters Ludwig von Boyneburg. ↑
- Rechn. I, Vacha (111/10 Bl. 3v.): dorthin gehen Schreiben Landgraf Ludwigs II. an ihn. ↑
- Rechn. I, Felsberg (46/12 Bl. 34). ↑
- Rechn. I, Felsberg. – Sein Knecht hieß 1465 Heinebach (Rechn. I, Vacha 111/13 Bl. 5v.). ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 1015. ↑
- Ebd. Nr. 1050. ↑
- Ebd. Nr. 1128. ↑
- Diemar, Hessen und Köln (MOHG NF 8, 1899) S. 76 Nr. 195. ↑
- Becker a. a. O. Nr. 1356. 1483 Dezember 6 verkauft Hermann Riedesel die Kraienburg an die Herzöge Ernst und Albrecht von Sachsen für 5000 fl. (ebd. Nr. 1382). ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Ludwigseck. ↑
- Ebd. Sie gesteht hierin Hermann Riedesel das Recht zu, Ludwigseck für den gleichen Betrag wiederum von ihr einzulösen. ↑
- Rechn. I, Vacha (112/31 Bel. zu 1483 September 13). – Desgl. 1483 September 16 (Urkk., Gen-Rep. Melsungen). ↑
- Urkk., Abschriften, Fulda. ↑
- Kopiar 7 Nr. 6. ↑
- Urkk., Gen-Rep. Vacha. Siehe auch unter Simon von der Tann. ↑
- Kopiar 436 S. 735 ff. ↑
- Ebd. S. 743. ↑
- Rechn. I, Eschwege (44/15 Bl. 11): er ist mit Marschall, Kanzler, Hofmeister und Räten im landgräflichen Dienst auf einem Tag zu Abterode in einer Grenzirrungsfrage tätig und wird hier ausdrücklich Rat genannt. ↑
- Gundlach III S. 161. ↑
- Best. 2 II Landesherrschaft: Landgrafen Wilhelm I., II. ↑
- Kopiar 11 Nr. 49. ↑
- Gundlach a. a. O., zitiert das Lehenbuch Landgraf Wilhelms II. (= Kopiar L 5). ↑
- Kopiar 6 Nr. 4/44. ↑
- Ebd. Nrr. 13/3 und 4/29. ↑
- Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Mainz. ↑
- Kopiar L 5 Bl. 159. ↑
- Rechn. I, Rotenburg (91/6 Bl. 18): hier wird seine Witwe erwähnt. ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 11
- HStAM Bestand K Nr. 6
- HStAM Bestand K Nr. 7
- HStAM Bestand K Nr. 436
- HStAM Bestand L Nr. 5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 111/10
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 112/31
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 44/15
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 46/12
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 111/10
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 111/13
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 91/6
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 538 f., Nr. 1932
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 161
- Landau, Die hessischen Ritterburgen und ihre Besitzer, Bd. 2, Kassel 1833
- Diemar, Hessen und die Reichsstadt Köln im 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 8 (1899), S. 1-186
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 2: Riedeselisches Urkundenbuch 1200 bis 1500, Offenbach am Main 1924
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Zitierweise
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„Lugelin, Hermann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21511_lugelin-hermann> (aufgerufen am 19.04.2026)
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