Löwenstein, Eitel von

 
belegt seit
2.1486
gestorben
10.1.1534
Beruf
Marschall, Rat, Amtmann, Beisitzer

Familie

Vater

Löwenstein, Gottfried von

Partner

Rehen, Juliane von

Verwandte

  • Löwenstein, Johann von <Bruder>
  • Löwenstein, Hermann von <Bruder>, † 19.9.1534

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Löwenstein (= Eitel von Löwenstein)1, macht Anfang Februar 1486 zusammen mit dem Hofmeister Landgraf Wilhelms III. für diesen Quartier in Frankfurt zum kaiserlichen Tage2. Im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1489 September3, desgl. 1491 August/September mit 3 Pferden4. 1491 Dezember 21 quittiert er Landgraf Wilhelm III. über die 20 fl. Dienstgeld, die er von ihm zusammen mit seinem Bruder Johann erhält5. Im Dienst Landgraf Wilhelms III. auch 1496 September6, den er im August 1497 mit 4 Pferden zu Brautbesuch und Turnier nach Heidelberg begleitet7. 1498 November 78 und 1503 Dezember 69 wird er Marschall von Löwenstein genannt. Rat Landgraf Wilhelms II. 1500 September 110. Amtmann zu Gemünden a. d. Wohra 1501 Juni 1711. Beisitzer am Hofgericht 1501 Juni 1712, 1502 September 2913. Hessischer Marschall 1509 Januar 20/2214. Landmarschall zu Hessen 1510 Januar 1515, 1512 Juli 2716 und noch 1514 April 1217. Alter Marschall 1514 Oktober 2018, Gehört nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. zur Adelsopposition gegen dessen Witwe Landgräfin Anna die Jüngere und ist einer der landständischen Abgesandten, der ihr 1509 Oktober 5 von der Errichtung der Regentschaft Mitteilung macht19. Seitdem einer der Regenten20; tritt jedoch vor August 1513 (zusammen mit dem Marburger Komthur und Mitregenten Dietrich von Cleen)21 wegen der eigenmächtigen Regierungsweise des Landhofmeisters Ludwig von Boyneburg zu ihm und der Regentschaft in Opposition22, gehört daher schon Ende d. J. zu den Parteigängern der Landgräfin Anna (gegen die übrigen Regenten)23 und erscheint auf dem großen Kasseler Landtag von Anfang März 1514, auf dem die Landgräfin und ihre Ratgeber mit den Regenten abrechnen, auf Seiten der Landgräfin Anna24. Er wird daher nach dem Sturz der Regenten durch die Landgräfin mitverordneter Rat und erscheint in dieser Funktion zuerst 1514 März 28 und zuletzt 1517 Januar 2425. Er ist in dieser Zeit an allen wichtigeren Regierungshandlungen beteiligt und begleitet die Landgräfin auch zu den Verhandlungen im Vormundschaftsstreit über Landgraf Philipp mit den sächsischen Herzögen vor den Kaiser nach Augsburg, im April/Mai 151526. Er schwenkt dann jedoch abermals zur Adelsopposition über und wird daher 1518 als Rat entlassen27, da er zu jener Adelsgruppe gehört, die über den Kopf des Landgrafen und seiner Mutter Anna hinweg den Darmstädter Vertrag mit Franz von Sickingen schließt und sich 1520 als Bürge für Sickingen zum Einlager stellt, als der Landgraf diesen Vertrag nicht anerkennt28. Auf dem Wormser Reichstag 1521 befindet er sich aber wieder im Gefolge des Landgrafen29. 1518 ist er Gewerke der Grube St. Anna zu Münster bei Butzbach30. Er starb 1534 Januar 10, wie auf seinem Epitaph im Kreuzgang des Fritzlarer Doms angegeben ist31.

Nachweise

Fußnoten

  1. Vgl. Schunder, von Löwenstein I S. 199 ff., der ihn ausführlich behandelt. Er war mit Juliane von Rehen verheiratet.
  2. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/7 Bl. 66).
  3. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/12 Bl. 48, 49v.).
  4. Rechn. I, Spangenberg (100/2 Bl. 42 ff.).
  5. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (4/8 Bel.).
  6. Rechn. I, Borken (34/25 Bl. 8).
  7. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/8 Bl. 12).
  8. Rechn. I, Borken (34/26 Bl. 17, 27v.).
  9. Rechn. I, Frankenberg (48/16 Bl. 6).
  10. Rechn. I, Wolfhagen.
  11. Franz, Haina II Nr. 1231.
  12. Ebd.
  13. Rechn. I, Marburg (77/4 Bl. 113): er erhält vom Rentmeister 6 fl. vor sin sult des hofgerichts.
  14. Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel.). – Im November 1509 ist der junge Eitel von Löwenstein am Hofe Landgraf Wilhelms I. in Spangenberg (ebd. 103/8 Bl. 21v.).
  15. Urkk., Personalia der Landgrafen. – Vgl. Rechn. I, Ziegenhain (122/3 Bel. zu 1510 Juli 22/23). 1510 August 29 wird des Marschalls Diener Georg ebd. erwähnt.
  16. Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12c/2 Bel.). Er quittiert über einen Jahressold von 200 fl. (die ihm als Regenten zustanden).
  17. Ebd. 13/1b Bel.
  18. Ebd. 11/10 Bl. 22v.
  19. Glagau, Landtagsakten S. 45.
  20. Ebd. S. 46 Anm.
  21. Siehe dort.
  22. Glagau, Landtagsakten S. 168, 258 f.
  23. Ebd. S. 174 Anm.
  24. Ebd. Nr. 113.
  25. Gundlach III S. 158 (nach einer Adresse).
  26. Glagau, Landtagsakten S. 442 ff.
  27. Ebd. S. 538 f.
  28. Schunder, von Löwenstein S. 210 f.
  29. Gundlach III S. 158 (nach der Wormser Präsenzliste).
  30. Best. 257, Fragmenta actorum des Hofegerichts Bd. XXXIX Nr. 51. Weiteren Grubenbesitz weist Schunder I S. 213 für Eitel und seinen Bruder Hermann für 1519 und 1533 nach.
  31. Vgl. Th. Niederquell, Die Deutschen Inschriften Bd. 14, Die Inschriften der Stadt Fritzlar (1974) S. 58 f., der das Epitaph abbildet, das allerdings eine so jugendliche Gestalt zeigt, daß es schwer wird, sie mit der Person des Marschalls zu identifizieren, der damals ein betagter Mann gewesen sein muß. Es kann sich jedoch nicht um den in Anm. 13 genannten Eitel von Löwenstein den Jüngeren handeln, da dieser nach Schunder III Tf. 1 als Sohn Gottfrieds von 1534–40/46 als Löwenstein zu Löwenstein vorkommt. – Die Aufstellung des Epitaphs Eitels d. Ä. im Fritzlarer Dombereich, obwohl die Löwensteins seit 1528 eine erklärte protestantische Familie waren (Schunder I S. 212) erklärt sich daraus, daß Eitels Bruder Hermann von 1497 bis 1534 September 19 (Todestag) Kanoniker zu Fritzlar war. Die Angabe Schunders III Tf. 3, daß das Grabmal in Kloster Haina sei, ist ein Versehen, richtig ist der Text I S. 214, während umgekehrt das hier verzeichnete Todesjahr 1535 auf der Stammtafel III, 3 richtig mit 1534 angegeben ist.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Löwenstein, Eitel von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21467_loewenstein-eitel-von> (aufgerufen am 13.04.2026)

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