Schilling, Sebastian
belegt seit
15.7.1502 belegt bis
1521 Beruf
Jurist, Rat, Diener, Kanzler Titel
Dr. jur. utr. GND-Explorer
1388746026Wirken
Werdegang
- 1502 Rat Landgraf Wilhelms II.
- 1506 Beisitzer am Hofgericht in Marburg
- 17.5.1507 Rat im Kanzleigericht in Kassel
- 1509 für sechs Jahre als Rat und Diener bestellt
- während der Vormundschaftsregierung der Landgräfin Anna und der Regenten stand er auf der Seite der Landgräfin, wurde 1509 ihr Rat
- 1511-1518 in Hessen nicht nachweisbar
- 20.2.1518 erneut Rat von Haus aus
- 1521 als Ritter Dr. Sebastian Schilling, bayerischer Pfleger in Moosburg, auf dem Wormser Reichstag
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Dr. beider Rechte, im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1502 Juli 151, sein Rat 1502 Dezember 292, 1506 Juli 73. Beisitzer am Hofgericht 1506 September 224, 1507 Juni 225. 1507 Mai 17 Rat im Kanzleigericht zu Kassel6, 1508 Mai 6 bezeichnet ihn Landgraf Wilhelm II. sogar als seinen Kanzler7, obwohl dieses damals Dr. Johann Engellender war8. 1509 Januar 23 wird Schilling wiederum auf sechs Jahre zum Rat und Diener bestellt9. Seit 1509 Juli 28 ist er als Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren bezeugt10. Als ihm der Kanzler Dr. Engellender [wiederum] eine Stelle beim Hofgericht in Marburg anbietet und er die Annahme von der Zustimmung der Landgräfin Anna der Jüngeren abhängig macht, gerät er mit den Regenten in Streit11, zumal sie ihm auch vorwerfen, mit Hilfe Graf Philipps von Waldeck, verräterischer Weise versucht zu haben, die Stadt Kassel während der Verhandlungen der Stände am Spieß im Juli 1509 auf die Seite der Landgräfin Anna der Jüngeren zu ziehen12. Im Februar 1510 erklärt er sich bereit, Herzog Georg von Sachsen als Kanzler in Friesland zu dienen13, bleibt jedoch weiterhin Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren14, obwohl er sich dadurch einen noch größeren Haß der Regenten zuzieht15. Er scheint dem gewichen zu sein, denn von 1511 bis 1518 ist er nicht mehr in Hessen nachzuweisen, doch erhält er 1518 Februar 20 eine neue Bestallung als Rat (von Haus aus)16. 1521 erscheint Ritter Dr. Sebastian Schilling, bayrischer Pfleger zu Moosburg, auf dem Reichstag zu Worms17. Seine Frau war in Kassel im Kloster Ahnaberg gestorben und lag dort begraben, wofür Schilling 1523 März 9 eine Seelenmesse stiftete und die Anfertigung eines Leichensteins nach übersandten Modell erbat18.
Dr. beider Rechte, im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1502 Juli 151, sein Rat 1502 Dezember 292, 1506 Juli 73. Beisitzer am Hofgericht 1506 September 224, 1507 Juni 225. 1507 Mai 17 Rat im Kanzleigericht zu Kassel6, 1508 Mai 6 bezeichnet ihn Landgraf Wilhelm II. sogar als seinen Kanzler7, obwohl dieses damals Dr. Johann Engellender war8. 1509 Januar 23 wird Schilling wiederum auf sechs Jahre zum Rat und Diener bestellt9. Seit 1509 Juli 28 ist er als Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren bezeugt10. Als ihm der Kanzler Dr. Engellender [wiederum] eine Stelle beim Hofgericht in Marburg anbietet und er die Annahme von der Zustimmung der Landgräfin Anna der Jüngeren abhängig macht, gerät er mit den Regenten in Streit11, zumal sie ihm auch vorwerfen, mit Hilfe Graf Philipps von Waldeck, verräterischer Weise versucht zu haben, die Stadt Kassel während der Verhandlungen der Stände am Spieß im Juli 1509 auf die Seite der Landgräfin Anna der Jüngeren zu ziehen12. Im Februar 1510 erklärt er sich bereit, Herzog Georg von Sachsen als Kanzler in Friesland zu dienen13, bleibt jedoch weiterhin Rat der Landgräfin Anna der Jüngeren14, obwohl er sich dadurch einen noch größeren Haß der Regenten zuzieht15. Er scheint dem gewichen zu sein, denn von 1511 bis 1518 ist er nicht mehr in Hessen nachzuweisen, doch erhält er 1518 Februar 20 eine neue Bestallung als Rat (von Haus aus)16. 1521 erscheint Ritter Dr. Sebastian Schilling, bayrischer Pfleger zu Moosburg, auf dem Reichstag zu Worms17. Seine Frau war in Kassel im Kloster Ahnaberg gestorben und lag dort begraben, wofür Schilling 1523 März 9 eine Seelenmesse stiftete und die Anfertigung eines Leichensteins nach übersandten Modell erbat18.
Nachweise
Fußnoten
- Rechn. I, Rotenburg (92/3 Bl. 57v.). ↑
- Best. 2 TV Auswärtige Beziehungen: Braunschweig-Wolfenbüttel. ↑
- Rechn. I, Ziegenhain (121/3 Bl. 45v.): als myns gn. h. rethe, der hoifmeister, der cantzeler, doctor Rulandt und doctor Schilling ... von dem gehaltstage von Mentz quamen. ↑
- Hofgerichtsprotokoll. ↑
- Ebd. ↑
- Kopiar 59 II Nr. 26. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 18. ↑
- Siehe dort. ↑
- Urkk., Samtarchiv Nachtr. 0, 411. Sein zu 1507 Februar 22 überliefertes Signet (ebd. 0, 378) zeigt im Schild eine Kanne mit Fuß, Ausguß, Henkel und Griff. ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 36 Anm. 1. ↑
- Ebd. S. 55, 59. ↑
- S. ebd. S. 66. ↑
- Ebd. S. 98. ↑
- Ebd. S. 117, 128, 140. ↑
- Ebd. S. 125: sie stellen ihn mit Konrad v. Mansbach und Balthasar Schrautenbach auf eine Stufe. ↑
- Kopiar 132 Bl. 17. ↑
- Gundlach III S. 238. ↑
- Schultze, Kasseler Klöster Nr. 562. ↑
Quellen
Literatur
- Wannagat (Hrsg.), Kassel als Stadt der Juristen (Juristinnen), Köln u. a. 1990, S. 501.
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 758, Nr. 2670.
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
- Schultze, Klöster, Stifter und Hospitäler der Stadt Kassel und Kloster Weißenstein, Marburg 1913
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 238
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Schilling, Sebastian“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/21027_schilling-sebastian> (aufgerufen am 22.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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