Hundelshausen, Philipp von

 
belegt seit
4.2.1455
belegt bis
11.9.1489
Beruf
Hofmeister, Rat, Amtmann, Anwalt
GND-Explorer
1395647275

Familie

Verwandte

Hundelshausen, Jost von <Sohn>, belegt 7.11.1463–9.7.1499, Truppenangehöriger, Siegler, Bürge

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Wird von Küch gleichgesetzt mit dem zu 1455 Februar 4 erwähnten unsers gnedigen jungen hern hobemeister1, zumal 1455 April 29 beide hobemeistere erwähnt werden2. 1457 Dezember 18 quittiert Philipp dem Landgraf Ludwig II. über den Ersatz seines Pferdeschadens3. Hofmeister zu Kassel vielleicht schon 1458 Oktober 214 und November 245, sicher 1459 März 286. Beide Hofmeister, Hermann Lugelin und Philipp von Hundelshausen, werden 1463 März genannt7. Hofmeister der Landgräfin 1464 März 98, im Amte noch 1470 Januar 109. Rat Landgraf Ludwigs II. 1460 Januar 610 und noch 1471 Mai 611. Ostern 1462 folgt er Berthold von Dörnberg als Amtmann zu Bilstein12, zieht aber 1463 April 22 von dort wieder ab13; erhält dann das Amt Sontra, das Landgraf Ludwig II. 1468 April 29 von ihm zurücknimmt14, stattdessen bekommt Philipp das Amt Reichenbach15, behält aber das Hofmeisteramt gleichwohl bei16. Amtmann zu Reichenbach-Lichtenau 147217, 147418. In diesem Jahr entrichtet ihm der Lichtenauer Rentschreiber aus den dortigen Amtsgefällen: je 50 Vt. Korn und Hafer auf Abschlag (vor sinen abescheidt), weitere 80 Vt. Hafer, für die Mast je 6 Vt. Korn und Hafer, als Braufrucht 30 Vt. Dinkel und für 20 Vt. Hopfen 9 Pfd. weniger 4 Böhmische, für Hufbeschlag 4 fl., für Fastenspeise 3 fl., 40 Michaels- und 40 Fastnachtshühner, 2 Gänse, 10 Steigen (= 200 Stück) Eier, 3 Scheffel Erbsen und 10 Schafskäse19. Im Amt Reichenbach belegt 147620, 147821, 148022 bis 1483 Februar 2223, Seitdem ist er als Pfandinhaber wieder Amtmann zu Bilstein, nachdem er als landgräflicher Rat z. Zt. der Vormundschaft Landgraf Heinrichs II. [für die Landgrafen Wilhelm I. und Wilhelm II.] 400 fl. Ausgaben hatte, die er auf Bitten um 200 fl. ermäßigt hat. Für die restlichen 200 fl. ist ihm Amt und Gericht Reichenbach übertragen worden, die Landgraf Wilhelm I. jetzt wieder an sich genommen hat. Das ihm dafür wieder übertragene Amt Bilstein soll er bis zu seinem Tode innehaben, danach sein Sohn Jost, bis die 200 fl. zurückbezahlt sind24. Das muß bald geschehen sein, denn 1487 Januar 24 wird Philipp von Berlepsch Landvogt an der Werra zu Bilstein aber auch noch im gleichen Jahr alter Amtmann zu Bilstein genannt25. Philipp von Hundelshausen gehört 1467 August 20 zu den „Teilern“ Landgraf Ludwigs II. in den Landesteilungsverhandlungen mit Landgraf Heinrich III. wegen des Amtes Homberg26 und 1469 Juni 23 und 1470 Mai 17 zu den von Landgraf Ludwig II. benannten Schiedsleuten zur Beilegung der Teilungsstreitigkeiten mit Landgraf Heinrich III.27. Rat bzw. Heimlicher auch unter der Vormundschaft Landgraf Heinrichs III. in Niederhessen 1472 Januar 2328 und noch 1482 April 2429. Er ist einer der „Anwälte“ in Kassel 1471–148330 und wird 1484 März 22 als Rat der Landgräfin Mechthild (der Witwe Landgraf Ludwigs II.) bezeichnet31. Rat ihres ältesten Sohnes Landgraf Wilhelms I. schon 1482 Mai 18 und Juni 2532, 1485 Februar 1733 Hofmeister desselben bereits 1474 Juli 2434, 1476 März 2935, 1479 März 2836 und noch 1486 Januar 637. Philipp gehört 1487 Mai 16 zu den Vermittlern der Landesteilung Niederhessens zwischen den Landgrafenbrüdern Wilhelm I. und II. auf Seite des Letzteren38, für den er auch die Erbeinung beider Landgrafen von 1487 Juni 16 bezeugt39. Rat Landgraf Wilhelms II. 1489 August 1740 für den er zusammen mit seinem Sohn Jost noch 1489 September 11 eine Bürgschaft gegenüber dem Schiffenberger Komthur Ewald von Hattenbach übernimmt41. Kurz darauf ist er gestorben42.

Nachweise

Fußnoten

  1. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 65 Anm. 1
  2. Ebd. S. 67. Hierbei handelt es sich 1. um Hermann Meisenbug als Hofmeister Landgraf Ludwigs I. und 2. um Philipp von Hundelshausen als Hofmeister Landgraf Ludwigs II. Zur Zahl der Hofmeister siehe auch unter Hartmann Schleier.
  3. Kopiar 3 Nr. 60.
  4. Rechn. I, Wolfhagen (115/4 Bl. 41).
  5. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 110.
  6. Rechn. I, Eschwege (44/3 Bl. 16).
  7. Rechn. I, Trendelburg (107/1 Bl. 20v. und 107/6 Bl. 22). – 1465 Oktober 28 werden wiederum beide Hofmeister erwähnt (Rechn. I, Melsungen 81/22 Bl. 9).
  8. Rechn. I, Melsungen (81/24 Bl. 5).
  9. So Gundlach III S. 115 nach der Gudensberger Rentereirechnung. – Vgl. auch Rechn. I, Melsungen (82/7 Bl. 15v.). – 1470 Oktober 28 ist von einem neuen Hofmeister die Rede (ebd. Grebenstein 53/4 Bl. 21).
  10. Kopp, Bruchstücke II S. 73 ff.
  11. Gundlach II S. 115 zitiert eine Allendorfer Schultheißenrechnung.
  12. Rechn. I, Bilstein (27/8 Bl. 6v.).
  13. Rechn. I, Bilstein (27/10 Bl. 14v.).
  14. Rechn. I, Sontra (96/7 Bel.).
  15. Rechn. I, Lichtenau (71/1 Bl. 21v).
  16. Zu 1468 Dezember 14 heißt es in Rechn. I, Lichtenau (77/1 Bl. 31v.): gen Rodenberg gesant dorch geheiß unßers foides des hobmeisters 40 vt. hafer. Philipp war also beides zugleich.
  17. Rechn. I, Lichtenau (71/6 Bl. 15v.).
  18. Rechn. I, Lichtenau (71/8 Bl. 11v., 25 u.a).
  19. Ebd.
  20. Ebd. 71/10 Bl 21.
  21. Ebd. 71/11 Bl. 12.
  22. Ebd. 71/12 Bl. 32v.
  23. Kopiar 7 Nr. 2 und Kopiar 11 Nr. 96.
  24. Ebd.
  25. s. Philipp von Berlepsch.
  26. Rechn. I, Homberg/E. (67/31 Bel.).
  27. Urkk., Depositum von Dörnberg. – Kopiar 8 Nrr. 5, 11.
  28. Rechn. I, Gießen (51/6 Bl. 15v.).
  29. Gundlach III S. 115 zitiert eine Ziegenhainer Rentmeisterrechnung.
  30. Gundlach I und II S. 115.
  31. Huyskens, Werraklöster Nr. 691.
  32. Kopiar 9 Nr. 94, Kopiar 15 Nr. 120 und Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/3 Bel.).
  33. Urkk., Familien: Holzsattel.
  34. Rechn. I, Spangenberg (98/1 Bl. 41v.): Er kam mit den Schwarzburgischen Reitern aus dem Heer (im Reichskrieg gegen Herzog Karl den Kühnen).
  35. Rechn. I, Eschwege (44/11 Bl. 29v.).
  36. Rechn. I, Wolfhagen (115/13 Bl. 25v.).
  37. Rechn. I, Spangenberg (99/5 Bl. 48).
  38. Best. 2 III Landesherrschaft: Landgrafen Wilhelm I. und II.
  39. Kopiar 11 Nr. 36.
  40. Kopiar L 5 Bl. 118.
  41. Kopiar L 5 Bl. 5.
  42. Rechn. I, Gudensberg (61/6 Bl. 10v.).

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hundelshausen, Philipp von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/20908_hundelshausen-philipp-von> (aufgerufen am 19.04.2026)

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