Herda, Rabe von
belegt seit
21.5.1462 belegt bis
10.10.1504 Beruf
Diener, Hofmeister, Amtmann, Marschall, Rat, Statthalter, Schiedsmann GND-Explorer
1394653395Wirken
Lebensorte
Sontra
Familie
Vater
Herda, Philipp der Ältere von, belegt 22.2.1443–9.1484 Marschall, Küchenmeister
Mutter
Weilnau, Else von
Partner
Hutten, Katharina gen. Käthe von
Verwandte
- Herda, Mangold von <Bruder>, belegt 13.2.1490–22.1.1516, Amtmann
- Herda, Philipp der Jüngere von <Onkel>, belegt 1485–26.4.1491, Diener, Rat, Landdrost
- Herda, Mechthild von <Tochter>
- Boyneburg, Ludwig von <Schwiegersohn>, * 1466, † 1537 Felsberg, Hofrichter, Statthalter, Rat, Landvogt
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Sohn Philipps des Älteren, nimmt 1462 Mai 21 zusammen mit Landgraf Ludwig II. und zahlreichen seiner Amtleute und Diener an einer Kindtaufe des Trendelburger Amtmanns Hans von Stockhausen teil1, verliert im Sommer 1462 bei der Belagerung und Eroberung von Hofgeismar ein Pferd2, im Dienst Landgraf Ludwigs II. 1462 Oktober 283. 1467 Februar 22 verpfändet ihm Abt Reinhard von Fulda Schloß und Amt Bieberstein4. 1470 Oktober 29 wird der neue Hofmeister genannt5. Hofmeister und Amtmann zu Sontra 1471 April 246. Marschall 1472 März7, 1473 März/ April8. Amtmann zu Sontra 1475 August 179. 1479/80 ist er in die üblen Auseinandersetzungen zwischen Abt Hermann von Boyneburg von Kloster Hasungen und dem ehemaligen Hasunger Abtsschreiber Johann Wolmeringhausen verwickelt10. Rat Landgraf Wilhelms I. 1482 Mai 1811, 1484 Februar 312, den er 1491 April 10 ins Heilige Land begleitet13, ist jedoch 1491 November 8 wieder im Lande14. 1487 Mai 16 ist er einer der Vermittler der Landesteilung Niederhessens zwischen den Landgrafen Wilhelm I. und II. auf Seiten Landgraf Wilhelms II.15. Dessen Rat 1487 Oktober 1216 und noch 1504 Oktober 1017. Amtmann zu Sontra 1483 Juni 918 und zu Sontra und Reichenbach 1487 Oktober 919 und noch 1513 November 1620. Gehört 1490 Juli 121, 1491 April 3022 und 1492 März 1923 zu den Statthaltern Landgraf Wilhelms II. in Kassel und ist in dieser Zeit auch sein Hofmeister gewesen24. 1496 Oktober 31 ist er einer der Unterhändler, die zu Nanzig (Nancy) den Heiratsvertrag zwischen Landgraf Wilhelm II. und der Herzogin Jolanthe von Lothringen schließen25, wobei Rabes Schwiegersohn, der Hofmeister Ludwig von Boyneburg, die hessische Delegation führt26. 1498 gehören beide zu den Schiedsleuten Landgraf Wilhelms II. in dessen Streitigkeiten mit Graf Wilhelm von Henneberg über Schmalkalden und die Vogtei Herrenbreitungen27 und 1498 Mai 7 bewilligt Abt Johann von Fulda Rabe und seinem Schwiegersohn Ludwig von Boyneburg das Recht, zu der schon im Besitz Rabes befindlichen Hälfte von Schloß, Amt und Gericht Lengsfeld auch die andere Hälfte von Johann von Reckerode mit 1000 fl. einzulösen28 Während der Pfälzer Fehde ist Rabe Statthalter Landgraf Wilhelms II. in Kassel 1504 Mai 2529, August 2730, Oktober 1031. – Rabes Frau Käte und ihre Tochter Mechthild werden 1492 März 12 genannt32.
Sohn Philipps des Älteren, nimmt 1462 Mai 21 zusammen mit Landgraf Ludwig II. und zahlreichen seiner Amtleute und Diener an einer Kindtaufe des Trendelburger Amtmanns Hans von Stockhausen teil1, verliert im Sommer 1462 bei der Belagerung und Eroberung von Hofgeismar ein Pferd2, im Dienst Landgraf Ludwigs II. 1462 Oktober 283. 1467 Februar 22 verpfändet ihm Abt Reinhard von Fulda Schloß und Amt Bieberstein4. 1470 Oktober 29 wird der neue Hofmeister genannt5. Hofmeister und Amtmann zu Sontra 1471 April 246. Marschall 1472 März7, 1473 März/ April8. Amtmann zu Sontra 1475 August 179. 1479/80 ist er in die üblen Auseinandersetzungen zwischen Abt Hermann von Boyneburg von Kloster Hasungen und dem ehemaligen Hasunger Abtsschreiber Johann Wolmeringhausen verwickelt10. Rat Landgraf Wilhelms I. 1482 Mai 1811, 1484 Februar 312, den er 1491 April 10 ins Heilige Land begleitet13, ist jedoch 1491 November 8 wieder im Lande14. 1487 Mai 16 ist er einer der Vermittler der Landesteilung Niederhessens zwischen den Landgrafen Wilhelm I. und II. auf Seiten Landgraf Wilhelms II.15. Dessen Rat 1487 Oktober 1216 und noch 1504 Oktober 1017. Amtmann zu Sontra 1483 Juni 918 und zu Sontra und Reichenbach 1487 Oktober 919 und noch 1513 November 1620. Gehört 1490 Juli 121, 1491 April 3022 und 1492 März 1923 zu den Statthaltern Landgraf Wilhelms II. in Kassel und ist in dieser Zeit auch sein Hofmeister gewesen24. 1496 Oktober 31 ist er einer der Unterhändler, die zu Nanzig (Nancy) den Heiratsvertrag zwischen Landgraf Wilhelm II. und der Herzogin Jolanthe von Lothringen schließen25, wobei Rabes Schwiegersohn, der Hofmeister Ludwig von Boyneburg, die hessische Delegation führt26. 1498 gehören beide zu den Schiedsleuten Landgraf Wilhelms II. in dessen Streitigkeiten mit Graf Wilhelm von Henneberg über Schmalkalden und die Vogtei Herrenbreitungen27 und 1498 Mai 7 bewilligt Abt Johann von Fulda Rabe und seinem Schwiegersohn Ludwig von Boyneburg das Recht, zu der schon im Besitz Rabes befindlichen Hälfte von Schloß, Amt und Gericht Lengsfeld auch die andere Hälfte von Johann von Reckerode mit 1000 fl. einzulösen28 Während der Pfälzer Fehde ist Rabe Statthalter Landgraf Wilhelms II. in Kassel 1504 Mai 2529, August 2730, Oktober 1031. – Rabes Frau Käte und ihre Tochter Mechthild werden 1492 März 12 genannt32.
Nachweise
Fußnoten
- Rechn. I, Trendelburg (107/6 Bl. 13v.). ↑
- Gundlach, Mainzer Stiftsfehde S. 135 A 1. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (11/3 Bl. 8v.). ↑
- Urkk., Stiftsarchiv Fulda. – Kopiar 435 fol. 339v. Hier wird auch seine Frau Katharina genannt. ↑
- Rechn. I, Grebenstein (53/4 Bl. 21). von Herda muß damals bereits Philipp von Hundelshausen abgelöst haben. ↑
- Kopiar L 2 Bl. 241. An diesem Tage erhält Reinhard von Boyneburg die Anwartschaft auf das Hofmeisteramt für den Fall, daß der Landgraf Rabe des Hofmeisteramtes entsetzen oder dieser es ihm aufsagen wird. ↑
- Rechn. I, Grebenstein (53/6 Bl. 45). ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 267. ↑
- Rechn. I, Lichtenau (71/9 Bl. 30). Er entsendet zwei Knechte nach Westfalen, wohin auch Heimbrod von Boyneburg mit 4 Pferden reitet. – Die Sontraer Amtmannschaft läuft also neben den Hofämtern weiter; da er diese persönlich zu versehen hatte, muß er jene haben verwalten lassen. ↑
- Urkk., Kloster Hasungen von [nach] 1476 Oktober 20, 1479 März 5, Juni 18, Juli 25; 1480 Februar 20, März 11, April 29, Mai 6, Mai 13, Juni 13 usw. ↑
- Kopiar 9 Nr. 94 – Kopiar 15 Nr. 120. ↑
- Kopiar 11 Nr. 102. ↑
- Röhricht S. 170. ↑
- Rechn. I, Grebenstein (54/4 Bl. 19). Rabe kehrte also vor dem Landgrafen zurück, der erst Ende März 1492 wiederkam (Rechn. I, Butzbach 36/5 Bel. zu 1492 März 25; ebd. Darmstadt Landschreiber 37a/3 Bel. zu 1492 März 25/26 und ebd. Marburg Kammerschreiber 4/9 Bel. zu 1492 März 30). ↑
- Best. 2 III Landesherrschaft Landgraf Wilhelm I., II. ↑
- Ledderhose, Hessische Denkwürdigkeiten III S. 382 f. ↑
- Rechn. I, Witzenhausen (114/44 Bel.). ↑
- Urkk., Gen.-Rep. Ludwigseck. ↑
- ZHG Mitt. 1885 S. XLVIII. ↑
- Best. 2 V Landesverwaltung: Ämter und Orte: Ulfen. ↑
- Kopiar 6 Nr. 12/1. ↑
- Kopiar L 5 (sogen. Lehnbuch Landgraf Wilhelms II.) Bl. 76v. ↑
- Kopiar 6 Nr. 4/29. ↑
- Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12/4 Bel. zu 1491 November 12). Die hierin belegte Bezeichnung Hofmeister hält Gundlach III S. 96 für einen Irrtum. Doch führt Rabe Ende 1490 als Hofmeister Landgraf Wilhelms II. mit dem mainzischen Hofmeister Rüdt von Collenberg Verhandlungen über einen mainzisch-hessischen Ausgleich (Best. 2 IV Auswärtige Beziehungen: Mainz) und erscheint auch noch 1495 als Hofmeister (Rechn. I, Friedewald 49/13 Bl. 30). Kurz darauf ist dieses Amt dann auf seinen Schwiegersohn Ludwig von Boyneburg übergegangen. – Vgl. auch die Jahresrechnung Rabes für Landgraf Wilhelms II. von 1491/92 (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber, Spezialrechnungen 16/5). ↑
- Kopiar 11 Nr. 61. ↑
- Vgl. unter Ludwig von Boyneburg. ↑
- Kopiar 9 Nr. 3. ↑
- Kopiar 438 Nr. 80 Bl. 199. – Der Abt verspricht, das Amt zu Lebzeiten beider Pfandinhaber und ihrer männlichen Erben nicht einzulösen. Dieses Amt ist dann an Rabes Schwiegersohn übergegangen und bis 1804 eine Boyneburgische reichsritterschaftliche Herrschaft geblieben. ↑
- Rechn. I, Friedewald (50/8 Bel.) ↑
- Rechn. I, Grebenstein (58/1 Bel.). ↑
- Siehe Anm. 17. ↑
- Kopiar L 5 Bl. 205. – Zu Katharina vgl. aber auch Anm. 4. – Zu Mechthild, die die Frau Ludwigs von Boyneburg wurde, siehe dort. – Ein Wilhelm von Herda dient Landgraf Wilhelm II. im Juli 1499 bei der Einnahme von Plesse (Rechn. I, Bilstein 30/1 Bl. 98v.). ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 6
- HStAM Bestand K Nr. 11
- HStAM Bestand K Nr. 15
- HStAM Bestand K Nr. 435
- HStAM Bestand K Nr. 438
- HStAM Bestand L Nr. 2
- HStAM Bestand L Nr. 5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 114/44
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 50/8
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 30/1
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 37a/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12/1
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 107/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 4/9
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 54/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 49/13
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 53/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 53/6
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 36/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 16/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 11/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 71/9
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 58/1
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 338, Nr. 1186.
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 96
- Gundlach, Hessen und die Mainzer Stiftsfehde 1461–1463, Marburg 1899
- Röhricht, Die Deutschen im Heiligen Lande, Innsbruck 1894
Nachnutzung
Rechtehinweise
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