Engellender, Johann
belegt seit
1497 belegt bis
1514 Beruf
Reichskammergerichtsfiskal, Prokurator, Kanzler, Hofrat, Sachwalter Titel
Dr. iur. utr. GND-Explorer
129006769Familie
Partner
Haller, Margarethe, Tochter des Ulrich Haller
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
1497 Reichskammergerichtsfiskal in Nürnberg1. 1497 August 16 werden die hochgelehrten Dr. Johann Engellender und Dr. Valentin von Dürkheim von Landgraf Wilhelm III. als seine Bevollmächtigten in der Prozesssache des Johann Keste2 am Reichskammergericht ernannt3, 1498 Juli 1 Doktor beider Rechte und des königlichen Kammergerichts geschworener Prokurator4; in Diensten Erzbischof Hermanns von Köln 1499 Dezember 155, 1500 November 256; im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1499 Oktober 197, hessischer Kanzler 1505 Oktober 188, 1508 August9. 1506 September 7 bewilligt ihm der Nürnberger Rat die Stadtpfeifer und das Rathaus zur Hochzeit mit Margarethe Haller, Tochter des 1505 verstorbenen Nürnberger Patriziers Ulrich Haller. Er erhält 1508 November 2 eine [erneute] Kanzlerbestallung auf zwei Jahre gegen 300 fl. jährlich (halb aus der Kammer, halb aus den Kanzleigefällen)10. Gehört nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. zu den Hofräten in Kassel 1509 Juli 1011, verteidigt zunächst das Testament Landgraf Wilhelms von 1508, das der Landgräfin Anna die Vormundschaftsregierung übertragen hatte12, geht dann aber zu den Ständen über und ist deren Sachwalter und Vertreter auf dem (vergeblichen) Mühlhäuser (Schieds)tag mit Landgräfin Anna und den sächsischen Herzögen13. Hessischer Kanzler noch 1510 Juni 1914, verlangt 1510 Juli 26 eine Erhöhung seiner Besoldung15, wird aber entlassen und zieht im Oktober 1510 aus Kassel ab16. 1510 November 5 bekunden Landhofmeister und Regenten, daß ihnen der hochgelehrte unser frund (!) Johann Engellender, beider Rechte Doktor und Kanzler, das Regimentssiegel und das Sekret(siegel) übergeben hat; dazu das alte Sekret des † Landgraf Wilhelms II., ferner ein Inventar über dasjenige, was nach dem Tode des Landgrafen im Schloß zu Kassel gefunden wurde, dazu einige Ratschläge in der nass. Sache [dem Katzenelnbogener Erbfolgestreit], etliche Register und Rezesse der Amtsgefälle in zwei Bündeln und sein eignes Siegel (pitzschaft)17. Schon am 21. November 1510 erscheint Engellender in der Funktion des erzbischöflich mainzischen Kanzlers18 und ist dies noch 151419.
1497 Reichskammergerichtsfiskal in Nürnberg1. 1497 August 16 werden die hochgelehrten Dr. Johann Engellender und Dr. Valentin von Dürkheim von Landgraf Wilhelm III. als seine Bevollmächtigten in der Prozesssache des Johann Keste2 am Reichskammergericht ernannt3, 1498 Juli 1 Doktor beider Rechte und des königlichen Kammergerichts geschworener Prokurator4; in Diensten Erzbischof Hermanns von Köln 1499 Dezember 155, 1500 November 256; im Dienst Landgraf Wilhelms II. 1499 Oktober 197, hessischer Kanzler 1505 Oktober 188, 1508 August9. 1506 September 7 bewilligt ihm der Nürnberger Rat die Stadtpfeifer und das Rathaus zur Hochzeit mit Margarethe Haller, Tochter des 1505 verstorbenen Nürnberger Patriziers Ulrich Haller. Er erhält 1508 November 2 eine [erneute] Kanzlerbestallung auf zwei Jahre gegen 300 fl. jährlich (halb aus der Kammer, halb aus den Kanzleigefällen)10. Gehört nach dem Tode Landgraf Wilhelms II. zu den Hofräten in Kassel 1509 Juli 1011, verteidigt zunächst das Testament Landgraf Wilhelms von 1508, das der Landgräfin Anna die Vormundschaftsregierung übertragen hatte12, geht dann aber zu den Ständen über und ist deren Sachwalter und Vertreter auf dem (vergeblichen) Mühlhäuser (Schieds)tag mit Landgräfin Anna und den sächsischen Herzögen13. Hessischer Kanzler noch 1510 Juni 1914, verlangt 1510 Juli 26 eine Erhöhung seiner Besoldung15, wird aber entlassen und zieht im Oktober 1510 aus Kassel ab16. 1510 November 5 bekunden Landhofmeister und Regenten, daß ihnen der hochgelehrte unser frund (!) Johann Engellender, beider Rechte Doktor und Kanzler, das Regimentssiegel und das Sekret(siegel) übergeben hat; dazu das alte Sekret des † Landgraf Wilhelms II., ferner ein Inventar über dasjenige, was nach dem Tode des Landgrafen im Schloß zu Kassel gefunden wurde, dazu einige Ratschläge in der nass. Sache [dem Katzenelnbogener Erbfolgestreit], etliche Register und Rezesse der Amtsgefälle in zwei Bündeln und sein eignes Siegel (pitzschaft)17. Schon am 21. November 1510 erscheint Engellender in der Funktion des erzbischöflich mainzischen Kanzlers18 und ist dies noch 151419.
Nachweise
Fußnoten
- Gundlach III S. 59 zitiert: Generalrepertorium im StA Wetzlar Lit. G Nr. 1714. ↑
- Siehe dort. ↑
- Kopiar 15 Nr. 88. ↑
- Gundlach zitiert: Vollmacht des Grafen Heinrich von Waldeck für ihn (Waldeckisches Archiv, Reichskammergerichtsakten). ↑
- Urkk., Stiftsarchiv Fulda. ↑
- Gundlach: Schreiben Engellenders an den Grafen Heinrich von Waldeck (Waldeckisches Archiv). ↑
- Rechn. I, Bilstein (30/1 Bl. 103): Er begleitet Landgraf Wilhelm II. mit mehreren anderen Doktoren, Räten und Dienern zu einem Tage nach Erfurt. ↑
- Gundlach: Von Adresse des Landgrafen. ↑
- August 22: Kopiar 59 II Nr. 35. – August 25: Rechn. I, Kassel Kammerschreiber (12a/5 Bel.). ↑
- Druck: Gundlach II Nr. 23 (nach Ausführung im Samtarchiv 0,418). – Auch Kopiar 130 Nr. 20 und Kopiar 59 II Nr. 37. ↑
- Rechn. I, Spangenberg (103/13 Bel.). Landgraf Wilhelm II. hatte in seinem Testament von 1506 August 11 bestimmt, dass Engellender nach des Landgrafen Tode Kanzler bleiben solle (Urkk., Landgräfliche Testamente). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 52. ↑
- Ebd. S. 51 Anm. 1. ↑
- 1510 Juni 19 weisen Landhofmeister und Regenten den Ziegenhainer Rentmeister an, der Frau des Kanzlers, die am 20. mit ihrem Wagen und zwei weiteren Wagen voll Hausrat auf dem Wege von Kassel in Ziegenhain übernachten und von dort nach Marburg weiterziehen wird, bis dahin beizustehen. – (Rechn. I, Ziegenhain 122/3 Bel.). Ob sie schon ihren Abzug vorbereitete? ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 117. ↑
- 1510 Oktober überführt der hessische Wagenmeister Hausrat des Kanzlers nach Mainz (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 12/b 7 Bel. zu 1510 Oktober 25). ↑
- Kopiar 16 Bl. 70 f. ↑
- Gundlach: Reichskammergerichtsakten S. 124 (Injurienprozess gegen Sebastian Schilling). ↑
- Glagau, Landtagsakten S. 239 Anmerkung. – Das Siegel Engellenders zeigt einen offenen Flug (belegt im Samtarchiv 0,412, das Signet enthält das gleiche Wappenbild und darüber die Buchstaben J(ohannes), E(ngellender), D(octor) (Rechn. I, Kassel Kammerschreiber 12/b 2 zu 1509 Mai 15). ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 130
- HStAM Bestand K Nr. 15
- HStAM Bestand K Nr. 130
- HStAM Bestand K Nr. 16
- HStAM Bestand K Nr. 59/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 30/1
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12a/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 122/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12b/7
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 12b/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 103/13
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 188 f., Nr. 603.
- Glagau, Hessische Landtagsakten 1: 1508–1521, Marburg 1901
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 2: Urkunden und Akten, Marburg 1932
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Engellender, Johann“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19594_engellender-johann> (aufgerufen am 22.04.2026)
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