Bicken, Philipp von

 
belegt seit
2.4.1443
belegt bis
25.1.1472
Beruf
Statthalter, Amtmann, Hofmeister
GND-Explorer
1389816435

Wirken

Lebensorte

Blankenstein

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, seit 1443 April 21 Statthalter, Amtmann (Droste) und Hofmeister Graf Johanns IV. von Nassau. Entzweit sich nach langer Dienstzeit mit dem Grafen, der ihn wegen angeblicher Machtanmaßungen und Veruntreuungen2 vor ein Westfälisches Freigericht (Bei der Breiten Eiche) bringt, ohne den Prozeß zu gewinnen. Jedoch setzt der Graf Bicken ab, worauf sich dieser 1466 in hessische Dienste begibt3. Bereits 1466 September 4 ist er Rat Landgraf Heinrichs III. und Amtmann zu Blankenstein, also nahe der nassauischen Grenze. Zugleich verkauft Bicken dem Landgrafen seine Hörigen im Lande zu Siegen und in der Herborner Mark4. Mit dieser Auseinandersetzung und der daraus resultierenden gespannten Lage zwischen Nassau und Hessen steht vielleicht schon die Warnung des Dillenburger Rentmeisters Weißkamp an Graf Johann von Nassau von 1466 Juli 28 in Zusammenhang, daß Hans von Dörnberg einen Überfall mit 1000 Pferden auf den Grafen plane5. 1466 September 21 erklärt er (Philipp) Bürgermeister und Rat zu Siegen, er werde zur Begleichung seiner Schulden bei den dortigen Bürgern zu ihnen kommen, wenn sie ihm freies Geleit von Graf Johann von Nassau verschafften. Als er weggegangen sei, habe er nicht beabsichtigt, dauernd, sondern nur wenige Tage auszubleiben; da sei ihm aber so große Gewalt und Ungnade zugefügt und sein Gut und seine Frucht beschlagnahmt worden, daß er nur unter Zusicherung freien Geleites kommen könne; und das, obwohl er ihnen manchen Dienst erwiesen und sich mit den Bürgern über 40 Jahre lang so gut vertragen habe6. 1469 Januar 1 gehört Bicken zu dem kleinen Kreis von Räten und Dienern Landgraf Heinrichs III., denen der Deutsche Orden ein Neujahrsgeschenk in Form von Käse und Äpfeln macht7. Rat zuletzt 1472 Januar 258.

Nachweise

Fußnoten

  1. Landeshauptarchiv Koblenz, Urkk., von Bicken. – Vgl. auch Demandt, Katz. Regg. Nr. 4079 (1443 April 30: Rat), Nr. 4140 (1444 Januar 21: Drost), Nr. 4993 (1458 Januar 8: Amtmann), Nr. 5240 (1463 April 21/22: frund).
  2. 1466 Dezember 13 unternehmen Erzbischof Adolf von Mainz und Graf Philipp von Katzenelnbogen den Versuch, die Streitigkeiten zwischen Philipp von Bicken und Graf Johann von Nassau beizulegen (Demandt, Katz. Regg. Nr. 5432). – Vgl. dazu auch H. von Achenbach, Aus des Siegerlandes Vergangenheit (1895) I S. 210. – Demandt, Hessische Geschichte (1972) S. 400.
  3. Ebd.
  4. HStA Wiesbaden Abt. 170, Urkundenabschriften.
  5. Ebd.
  6. Ebd.
  7. Best. 106 b DO-Rechn. I, 1468/69: Es gehörten außer Bicken dazu: der Sekretär Johann Soppe, der vormalige Kanzler Dr. Schickeberg, die Hofmeister Senand von Weitershausen und Kraft von Felsberg, sowie der Kammerschreiber, der Marburger Rentmeister, der dortige Rentschreiber und der Pfarrer der Pfarrkirche.
  8. Rechn. I, Gießen (51/6 Bl. 15v.).

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Bicken, Philipp von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19042_bicken-philipp-von> (aufgerufen am 14.04.2026)

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