Bibra, Wilhelm von
Familie
Verwandte
- Bibra, Anton von <Bruder>, belegt1478-1500, Amtmann
- Bibra, Lorenz von <Bruder>, belegt 1493, Domprobst
- Bibra, Wilhelm von <Sohn>, belegt 12.11.1500
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Ritter, Bruder des Anton und des Dompropstes Lorenz von Bibra1, Diener Landgraf Ludwigs II. 1468 Oktober 272 und 1470 Januar 233. Hennebergischer Amtmann in Schmalkalden 1473 Oktober 314. Hessischer Amtmann zu Vacha seit 14745 und längstens bis 14836. Rat und Amtmann 1475 Oktober 87. Wird 1476 August von Landgraf Heinrich III. zum Kaiser geschickt8; geht Anfang 1479 mit dem Fritzlarer Scholaster und späteren Kanzler Erzbischof Hermanns von Köln, Johann Menchen, wegen Landgraf Hermanns Bemühungen um den Kölner Stuhl nach Rom9 und wird 1482 November 12 von Landgraf Heinrich III. in die Dienste seines Bruders Kurfürst Hermann von Köln entlassen mit der Auflage, in hessische Dienste zurückzukehren, wenn er in den kölnischen nicht länger bleiben wolle. Er soll dann eines der besten Ämter erhalten mit einer Nutzung, wie sie Hofmeister und Marschall zu erhalten pflegen, und eine Behausung, die seiner narunge gein Francken so günstig wie möglich liegt. Solange er außerhalb dient, erhält er gleichwohl vom Landgrafen 40 fl. als Mann- und Ratsgeld vom Zoll zu St. Goar. Bekommt er später ein hessisches Amt, entfallen diese 40 fl.; dient er aber dem Bruder des Landgrafen und ihm, solange es seine Gesundheit zuläßt, und sonst keinem Fürsten, soll er die 40 fl. lebenslänglich erhalten. Im landgräflichen Dienst stehen ihm Futter, Mahl, Nagel und Eisen zu sowie der Ersatz seines reisigen Schadens10. 1483 Mai Amtmann Erzbischof Hermanns in Homberg/E. und Rolandseck11, desgl. 1484 Juli 912. Steht auch in den folgenden Jahren in enger politischer Beziehung zur hessischen Regierung13. 1486 April 10 verschreibt ihm König Maximilian 10.000 fl.14. Wird 1489 auf seiner erneuten Reise zum König vom hessischen Zollschreiber in St. Goar verpflegt15 und 1497 April 23 vom Kellner zu Driedorf, als er zusammen mit Dr. Menchen und dem jungen Hans von Dörnberg und einem Kölner und hennebergischen Boten in Ellar auf dem Wege zu Erzbischof Hermann von Köln ist, der in Bad Ems weilt16. 1500 November 12 ist er tot17.
Ritter, Bruder des Anton und des Dompropstes Lorenz von Bibra1, Diener Landgraf Ludwigs II. 1468 Oktober 272 und 1470 Januar 233. Hennebergischer Amtmann in Schmalkalden 1473 Oktober 314. Hessischer Amtmann zu Vacha seit 14745 und längstens bis 14836. Rat und Amtmann 1475 Oktober 87. Wird 1476 August von Landgraf Heinrich III. zum Kaiser geschickt8; geht Anfang 1479 mit dem Fritzlarer Scholaster und späteren Kanzler Erzbischof Hermanns von Köln, Johann Menchen, wegen Landgraf Hermanns Bemühungen um den Kölner Stuhl nach Rom9 und wird 1482 November 12 von Landgraf Heinrich III. in die Dienste seines Bruders Kurfürst Hermann von Köln entlassen mit der Auflage, in hessische Dienste zurückzukehren, wenn er in den kölnischen nicht länger bleiben wolle. Er soll dann eines der besten Ämter erhalten mit einer Nutzung, wie sie Hofmeister und Marschall zu erhalten pflegen, und eine Behausung, die seiner narunge gein Francken so günstig wie möglich liegt. Solange er außerhalb dient, erhält er gleichwohl vom Landgrafen 40 fl. als Mann- und Ratsgeld vom Zoll zu St. Goar. Bekommt er später ein hessisches Amt, entfallen diese 40 fl.; dient er aber dem Bruder des Landgrafen und ihm, solange es seine Gesundheit zuläßt, und sonst keinem Fürsten, soll er die 40 fl. lebenslänglich erhalten. Im landgräflichen Dienst stehen ihm Futter, Mahl, Nagel und Eisen zu sowie der Ersatz seines reisigen Schadens10. 1483 Mai Amtmann Erzbischof Hermanns in Homberg/E. und Rolandseck11, desgl. 1484 Juli 912. Steht auch in den folgenden Jahren in enger politischer Beziehung zur hessischen Regierung13. 1486 April 10 verschreibt ihm König Maximilian 10.000 fl.14. Wird 1489 auf seiner erneuten Reise zum König vom hessischen Zollschreiber in St. Goar verpflegt15 und 1497 April 23 vom Kellner zu Driedorf, als er zusammen mit Dr. Menchen und dem jungen Hans von Dörnberg und einem Kölner und hennebergischen Boten in Ellar auf dem Wege zu Erzbischof Hermann von Köln ist, der in Bad Ems weilt16. 1500 November 12 ist er tot17.
Nachweise
Fußnoten
- Eckhardt, Oberhessische Klöster III Nr. 937. Siehe auch unter Lorenz von Bibra. ↑
- Rechn. I, Sontra (96/7 Bel.). Er war in einer diplomatischen Mission für den Landgrafen unterwegs. Siehe auch ebd. Eschwege (44/8 Bl. 97v.). ↑
- Rechn. I, Melsungen (82/8 Bl. 5v., 7v.): zusammen mit dem Kanzler des Landgrafen. ↑
- Gundlach zitiert das hennebergische gemeinschaftliche Archiv Meinigen VI G 21. ↑
- Gundlach III S. 20 zitiert nach der Vachaer Baurechnung von 1474: ist von m. gn. h. von Hessen myr Wilhelm von Bybra ritter das ampt zu Vache in worden. ↑
- Siehe unter Lugelin. So auch Küther, Vacha S. 67. ↑
- Diemar, Köln und Hessen (MOHG NEF 8, 1899) Nr. 228. ↑
- Rechn. I, Vacha (111/21 Bl. 6v.)). ↑
- Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 317. Er war spätestens Ende Juli wieder zurück, denn Anfang August 1479 begleitet er Landgraf Heinrich III. bei der Einnahme der Grafschaft Katzenelnbogen mit sechs Pferden. Er erhält damals 1400 fl. (Demandt, Katz. Regg. 6282/1, 5, 16, 22, 23, 25). – Nach Ausweis der Driedorfer Rechnungen ist Wilhelm von Bibra seit Mitte der 70er Jahre oft bei Hermann in Köln. ↑
- Urkk., Bestallungen. ↑
- Becker, Die Riedesel II Nr. 1373. ↑
- Rechn. I, Hadamar (Beleg in 64/20). ↑
- Z. B. kommt er 1485 Februar 21 mit dem hessischen Hofmeister, Marschall und Kanzler von Frankfurt nach Marburg (Rechn. I, Marburg). 1487 September 2 begleitet er wiederum Hans von Dörnberg, der über Friedewald nach Vacha und weiter reitet (ebd. Friedewald 49/5 Bl. 15v.). Am 19. September sind beide wieder in Friedewald (ebd. Bl. 16). Im Mai 1489 weilt Bibra beim Landgrafen in Spangenberg (ebd. Kassel Kammerschreiber 11/12 Bl. 136). ↑
- Gundlach zitiert Lauzes Hessische Denkwürdigkeiten S. 93. ↑
- Rechn. I, St. Goar (94/18 Bl. 11). ↑
- Rechn. I, Ellar (41/29 Bl. 11). Da er mit Herr bezeichnet wird, muss es sich um den Ritter Wilhelm von Bibra handeln. Es kann also nicht sein gleichnamiger Sohn gewesen sein. ↑
- An diesem Tage verleiht Landgraf Wilhelm II. an Wilhelm, Sohn des Ritters † Wilhelm von Bibra, dessen Lehen (Kopiar L 4 Bl. 30). ↑
Quellen
- HStAM Bestand L Nr. 4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 41/29
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 44/8
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 64/20
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 82/8
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 94/18
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 96/7
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 49/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 11/12
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 111/21
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 1, Marburg 1981, S. 54, Nr. 191
- Eckhardt, Die oberhessischen Klöster III: Regesten, Marburg 1977
- Küther, Vacha und sein Servitenkloster im Mittelalter, Köln 1971
- Demandt, Regesten der Grafen von Katzenelnbogen 1060–1486, Bd. 3: Rechnungen, Besitzverzeichnisse, Steuerlisten und Gerichtsbücher 1295–1486, Wiesbaden 1956
- Becker, Die Riedesel zu Eisenbach, Bd. 2: Riedeselisches Urkundenbuch 1200 bis 1500, Offenbach am Main 1924
- Küch, Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg, Bd. 2, Marburg 1931
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 20
- Diemar, Hessen und die Reichsstadt Köln im 15. Jahrhundert, in: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins NF 8 (1899), S. 1-186
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Bibra, Wilhelm von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/19036_bibra-wilhelm-von> (aufgerufen am 16.04.2026)
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