Einzig, Mathilde

 
geboren
13.2.1886 Frankfurt am Main
gestorben
1.1.1963 Frankfurt am Main
Beruf
Schauspielerin
Konfession
jüdisch
GND-Explorer
116425970

Andere Namen

Weitere Namen

Brandeis, Mathilde

Wirken

Werdegang

  • Besuch des Philanthropins in Frankfurt am Main
  • 1902 Vertrag für Chorgesang, Statisterie und kleinere Rollen nach einem Vorsprechen bei Emil Claar, Schauspielunterricht bei Max Bayrhammer und Thessa Klinkhammer, erste Rolle als Stalljunge im bunten Rock, mit 16 Jahren monatliche Gage von 50 Mark am Frankfurter Schauspiel-Ensemble
  • 1905 erster Erfolg als Babette in Stoltzes Lokalstück Alt-Frankfurter
  • ab Spielzeit 1905/06 darstellendes Mitglied
  • 1908 Wechsel ins Charakterfach, Darstellerin der Mutter Aase in Peer Gynt, Marthe Schwertlein in Faust, Mutter des Klärchens in Egmont und Elisabeth in Götz von Berlichingen
  • 1929 Darstellerin von Bibbo in Zuckmayers Katharina Knie in der Frankfurter Erstaufführung
  • 1930 25. Bühnenjubiläum mit Darstellung von Frau Vogel in der Erstaufführung Sturm im Wasserglas
  • 1931 Regisseurin bei Alt-Frankfurter und Emil und die Detektive sowie gleichzeitige Darstellung von Frau Funk (Alt-Fft) und Emils Großmutter (Emil und die Detektive)
  • 1932 bei neugegründeten Römerfestspielen Darstellerin der Elisabeth in Urgötz und Klärchens Mutter in Egmont
  • 1933 nach Machtübernahme zunächst Ausbleiben der Kündigung wegen Stellenersatzmangels und ihrer starken Spielplaneinbindung, jedoch Teilnahmeverbot bei den „Reichsfestspielen“ (zuvor Römerfestspiele), Vorbereitung zur Ausreise in die Schweiz
  • April 1933 freiwillige Kündigung vor Entlassung
  • 7.8.1933 Auszahlung der Rentenabfindung in Höhe von 5.000 Mark
  • 27.8.1933 letzter Auftritt in „Der Meisterboxer“, anschließende Ausreise in die Schweiz und Zusammentreffen mit der Familie
  • 1934 gemeinsame Auswanderung mit Ehemann Frank Brandeis (1884-1939), zwei Söhnen und ihrer Schwester Steffie Oppenheimer-Einzig nach Palästina, für 16 Jahre sesshaft im Scharon-Tal (von deutsch-jüdischen Akademikern gegründetes Dorf „Ramoth-Hashawim“ Hügel der Rückkehrer), Hotelgründung (dort zweimalige Unterbringungsort von Arturo Toscanini (1867-1957) bei Konzerten in Palästina), Beginn einer Geflügelzucht
  • 1947 sesshaft in London und Schweiz
  • 1949 Rückkehr über Zürich nach Frankfurt, Darstellerin von Frau Funck in „Alt-Frankfurt“ im Börsensaal
  • 1952 Darstellerin von Frau Gudula in Rösters „Fünf Frankfurter“
  • 1956 Goldenes Ehrenzeichen der Genossenschaft Deutscher-Bühnen-Angehöriger
  • 1957 sesshaft in Frankfurt, Ernennung zum Ehrenmitglied der Städtischen Bühnen
  • 31.12.1963 Ableben mit 77 Jahren in der Frankfurter Wielandstraße 25

Netzwerk

  • Klinkhammer, Thessa <Lehrerin>, GND, * Orawitz, Banat 8.10.1859, † Frankfurt am Main 21.11.1934, Schauspielerin
  • Impekoven, Toni <Freund>, GND, * Köln 21.6.1881, † Sprendlingen 6.5.1947, Schauspieler, Komiker, Bühnen- und Drehbuchautor, Lustspieldichter und Kabarettist

Lebensorte

Frankfurt am Main; London; Palästina

Familie

Vater

Einzig, Leopold, geboren Liblitz (heute Liblice/Tschechien) 27.9.1856, gestorben 18.1.1906, Mitglied des Frankfurter Opernorchesters, begraben auf dem jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße, Block 57/10, Sohn des Joseph Einzig und der Caroline Pick

Mutter

Assor, Rosalie, geboren Offenbach am Main 14.11.1857, Heirat Frankfurt am Main 17.2.1882, mütterlicherseits von alter jüdischen Frankfurter Familie aus der Judengasse abstammend, Tochter des Asser Assor, Caffetier, und der Henriette Rothschild

Partner

Brandeis, Sydney Frank, (⚭ Frankfurt am Main 11.1.1918) geboren Waddon (England) 16.1.1884, gestorben 1939, Fabrikant, Sohn des Friedrich Brandeis, Kaufmann, und der Paulina Goldschmidt

Nachweise

Quellen

  • Standesamt Frankfurt am Main I: Heiratsregister (Einträge 1–299) 2.1.1918–17.5.1918, Nr. 17
  • HStAM Bestand 903 Nr. 9015 (Mitte (Frankfurt), Geburtsnebenregister, 1886, Nr. 516)
  • HStAM Bestand 903 Nr. 11388 (Standesamt Frankfurt am Main Mitte: Sterbebuch (Einträge 1–600) 2.1.1963–23.1.1963, Nr. 109)

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Einzig, Mathilde“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/18258_einzig-mathilde> (aufgerufen am 23.04.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/18258