Landgräflicher Kammerdiener 1635, Homburg

Landgräflicher Kammerdiener 1635, Homburg – Nr. 245
Standort
Gebäude / Areal
Bad Homburg, ehem. Pfarrkirchhof (?)
Angaben zum Standort
Sie dürfte ursprünglich auf dem 1692 einplanierten, die 1680 abgerissene Pfarrkirche umgebenden Kirchhof
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Ist heute an der östlichen Außenwand der Schlosskirche eingemauert.
Merkmale
Datierung
1635
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
84 x 169 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
(A) 3,5, (B) 2 cm
Beschreibung
Grabplatte1) eines landgräflichen Kammerdieners. Die hochrechteckige Platte aus rotem Sandstein zeigt eine Umschrift (A) zwischen Linien auf einer erhabenen Leiste und im Feld oben ein Kranzmedaillon mit einem reliefierten Vollwappen, begleitet von Fruchtgehängen. Unterhalb des Wappens befindet sich eine Rollwerktafel mit Inschrift (B), darüber ist ein Totenschädel sichtbar. Die Oberfläche ist sehr stark zerstört mit weitgehenden Textverlusten. Als Worttrenner dienen Dreiecke.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Enthaltene Wappen
unkenntlich
Dargestellte Personen
Die Person ließ sich nicht identifizieren, da die Akten der Landgrafschaft Hessen-Homburg bezüglich der Kammerdienerbestallungen 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.5) Der Hofstaat des Landgrafen war verhältnismäßig klein, er umfasste nur etwa zwei Dutzend Personen unter der Leitung des Haushofmeisters.6) Hierzu gehörten neben den persönlichen Lakaien und Kammerzofen des Landgrafenpaares der Kämmerer als Verwalter der Finanzen, der Kammerschreiber als Buchhalter, ferner etliche Hofdiener. Hinzu kam das landgräfliche Kanzleipersonal als Verwaltungsbehörde. Das Einwohnerverzeichnis der Stadt Bad Homburg für das Jahr 1633 nennt als Hofdiener namentlich nur den Burggrafen, den Hofschreiner, den fürstlichen Mundkoch, den Leibkutscher, den Hofgärtner und den Kammerschreiber;7) Hofmeister, denen die Erziehung der homburgischen Prinzen oblag, sind auch namentlich bekannt. Unter Landgraf Friedrich I. wirkten Ernst Schenk von Winterstetten und Erhard von Steinling als Prinzenerzieher.8) Ein Verzeichnis vom Oktober 1640, das Verluste der Bevölkerung an Hab und Gut beim Schwedenüberfall verzeichnet, nennt 20 Hofleute dieser Zeit namentlich, darunter als Kammerdiener Jean Werthum.9)
Inschrift
Umschrift
Schrift
Nachweise
Fußnoten
- VSSG Inv.-Nr. 3.1.59. ↑
- Vgl. HHStAW 310, Ia, 40a, 41, 43a. ↑
- Vgl. Lotz, Geschichte Bad Homburg II 42f. ↑
- Ebd. 44f. abgedruckt aus HHStAW 311, 1867. ↑
- Vgl. Rüdiger, Hessen-Homburgische Prinzen-Erzieher 24; Bringezu-Paschen, Erhard von Steinling o. S. ↑
- Vgl. Lotz, Geschichte Bad Homburg II 51f. nach HHStAW 310, VIIc, 25. ↑
- Nach der Verteilung der Inschrift zu schließen handelt es sich um den Namen des Landgrafen mit anschließendem Titel, von dem aber nur geringe und vor allem dünnstrichig übergebliebene Reste zu sehen sind. ↑
- Man erwartet auch gewesener, dessen letzte Buchstaben vorhanden zu sein scheinen, das passt aber nicht zum Raum. ↑
- Ijob 19,25. ↑
- Die Textreste zu Beginn der vierten und fünften Zeile sind nicht mehr zu lesen; danach folgt noch Raum für mindestens vier weitere Zeilen des langen Bibelverses. ↑
Literatur
- Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Kommentar zur Inv.-Nr. 3.1.59.
Bearbeitung
Indizes
Wappen
Siehe auch
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Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Landgräflicher Kammerdiener 1635, Homburg“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2508_landgraeflicher-kammerdiener-1635-homburg> (aufgerufen am 03.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2508