Gottfried (VII.) d. Ä. von Eppstein-Münzenberg 1437, Eppstein

Gottfried (VII.) d. Ä. von Eppstein-Münzenberg 1437, Eppstein – Nr. 17
Standort
Gebäude / Areal
Eppstein, Evangelische Pfarrkirche
Angaben zum Standort
Lag ursprünglich im Chor der Kirche vor dem Altar.
Heutiger Aufbewahrungsort
Angaben zum Aufbewahrungsort
Ist seit 1844 an der inneren Südwand des Kirchenschiffes neben dem Fenster aufgerichtet.
Merkmale
Datierung
1437
Typ
Material
Erhaltung
erhalten
Größe
168 x 240 cm (B x H)
Größe der Buchstaben
9 cm
Beschreibung
Tumbendeckplatte Gottfrieds (VII.) d. Ä. von Eppstein-Münzenberg. Figurenplatte aus rotem Sandstein. Das Feld zeigt das Halbrelief des Ritters im Harnisch, zu Häupten zwei große Wappenschilde. Auf dem Kopf trägt der Verstorbene den geöffneten Helm, seine rechte Hand ruht am Knauf des Langschwertes und die Linke ist in die Hüfte gestützt. Die Grabfigur steht auf einem Löwen. Der dreiseitig nach außen abgeschrägte Rand der Platte trägt die zwischen Linien umlaufende Grabinschrift, die rechts unten auf der Langseite beginnt; der Text ist von außen zu lesen, außer auf der nicht abgeschrägten letzten Leiste. Das Grabdenkmal ist mit der neueren Farbfassung einer jüngeren Restaurierung versehen. Als Worttrenner dienen Quadrangel mit zweiseitig paragraphzeichenförmig ausgezogenen Zierstrichen.
Geschlecht, Alter, Familienstand
Stand
Enthaltene Wappen
Eppstein Münzenberg
Dargestellte Personen
Gottfried VII.2) war ein Sohn Eberhards I. von Eppstein († 1391) und dessen dritter Gemahlin Luckardis von Falkenstein († 1391), einer Tochter Philipps von Münzenberg. Durch diese Verbindung kam das Erbe Münzenberg an die Eppsteiner. Aus der 1401 geschlossenen Eheverbindung Gottfrieds mit Jutta († 1424), einer Tochter Graf Adolfs von Nassau-Dillenburg, stammten sechs Kinder; der Enkel Engelbrecht, mit dem die Linie Eppstein-Münzenberg ausstarb, ist gleichfalls in der heute Ev. Pfarrkirche, der sogenannten Talkirche, bestattet (Kat.-Nr. 44).
Da die dendrochronologische Untersuchung des Dachstuhls der Pfarrkirche als Fälljahr der Hölzer 1430 ergab, kann Gottfried VII. als Bauherr des neuen Sakralbaus gelten,3) der anstelle der älteren Vorgängerkirche St. Laurentius errichtet wurde. Ob er für die Bestattung von Gottfrieds 1433 verstorbenem Sohn Adolf (Kat.-Nr. 14) schon fertiggestellt war, ist nicht sicher; der Datierungsfehler auf dessen Tumbenplatte wäre aber durch eine verzögerte Herstellung leichter erklärbar.
Sonstiges
Die relativ schlanken und gedrängt stehenden Minuskeln sind sehr gleichmäßig geformt und weisen durch ihre Größe im beschränkten Schriftband nur geringe Ober- und Unterlängen auf. Darin und sogar im Versal A mit tropfenförmig gestalteter Schwellung stimmt die Schrift mit der auf der
Platte des Adolf von Eppstein (Kat.-Nr. 14) überein; hier ist das x allerdings mit regulärer Brechung geformt; außerdem gleichen sich beide Platten in Typologie und Stil bis in alle Einzelheiten.
Inschrift
Umschrift
Übersetzung
Im Jahre des Herrn 1437, am Mittwoch nach dem Fest des hl. Apostels Matthias (27. Februar), starb der edle Herr, der Jungherr Gottfried der Ältere, Herr in Eppstein, dessen Seele in Frieden ruhen möge.
Schrift
Nachweise
Literatur
- Winkelmann, Johann-Just: Gründliche und warhaftige Beschreibung der Fürstenthümer Hessen und Hersfeld samt deren einverleibten Graf- und Herrschaften mit den benachbarten Landschaften (...). 6 Th. Bremen 1697, I, S. 145.
- Anonymus: Epitaphia, welche sich in der Kirche zu Eppstein befinden (Hs. 18. Jh.). Enthalten im Nachlaß Friedrich Leonhard Schenk (HHStAW, Abt. 1013/1, Politische Beschreibung des Amtes Wallau) fol. 58r–59v, hier fol. 58r.
- Usener, Friedrich Philipp: Beiträge zu der Geschichte der Ritterburgen und Bergschlösser in der Umgegend von Frankfurt am Main. Frankfurt a. M. 1852, S. 97 Anm. 22 (sub a).
- Dieffenbach, Philipp (Johann): Miscellen als Beiträge zur Ortsgeschichte. Nr. 1: Eppstein. In: AHG 7 (1852), S. 159–164, hier S. 161.
- Stramberg, Christian v.: Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Antiquarius, welcher die wichtigsten und angenehmsten geographischen, historischen und politischen Merkwürdigkeiten des ganzen Rheinstroms, von seinem Ausflusse in das Meer bis zu seinem Ursprunge darstellt. II. Abt., Band 15: Der Rheingau. 6 Bde. Kobleenz 1867, S. 587, Nr. 4.
- Schaum-Benedum, Christa: Die figürlichen Grabsteine des 14. und 15. Jahrhunderts in Hessen. Bonn 1969 (Habelts Diss.-Drucke, Reihe Kunstgesch. 2)., S. 160.
- Picard, Bertold: Eppstein im Taunus. Geschichte der Burg, der Herren und der Stadt. Frankfurt a. M. 1968, S. 114; 195 (Abb.).
- Picard, Bertold: Steinbildwerke. Bildnisgrabsteine der Herren von Eppstein-Münzenberg. In: Kleindenkmäler, (s. dort) S. 45–53, hier S. 45 (Übersetzung), 46 (Nachzeichnung).
- Picard, Bertold: Geschichte in Eppstein. Ein Führer durch die Stadtteile Bremthal, Ehlhalten, Eppstein, Niederjosbach und Vockenhausen. Frankfurt a. M. 1995, S. 67 (Abb.), 68 (Übersetzung).
- Picard, Bertold: Die Talkirche in Eppstein. Ev. Kirchengemeinde Eppstein. 1977, Abb. 9.
- Nitz, Michael/Simone Balsam/Sonja Bonin: Kulturdenkmäler in Hessen. Main-Taunus-Kreis. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Stuttgart 2003 (Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland, Hessen Bd. 29), S. 146 (Abb. nach Picard).
Bearbeitung
Indizes
Wappen
Siehe auch
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Orte
Personen
Quellen und Materialien
Nachnutzung
Rechtehinweise
Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gottfried (VII.) d. Ä. von Eppstein-Münzenberg 1437, Eppstein“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/2438_gottfried-vii-d-ae-von-eppstein-muenzenberg-1437-eppstein> (aufgerufen am 01.11.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/2438

