Philipp I. von Hanau-Lichtenberg 1480, Babenhausen

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Ortsname
Babenhausen
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Babenhausen, Evangelische Kirche

Angaben zum Standort

Im Chor.

Heutiger Aufbewahrungsort

Merkmale

Datierung

10. Mai 1480

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

119 x 246 cm (B x H)

Größe der Buchstaben

8,5 cm

Beschreibung

Grabplatte des Grafen Philipp I. (des Älteren) von Hanau-Lichtenberg. Die Platte aus rotem Sandstein liegt im Chor vor dem Hauptaltar. Auf ihr sind Metalleisten befestigt, auf denen die Inschrift umläuft. Die Worttrenner sind als Rauten gestaltet. Im Feld befindet sich ein metallenes Vollwappen, das aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Enthaltene Wappen

Hanau-Lichtenberg.

Dargestellte Personen

Graf Philipp I. (der Ältere) von Hanau-Lichtenberg.
Philipp war der zweite Sohn Graf Reinhards II. von Hanau und der Katherina von Nassau-Beilstein.2) Ihm war ursprünglich die Heirat untersagt, da sein Bruder Reinhard III. und dessen Nachkommen die Herrschaft ungeteilt weiterführen sollten. Reinhard III. starb jedoch schon 1452, als sein einziger Sohn Philipp (der Jüngere) erst zwei Jahre alt war. Daraufhin wurde 1458 die Hausordnung geändert und die Grafschaft zwischen Philipp d. Ä. und seinem gleichnamigen Neffen geteilt. Philipp d. Ä. erhielt nun die Heiratserlaubnis und heiratete noch in demselben Jahr Anna, die Tochter Ludwigs V. von Lichtenberg.3) Da Ludwig V. neben Anna nur noch eine weitere Tochter Elsa hatte, fiel die halbe Herrschaft Lichtenberg nach seinem Tod 1471 an Philipp von Hanau. Dieser einigte sich jedoch mit dem Grafen Friedrich von Zweibrücken-Bitsch als zweitem Erben darauf, mit der Inbesitznahme der Herrschaft Lichtenberg zu warten, bis auch Jakob, der Bruder Ludwigs V. von Lichtenberg, gestorben war. Da Jakob aber erst am 5. Januar 1480 verstarb, konnte Philipp sein Erbe kaum noch nutzen.4) Er starb nur wenige Monate später in Ingweiler (Dép. Bas-Rhin), das zu seinem neuen Herrschaftsgebiet gehörte.
Bei der Teilung von 1458 hatte Philipp u.a. Babenhausen erhalten und verlegte seine Residenz dorthin.5) Dies führte ab 1460 zu Umbaumaßnahmen am Schloß. Philipp ließ auch das Langhaus der Babenhausener Kirche neu errichten, das 1472 fertiggestellt wurde. Vermutlich bestimmte er schon zu diesem Zeitpunkt die Kirche zur Grablege der von ihm begründeten Linie Hanau-Lichtenberg.

Inschrift

Umschrift

An(n)o · d(omi)ni · m · cccc · lxxx · iar · vff / mitwoch · vigilia · ase(n)sio(n)is · starb · der · wolgebor(n)n · philips · graf · zv · ha(n)/nav · vn(d) · her · zv · liechte(n)berg · zv / ingwyl(e)r · vn(d) · lyt · hie · begrabe(n) · des · sel · de(r) · almechtig · got · barmhe(r)czig · sy

Schrift

Nachweise

Fußnoten

  1. Spieß, Familie 178 und 221; Europ. Stammtafeln NF 16, Taf. 159. ↑
  2. Lehmann, Hanau-Lichtenberg II 409-413; Spieß, Familie 220-223. ↑
  3. Vgl. Eyer, Territorium 43 und 108; Spieß, Familie 103f. und 223 mit Anm. 110 und 111. ↑
  4. Zur Aufteilung des hanauischen Gebiets vgl. Lehmann, Hanau-Lichtenberg II 411 und Spieß, Familie 222f. ↑

Literatur

Bearbeitung

Die Inschriften der Stadt Darmstadt und der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau. Gesammelt und bearbeitet von Sebastian Scholz (Die Deutschen Inschriften 49), 1999, S. 48 f., Nr. 72.

Indizes

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Philipp I. von Hanau-Lichtenberg 1480, Babenhausen“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/24_philipp-i-von-hanau-lichtenberg-1480-babenhausen> (aufgerufen am 03.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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