Elisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, Goddelsheim

19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Ortsname
Goddelsheim
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Standort

Gebäude / Areal

Goddelsheim, Evangelische Kirche.

Heutiger Aufbewahrungsort

Angaben zum Aufbewahrungsort

In der nordöstlichen Außenwand rechts des Fensters.

Merkmale

Datierung

5. Oktober 1590

Typ

Material

Erhaltung

erhalten

Größe

90 x 90 cm (B x H)

Beschreibung

Die Grabinschrift für Elisabeth Scriba besteht aus zwei Teilen:
Der obere Abschnitt (A) ist dreizeilig, mit Ritzlinien als Rand und zwischen den Zeilen, in die Oberfläche zweier Bausteine der Kirche eingemeißelt.
Für den unteren Abschnitt hat man Teile von vier Bausteinen zu einem querrechteckigen Feld vertieft und dieses mit einer 12-zeiligen Inschrift (B) versehen, bei der die Zeilen wiederum durch eingeritzte Linien getrennt sind.
Die Inschrift war einst mit schwarzer Farbe nachgezogen, wie an einigen Stellen noch gut erkennbar ist.

Geschlecht, Alter, Familienstand

Stand

Dargestellte Personen

Elisabeth, Ehefrau des Pfarrers Henrich (Henricus) Scriba zu Goddelsheim, begraben am 5. Oktober 1590 vor (wörtlich: geradewegs unter) der Grabinschrift (eregione sub lapide sepultam). Pfarrer Scriba (auch Schreibers) wurde um 1543 in Medebach geboren, studierte in Wittenberg, promovierte dort zum Magister und wurde 1567 als Pfarrer in Goddelsheim eingeführt. Im gleichen Jahr am 2. Dezember heiratete er in Goddelsheim Elisabeth, die leibliche oder natürliche (d.h. außereheliche) Tochter des Jost von Grafschaft zu Ober-Ense, die auch unter dem Namen Elisabeth Grave (= Name der Mutter ?) erscheint. Aus der Ehe gingen vier Töchter und zwei Söhne hervor. Nach dem Tod Elisabeths heiratete Henrich Scriba am 24. Juni 1591 in zweiter Ehe Magdalene Frankenauer aus Goddelsheim und starb schließlich im Jahr 1610. Scriba war (nach frdl. Mitteilung von Herrn Wolfgang Wennemuth, Lichtenfels) ein Onkel des Philippus Althusius, für den er eine gußeiserne Grabplatte hat anfertigen lassen, die sich in Goddelsheim ebenfalls erhalten hat.

Inschrift

Umschrift

A:
HENRICVS • SCRIBA • PASTOR • AD • ELI /
ZABETHAM • VXOREM • EREGIONE /
SVB • LAPIDE • SEPVLTAM • A(NN)O 1590 • 5 • OCT(OBRIS) •
B:
CHARA • DEO • SOBOLES • CONIVNX • MIHI • CHARA • QVIESCE /
ELIZABETH • MACVLIS • OMNIBVS • ABSQVE • TVIS • /
TE • NON • AMISI • CONIVNX • SVAVISSIMA • SED • TE • /
PRAEMISI • STVDEO • MOX • PIA • COSTA • SEQVI /
VIXISTI • MECVM • CVM • CHRISTO • NVNC • ET • IN • AEVV[M] /
HIC • LVCTVS • ISTIC • GAVDIA • FIRMA • TENES • /
NVNC • DORMI • DONEC • IVNGAR • TIBI • NOS • ET • IESVS • /
SVSCITET • IN • REGNVM • NOS • VEHAT • IPSE • SVVM /
CHRISTE • TIBI • VIXIT • TIBI • MORTVA • CHRISTE • RESVRGET /
PERPETVO • VIVET • REX • PIE • CHRISTE • TIBI /
O • MISERVM • MORTALE • GENVS • VIGILATO • PRECARE /
VIVERE • DISCE • DEO • DISCE • DEO • QVE • MORI

Übersetzung

A:
Heinrich Scriba, Pfarrer, für Elisabeth, die geradewegs unter diesem Stein begrabene Gattin. Im Jahr 1590, 5. Oktober.
B:
Gott teures Leben, und mir auch treue Gefährtin, du ruhe,
Ganz, Elisabeth, nun von deinen Fehlern befreit!
Dich verlier ich mit nichten, lieblichste Gattin, dich schickte
Nur ich voraus; bald folg', fromme Ripp', ich dir nach!
Du hast gelebt mit mir, mit Christo jetzt und auch ewig;
Hier ist Trauer, und dort hast du beständige Freud'.
Schlaf jetzt, bis ich mit dir vereinigt werde; uns möge
Jesus erwecken und selbst führen uns in sein Reich.
Christe, sie lebte dir, wird gestorben dir, Christe, einst auferstehn,
Christe, wird leben dir ewig, heiliger Herr!
O du elendes Todesgeschlecht, sei wachsam und bete!
Lerne zu leben dem Herrn, lern' auch zu sterben dem Herrn.

Kommentar

Übersetzung von Inschrift B von Otto Adolf Scriba, abgedruckt bei Nicolai, Helmut: Waldeckische Wappen, Teil 3, S. 368.

Schrift

Nachweise

Literatur

  • Nicolai, Helmut: Waldeckische Wappen, Teil 3, Arolsen 1991, S. 367-368
  • Langenbeck: Die evangelischen Geistlichen des jetzigen Kirchenkreises des Eisenbergs seit der Reformation, in: Geschichtsblätter für Waldeck, Bd. 42 (1950), S. 31 ff., hier S. 63
  • Scriba, Eduard: Genealogisch-biographische Uebersicht der Familie Scriba, Darmstadt 1824, S. 4 (mit geringfügig abweichender Lesung der Inschrift)

Bearbeitung

Andreas Schmidt, ehemals HLGL, nach der angegebenen Literatur sowie Fotos und Mitteilungen von Herrn Wolfgang Wennemuth, Lichtenfels.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Erschließung: Die Rechte liegen bei den Urhebern, vgl. die Angaben im Abschnitt „Bearbeitung“
Abbildung(en): siehe die Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Elisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, Goddelsheim“, in: Grabdenkmäler <https://lagis.hessen.de/de/personen/grabdenkmaeler/alle-eintraege/1326_elisabeth-scriba-geb-von-grafschaft-oder-grave-1590-goddelsheim> (aufgerufen am 01.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/gdm/1326

Elisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, GoddelsheimElisabeth Scriba geb. (von) Grafschaft oder Grave 1590, Goddelsheim / Zeichnung von Kurt Scriba