Westheim

Die Lage von Westheim im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Wüstung
Lagebezug
1,5 km nordwestlich von Hofgeismar
Lage und Verkehrslage
Flurbezeichnungen Westheimer Feld, Westheimer Grund
Ersterwähnung
1123
Siedlungsentwicklung
Die älteren Siedlungsplätze Aschendorf, Gauze, Nordgeismar, Sudheim und Westheim werden in Verbindung mit der Stadtwerdung von Hofgeimar aufgelassen. 1303 wird Westheim noch als Dorf bezeichnet, fiel aber vermutlich kurz danach wüst. Um 1530 wird noch ein Hof zu Westheim erwähnt.
Historische Namensformen
- Westen, in (1123) [UB Mainz 1, S. 417-420, Nr. 514]
- Westheim, in (1146) [UB Mainz 2,1, S. 168-171, Nr. 88]
- Westhem (1210) [Kruppa, Grafen von Dassel, S. 384, Regest Nr. 115]
- Westem (Anfang 13. Jahrhundert) [HStAM Bestand Urk. 36]
- Westhem, in (1244) [Urkunden Kloster Hardehausen, S.118-119, Nr. 102]
- Westhem, in (1269) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3: Urkunden des Bisthums Paderborn, 1251-1300, S. 585, Nr. 1189]
- Westheym (1272/73) [Staatsarchiv Würzburg, Domkapitel Mainz, Mainzer Urkunden 3391 (zu 1273); das Vidimus von 1284 datiert zu 1272 HStAM Bestand Urk. 52 Nr. 8; Druck Gudenus, Codex diplomaticus exhibens anecdota 1, S. 751-752, Nr. 341; Regest (fehlerhaft) Kruppa, Grafen von Dassel, S. 482, Nr. 474]
- Westheim, in (1278) [Abschrift Westfälisches Urkundenbuch 4,3: Urkunden des Bisthums Paderborn, 1251-1300, S. 719, Nr. 1503]
- Westhem, in (13. Jahrhundert) [Abschrift 2. Hälfte 14. Jahrhundert, J. Dolle, Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg, in: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte 41 (1991), S. 79 (Register)]
- Westheym (1303) [Vogt, RggEbMz Nr. 0767, in: Die Regesten der Mainzer Erzbischöfe]
- Westheym, in (1370, 1376)[Conrad, Kopiar- und Urbarüberlieferung Kloster Hardehausen, S. 111, 126, 127]
- Westheym, tho (ca. 1380) [Lippoldsberger Güterregister, in: Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 187-189, Beil. IV]
- Westhayn (um 1530) [HStAM Bestand S Nr. 379, fol. 31]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1146)
- curtis (1210)
- Dorf (1303)
- Hof (um 1530)
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3525161, 5707651
UTM: 32 U 525077 5705808
WGS84: 51.502848° N, 9.3613° O
Statistik
Ortskennziffer
63301304040
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1303: Erzstift Mainz, Amt und Gericht Hofgeismar (Pfandverschreibung an den Grafen von Waldeck)
Altkreis
Hofgeismar
Herrschaft
- 1244 befreit der Mainzer Erzbischof Siegfried die in seiner Diözese liegenden und von der Mainzer Kirche abhängigen Besitzungen und Güter (possessiones et bona) des Klosters Hardehausen, u.a. in Westheim, von allen Diensten und Abgaben. Westheim ist Teil der Vogtei, die Graf Ludwig Dassel 1272 an Mainz verkauft. 1303 verpfändet Mainz die Vogtei, die zum Komplex der Gerichte um Hofgeismar gerechnet wird, dem Grafen von Waldeck.
- Nach dem ältesten Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg sind in Westheim im 13./14. Jahrhundert eine Hofstätte, ein Hof und vier Hufen an Bürger von Hofgeismar als Lehen ausgetan. 1472 gehören 18 Morgen, die offensichtlich aus Schöneberger Besitz zurückgehen, zum hessischen Mannlehen der von Ameluxen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- Der Güterbesitz des Klosters Lippoldsberg in Westheim geht auf eine Schenkung des Mainzer Erzischofs Adalbert I. zurück, die sein Nachfolger Heinrich 1146 bestätigt. In der Folge kommt weiterer Besitz hinzu, der um 1380 insgesamt vier Hufen umfasst und bis zur Auflösung des Klosters im 16. Jahrhundert behauptet werden kann.
- 1123 bestätigt der Mainzer Erzbischof Adalbert I. dem Kloster Hasungen u.a. die Schenkung von Westheim durch den Grafen Adalbert von Schauenburg.
- Die Grafen Adolf II. und Ludolf III. besitzen in Westheim einen Hof als Allod, den sie 1210 dem Paderborner Bischof als Entschädigung für unerlaubte Rodungen übergeben und von ihm als Lehen zurückerhalten.
- Nach dem ältesten Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg sind in Westheim im 13./14. Jahrhundert eine Hofstätte, ein Hof und vier Hufen an Bürger von Hofgeismar als Lehen ausgetan.
- Besitz des Klosters Hardehausen wird 1244 erstmals erwähnt, der 1269 um drei Hufen vergrößert werden kann. 1370 und 1376 wird der Umfang der Güter, die vermutlich von Hofgeismar aus verwaltet werden, erneut mit drei Hufen angegeben.
- 1407 bedenkt Ernst von Aschendorf die Kirche St. Peter in Hofgeismar mit eine Hufe in Aschendorf.
Ortsadel
Adlige 1222-1236
Nachweise
Literatur
- Kruppa, Grafen von Dassel, S. 320
- Thomas-Sergej Huck, Zisterzienserkloster Hardehausen, S. 286-287
- K. Günther, Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert, S. 48
- Desel, Kloster Lippoldsberg und seine auswärtigen Besitzungen, S. 173
- Landau, Beschreibung der wüsten Ortschaften. Ausg. 1858, S. 35
- Historisches Ortslexikon Kurhessen, S. 510
Siehe auch
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Orte
Nachnutzung
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Westheim, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2966_westheim> (aufgerufen am 17.06.2026)
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