Hoof

Dorf · 379 m über NN  
Gemeinde
Schauenburg
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

12 km südwestlich von Kassel

Lage und Verkehrslage

Geschlossenes Dorf mit einfachem Grundriss und lockerer Bebauung (Haufendorf) zwischen Habichtswald und Langenberg. Kirche in zentraler Lage. Moderne Bebauung im Norden und Osten. Im Norden verläuft die A 44, im Süden die Korbacher Straße (L 3215). Bahnhof der Eisenbahnlinie Kassel/Wilhelmshöhe – Naumburg (Inbetriebnahme der Strecke 31.3.1904) bis Stilllegung der Strecke am 4.9.1977.

Ersterwähnung

1318

Siedlungsentwicklung

Um 1318 erbaut Reinhard von Dalwigk ein neues befestigtes Haus unter der Burg, der Hof genannt. Aus diesem entwickelt sich der Gutsbezirk und dann das Dorf Hoof.
1928 erfolgt die Eingemeindung von Teilen des aufgelösten Gutsbezirks Hoof.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • im Hobe (1366)
  • der Hoff (1585 u. 1747) [OSt u. DB]

Ortsteile

  • Breitenbach, Elmshagen, Hoof und Martinhagen (31.12.1971 - 31.07.1972).

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Burgen und Befestigungen

Umlegung der Flur

1888

Älteste Gemarkungskarte

1707

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3524168, 5683335
UTM: 32 U 524084 5681502
WGS84: 51.284336° N, 9.345348° O

Statistik

Ortskennziffer

633023040

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 507, davon 266 Acker (= 52.47 %), 101 Wiesen (= 19.92 %), 68 Holzungen (= 13.41 %)
  • 1961 (Hektar): 965, davon 418 Wald (= 43.32 %)

Einwohnerstatistik

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1346: Herrschaft Schauenburg
  • 16. Jahrhundert: Landgrafschaft Hessen, Niederhessen, Amt Kassel
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Bauna
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Bauna (seit 1804 Wilhelmshöhe)
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Zwehren
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wilhelmshöhe
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Kassel
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Kassel
  • 1971: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Gemeinde Hoof (s. Gemeindeentwicklung)

Altkreis

Kassel

Gemeindeentwicklung

Am 31.12.1971 erfolgte im Zuge der hessischen Gebietsreform die Eingliederung der Gemeinden Breitenbach, Elmshagen und Martinhagen in die bestehende Gemeinde Hoof. Diese (Groß-)Gemeinde Hoof blieb aber nicht selbständig, sondern bestand nur bis zum 31.7.1972. Am 1.8.1972 schloss sich die (Groß-)Gemeinde Hoof mit Elgershausen zur neuen Gemeinde Schauenburg zusammen. Breitenbach, Elgershausen, Elmshagen, Hoof und Martinhagen wurden Ortsteile, Hoof wurde zudem Gemeindeverwaltungssitz.

Gericht

  • bis 1822: Amt Ahna
  • 1822: Landgericht Kassel
  • 1850: Justizamt Kassel II
  • 1867: Amtsgericht Kassel II
  • 1879: Amtsgericht Kassel

Herrschaft

  • 1318 kommt es zum Streit zwischen Reinhard von Dalwigk und den Landgrafen von Hessen zum Streit wegen des neu errichteten Hauses. Doch gelingt es den Landgrafen zunächst nur kurzzeitig, die von Dalwigk an sich zu binden. 1332 geht die Burg Schaumburg, dessen Zubehör Hoof war, als Erblehen von Mainz an den Ritter Reiner von Dalwigk und dessen Söhne. 1346 bestätigt Erzbischof Heinrich zu Mainz Reinhard, Elger und Bernhard von Dalwigk den Kirchsatz zu Ritte, Ditmold, Niedervellmar und Hoof. Erst 1459 stellen sie das Gericht Schauenburg, zu dem Breitenbach, Martinhagen und der Hof zu Elmshagen gehören, unter hessischen Schutz. Nachdem die Dalwigks in mainzischer Zeit die hohe und niedere Gerichtsbarkeit innehatten, blieb ihnen nun nur die niedere Gerichtsbarkeit.

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • 1366: Pfarrer belegt
  • 1889 Abriss eines romanischen Vorgängerbaus, an dessen Stelle 1890/91 eine neugotische Kirche nach Plänen des Kasseler Baurats Schuchhardt entsteht.

Pfarrzugehörigkeit

1872: Protestantische Pfarrei der Klasse Wilhelmshöhe mit Filial Breitenbach und dem beständigen Vikariat Elmshagen. 1952 wird die Filialgemeinde Breitenbach ausgepfarrt.

Patronat

1346 bestätigt Erzbischof Heinrich zu Mainz den Herren von Dalwigk den Kirchsatz zu Ritte, Ditmold, Niedervellmar und Hoof (HStAM Bestand Urk. 111 Nr. 1). Das Patronat in Hoof besitzen die von Dalwigk auch in der Folge, so 1585.

Diakonische Einrichtungen

29.04.1898 Diakonissenstation, Schwestern angestellt durch Pfarramt. Gemeinsame Wohnung mit Kinderlehrerin Rudolf Francke, Die christliche Liebestätigkeit in Kurhessen. Kassel 1904; nach Sardemann, Geschichte des hessischen Diakonissenhauses zu Cassel, S. 300 Krankenpflege, Strick- und Spielschule, Nähverein, Vereinsarbeit; Fortbestand der Diakoniestation bis 1957 (Landeskirchliches Archiv Kassel, Findbuch G 2.6. Kurhessisches Diakonissenhaus)

Bekenntniswechsel

Erster evangelischer Pfarrer: vermutlich Benedictus Joachimus [Nachname unbekannt] ca. 1536-1576, sicher Johannes Schüßler bis 1545

Kirchliche Mittelbehörden

Hoof stand vor der Reformation unter dem Dekanat Fritzlar (Würdtwein D. 10, 511). 1872 gehörte es dann zur protestantischen Klasse Wilhelmshöhe (Hochhuth, Statistik der evangelischen Kirche, S. 217).

Juden

Provinzial Rabbinat Kassel 1823: 26 Familien (128 Seelen); 1861: 170; 1905: 162; 1932/33: 120 Juden Gemeinde existiert möglicherweise seit 17/18. Jh; Unterlagen aber erst seit 1823. unter Schutz der Familie v. Dalwigk 1854 Synagoge errichtet, Fachwerkbau, Betraum, Frauenbad im Keller; wird 1940 umgebaut; Corbacher Landstraße Schule im selbe Gebäude wie Synagoge, bereits 1827 eigene jüdische Elementarschule; Schule bestand bis 1933 (Schülerzahlen rückläufig) Friedhof: bestand schon vor 1837; 1840 neue Friedhof an der Korbacher Straße eingerichtet; auch Tote aus Niedenstein werden hier bestattet. (alemannia-judaica)

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit vier Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Die 1821 genannte Steinmühle ist möglicherweise mit der Eichmühle identisch.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Hoof, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2271_hoof> (aufgerufen am 05.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2271