Vaake

Dorf · 119 m über NN  
Gemeinde
Reinhardshagen
Landkreis
Kassel
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

16,5 km südöstlich von Hofgeismar

Lage und Verkehrslage

Straßendorf am linken Ufer der Weser an den östlichen Ausläufern des Reinhardswaldes unmittelbar an der Landesgrenze zum Bundesland Niedersachsen. Kirche an der ursprünglichen Hauptstraße unmittelbar am Ufer der Weser. Moderne Bebauung nach Südosten.
Durch den Ort führt, parallel zur Weser und zur älteren Hauptstraße, die B 80 von Hann. Münden nach Bad Karlshafen (Mündener Straße)

Ersterwähnung

(826-876)

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

  • villa (997)
  • locus (1004)
  • villa (1272/73, 1288, 1303, 1304)
  • Durff (1406)

Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung

Umlegung der Flur

1904

Älteste Gemarkungskarte

1799

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3542903, 5705109
UTM: 32 U 542812 5703266
WGS84: 51.478933° N, 9.616495° O

Statistik

Ortskennziffer

633022010

Flächennutzungsstatistik

  • 1885 (Hektar): 442, davon 224 Acker (= 50.68 %), 146 Wiesen (= 33.03 %), 3 Holzungen (= 0.68 %)
  • 1961 (Hektar): 482, davon 20 Wald (= 4.15 %)

Einwohnerstatistik

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 1288: Herzogtum Braunschweig, Amt und Gericht Gieselwerder (Pfandverschreibung an den Grafen von Everstein)
  • 1303: Erzstift Mainz, Amt und Gericht Hofgeismar (Pfandverschreibung an den Grafen von Waldeck)
  • 1409: Burg und Gericht Gieselwerder (Mainzer Pfandbesitz der Herren von Hardenberg); Stift Hilwartshausen
  • 1455: Landgrafschaft Hessen, Amt Grebenstein
  • 1462: Landgrafschaft Hessen, Amt Gieselwerder
  • 1551: Landgrafschaft Hessen, Amt Gieselwerder
  • 1585: Landgrafschaft Hessen, Amt Sababurg
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1803-1806: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1807-1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Veckerhagen
  • 1814-1821: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Sababurg
  • 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel
  • 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Hofgeismar
  • 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hofgeismar
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hofgeismar
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel

Altkreis

Hofgeismar

Gemeindeentwicklung

6.6.1961: Umgemeindung des ehem. Pionierübungsplatzes mit Tillyschanze (46 Einw.) nach dem Gutsbezirk Reinhardswald (Gemeindefreies bewohntes Gebiet) Am 31.12.1970 im Zuge der hessischen Gebietsreform gebildeter Zusammenschluss der beiden Gemeinden Vaake und Veckerhagen zur neuen Gemeinde Reinhardshagen. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Veckerhagen.

Gericht

  • bis 1822: Amt Sababurg
  • 1822: Justizamt Sababurg (Sitz Veckerhagen)
  • 1867: Amtsgericht Veckerhagen
  • 1879: Amtsgericht Veckerhagen
  • 1932: Amtsgericht Hofgeismar

Herrschaft

  • Im 9. Jahrhundert überträgt ein gewisser Wendil dem Kloster Corvey seine in Vakka gelegenen Besitzungen an Land und Wald. 997 bestätigt König Otto III. dem Stift Hilwartshausen eine Schenkung der Witwe Helmburg, die u.a. aus Gütern in Vaake besteht. Hilwartshausen, Kloster 1004 schenkt Helmburg dem Kloster Hilwartshausen Güter in Vaake.
  • 1272 verkauft Graf Ludolf von Dassel Vaake an Mainz. 1288 verpfänden die Herzöge Albert und Wilhelm von Braunschweig dem Grafen Otto von Everstein Schloss und Stadt Gieselwerder mit den zugehörigen Dörfern und Vogteien, wozu auch das Dorf Vaake gehört. 1290 ist der Ort im gemeinschaftlichen Besitz von Mainz und Braunschweig. 1303 verpfändet Mainz die Vogtei, die zum Komplex der Gerichte um Hofgeismar gerechnet wird, dem Grafen von Waldeck. 1304 erheben die Herren von Schöneberg Ansprüche auf den Anteil des Klosters Hilwartshausen. 1347 geben die Brüder Albrecht und Reinhard von Vecker bekannt, dass sie den großen Hof in Vaake mit anderthalb Hufen, den ihr Vater dem Stift verkauft hatte, von diesem als Lehen erhalten haben. Die Herrschaftsrechte sind ansonsten im 14. Jahrhundert zwischen Kurmainz und dem Herzogtum Braunschweig geteilt, wobei sich die Herzöge von Braunschweig gegen Ende aus dem Kondominat zurückziehen. 1406 verpfänden die Hardenberger das halbe Dorf an das Stift Hilwartshausen. 1409 ist Vaake mit namentlich genannten Leuten und der halben Vogtei Hardenberger Zubehör des mainzischen Gerichts Gieselwerder, die andere, größere Hälfte gehört dem Stift Hilwartshausen. Im 15. Jahrhundert gelingt es den Landgrafen, die Mainzer Rechtsansprüche zu übernehmen, seit 1538 ist der Ort vollständig in deren Besitz.

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Vgl. Herrschaft
  • Das von der Frühzeit an in Vaake begüterte Stift Hilwartshausen verfügt 1408 über 2 Vorwerke und 23 diensthafte Höfe, die gegen Zins ausgetan sind.

Zehntverhältnisse

1400 befindet sich der Zehnte als Lehen der Vecker im Besitz der Bramburger Stockhausen.

Ortsadel

von Vecker (1408)

Kirche und Religion

Ortskirchen

  • Pfarrer (1542)
  • Kirchbau aus dem 13. Jahrhundert mit eingezogenem quadratischem Chor hat einen gleich breiten Westturm

Pfarrzugehörigkeit

Die Pfarrei wurde im Mittelalter von Kloster Hilwartshausen aus versorgt. Spätestens seit der Reformation gehört Veckerhagen als Filial zu Vaake. 1979 erhält Veckerhagen eine eigene Pfarrei.

Patronat

Das Kloster Hilwartshausen war im Besitz des Patronates, nach der Reformation hatte es die Herzög Braunschweig-Lüneburg inne. Von 1629-1745 im Besitz der Universität Helmstedt, dann von 1745-1831 im Besitz von Hannover. Seit 1831 im Besitz von Kurhessen

Bekenntniswechsel

Erster evangelischer Pfarrer: Johann Hufnagel ca. 1527-1542, von Landgraf Philipp eingesetzt, weil das Kloster Hilwartshausen sich weigerte, einen evangelischen Prädikanten zu besolden.

Kirchliche Mittelbehörden

15. Jahrhundert: Mainzer Kirchenprovinz, Archidiakonat St. Marien zu Hofgeismar
1585 protestantische Pfarrei der Klasse Gottsbüren

Kultur

Schulen

1910 Volksschule mit zwei Klassen

Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)

Wirtschaft

Mühlen

Die Vaaker Mühle am Südrand des Ortes wurde mit dem Wasser der Nassen Ahle über ein oberschlächtiges Wasserrad betrieben. Später mit Elektromotor, seit 1950 mit Ölmotor verstärkt. 1957 Betrieb eingestellt

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Vaake, Kassel“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/2098_vaake> (aufgerufen am 30.05.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/2098