Sudeck

Die Lage von Sudeck im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
10,5 km nordwestlich von Korbach
Lage und Verkehrslage
Geschlossenes, ursprünglich aus Hofeinheiten bestehendes Dorf mit einfachem Grundriss an einem Bachzulauf zur Rhene. Kirche in zentraler Lage. An der Verbindungsstraße Adorf-Giebringhausen-Eimelrod-Usseln (L 3082) ferner Straße zum Nachbardorf Rhenegge.
Ersterwähnung
1141
Historische Namensformen
- Sudwich, de (1141) [Kop. Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 66, Nr. 394]
- Sutwik, in (1194) [Kop. 14. Jahrhundert Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, S. 299, Nr. 1488]
- Sudick, in (1332-1344) [Urkunden zur Geschichte der Fürstenthümer Waldeck und Pyrmont, bearb. von Louis Curtze, o.J., Exemplar in der Dienstbibliothek des Hessischen Staatsarchivs Marburg, S. 39-50, Nr. 31]
- Sudik, in (1336-1359) [Paul Wigand, in: Archiv für Geschichte und Alterthumskunde Westphalens 7 (1838), S. 300, § 214]
- Sudeck (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
- Sudeck (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
Burgen und Befestigungen
- In Sudeck wird unter Graf Carl von Waldeck 1730 ein Jagdschloss (Carlsruhe) aus Giebringhäuser Marmor errichtet, das sich 1781 im Besitz des Herrn von Reins, eines illegitimen Sohns des Erbauer, befindet. Als Architekt wird Ludwig Rothweil vermutet. 1789 wird es als wüst beschrieben, 1790 erfolgt der Abriss (HStAM Bestand 125 Nr. 1435).
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3483620, 5689881
UTM: 32 U 483553 5688045
WGS84: 51.343448° N, 8.763857° O
Statistik
Ortskennziffer
635007110
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 663, davon 284 Acker (= 42.84 %), 62 Wiesen (= 9.35 %), 160 Holzungen (= 24.13 %)
- 1961 (Hektar): 662, davon 153 Wald (= 23.11 %)
Einwohnerstatistik
- 1541: 12 Häuser
- 1620: 19 Häuser
- 1650: 12 Häuser
- 1738: 22 Häuser
- 1770: 22 Häuser, 158 Einwohner
- 1885: 206, davon 204 evangelisch (= 99.03 %), 2 katholisch (= 0.97 %)
- 1895: 203, davon 203 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 172, davon 169 evangelisch (= 98.26 %), 3 katholisch (= 1.74 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1489: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg, Herrschaft Padberg
- 1546: Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
- 1755/1757: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Eisenberg
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt des Eisenbergs (Sitz in Korbach)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt Eisenberg (Sitz in Korbach)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis des Eisenbergs
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis des Eisenbergs
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 31.12.1971 als Ortsteil in die neu gegründete Gemeinde Diemelsee eingemeindet.
Gericht
- 1537/1541: Gogericht Flechtdorf
- 1814: Oberjustizamt des Eisenbergs in Korbach
- 1850: Kreisgericht Korbach
- 1868/69: Amtsgericht Korbach
Herrschaft
- Im 14. Jahrhundert konkurrieren noch herrschaftliche Ansprüche der Grafen von Waldeck und der Äbte von Corvey. Mit der Veräußerung eines Hofes durch die Scharfenberger 1405 verliert die Abtei ihren Zugriff.
- 1489 wird Sudeck zur Herrschaft Padberg gerechnet und gilt als Zubehör des Amtes Eisenberg im weitesten Sinne. 1508 gestattet Graf Philipp von Waldeck seinem Kanzler Wendelin Colbecher, die den von Horhusen und von Dalwigk in Sudeck verpfändeten Höfe, Güter und Zehnten einzulösen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1141 überträgt der Kölner Erzbischof Arnold dem Kloster Flechtdorf auf Bitten des Ministerialen Hildebrand von Sudeck dessen Lehen mit Hörigen und Nutzungsrechten. 1194 bestätigt Adolf von Altena dem Kloster den Besitz eines Gutes und von drei Hufen in Sudeck.
- 1376 wird der Hof der Grafen von Padberg in Sudeck von Tepel Grotte bewirtschaftet. 1394 verzichten die von Padberg auf ihren Hof in Sudeck zugunsten des Klosters Flechtdorf.
- 1405 bekennen Johann und Hermann von Scharfenberg, dass sie Graf Heinrich von Waldeck eine Reihe ihrer Güter und Eigenleute aufgelassen haben, u.a. den Hof zu Sudeck [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 6975].
- 1537 gehören die Höfe in Sudeck denen von Padberg, von Twiste, den Schreiber und dem Kloster Flechtdorf.
Zehntverhältnisse
Zwischen 1332 und 1344 ist der halbe Zehnte waldeckisches Lehen des Heinrich von Adorf, um 1350 die andere Hälfte corveyisches Lehen der Scharfenberger. 1537 gehört der Zehnte zu einem Viertel dem Grafen von Waldeck, drei Viertel haben die Padberger inne.
Kirche und Religion
Ortskirchen
- Um 1200 entstandene Saalkirche mit zwei Jochen
Patrozinien
- Margaretha
Pfarrzugehörigkeit
1543 und später als Filial zum Kirchspiel Adorf gehörig.
Bekenntniswechsel
Da Filial von Adorf, Einführung der Reformation vermutlich unter dem Adorfer Pfarrer Syffert Bockeler (Bocklers) um 1535.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Nachweise
Literatur
- Sudeck. Waldeckische Ortssippenbücher 60
- Schwersmann, Benediktinerkloster Flechtdorf, S. 38, 321-322,
- Bockshammer, Grafschaft Waldeck, S. 216-228,
- Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 3 (Kreis des Eisenberges), S. 220-222,
- Langenbeck, Die evangelischen Geistlichen, in: Geschichtsblätter für Waldeck und Pyrmont 42 (1950), S. 33
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Sudeck, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1739_sudeck> (aufgerufen am 11.06.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/1739