Braunsen

Die Lage von Braunsen im Orthofoto
Siedlung
Ortstyp
Dorf
Lagebezug
4 km südöstlich von Bad Arolsen
Lage und Verkehrslage
Dorf mit einfachem, regellosem Grundriß und geringer Siedlungsdichte entlang der Twiste an der Nebenstraße Wolfhagen-Korbach (K 8). Der Ort wird durch den Fluss in einen älteren südlichen und einen jüngeren nördlichen Siedlungsbereich geteilt. Kirche im Südosten über dem Dorf.
Ersterwähnung
1223
Vorbemerkung Historische Namensformen
vgl. auch Burg Braunsen
Historische Namensformen
- Brunhardessen, in (13. Jahrhundert) [Verzeichnis von Zehnt-Einkünften der Abtei Corvey, in: Liber vitae der Abtei Corvey, Bd. 1, S. 113, i.5]
- Brunhardeshem (1223) [Schreibweise nicht geprüft HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9230]
- Brunesse, de (1228) [Urkunden des Klosters Hardehausen, S. 87-88, Nr. 57]
- Brunessen, de (1243) [Urkunden des Klosters Hardehausen, S. 114-115, Nr. 96]
- Brunthertessen, de (1246) [HStAM Bestand Urk. 27 Nr. 29]
- Brunhardessen, de (1255) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 346-347, Nr. 599]
- Brunhardessen (1276) [Westfälisches Urkundenbuch 4,3, S. 691-692, Nr. 1443]
- Brunhardissen (1380) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 1665, Text gedruckt bei: Varnhagen, Grundlage, Urkundenbuch S. 192f., Nr. 92 ]
- Brunhardessen (1483) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 9412]
- Brunerssen (1494) [HStAM Bestand Urk. 85 Nr. 1660]
- Brunsen (1537) [HStAM Bestand 127 Nr. 3]
- Braunsen (1733) [HStAD Bestand P 23 Nr. 56]
- Braunsheim (1757) [HStAM Bestand Karten Nr. A III 167]
Bezeichnung der Siedlung
- villa (1276)
Siedlungsplätze innerhalb der Gemarkung
- Bilstein
- Braunserhammer
- Junckernhagen
- Leferinghausen
- Scapesberg
- Braunsen (→ Burgen, Schlösser, Herrenhäuser)
Burgen und Befestigungen
Umlegung der Flur
1894, 1905
Älteste Gemarkungskarte
1757
Koordinaten
Gauß-Krüger: 3502753, 5690593
UTM: 32 U 502678 5688757
WGS84: 51.350078° N, 9.038455° O
Statistik
Ortskennziffer
635002020
Flächennutzungsstatistik
- 1885 (Hektar): 960, davon 235 Acker (= 24.48 %), 74 Wiesen (= 7.71 %), 607 Holzungen (= 63.23 %)
- 1961 (Hektar): 962, davon 602 Wald (= 62.58 %)
Einwohnerstatistik
- 1738: 22 Häuser
- 1770: 31 Häuser, 150 Einwohner
- 1885: 262, davon 262 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1895: 248, davon 248 evangelisch (= 100.00 %), 0 katholisch
- 1961: 186, davon 175 evangelisch (= 94.09 %), 5 katholisch (= 2.69 %)
Diagramme
Verfassung
Verwaltungsbezirk
- 1537: Grafschaft Waldeck, Amt Landau
- 1712: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- 1755: Fürstentum Waldeck, Amt Landau
- bis 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Amt Landau
- 1814: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen)
- 1816: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
- 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)
- 1919-1929: Freistaat Waldeck, Kreis der Twiste
- 1929: Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Kreis der Twiste
- 1942: Deutsches Reich, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck
- 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Waldeck
- 1974: Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg
Altkreis
Waldeck
Gemeindeentwicklung
Am 31. 12.1970 als Stadtteil in die Stadt Arolsen eingemeindet.
Gericht
- 1537: Freigericht Mengeringhausen
- 1816: Oberjustizamt der Twiste (Sitz in Arolsen)
- 1850: Kreisgericht Arolsen
- 1868/69: Amtsgericht Arolsen
Herrschaft
- Wohl seit dem 13. Jahrhundert in den Händen eines niederadligen Geschlechts. 1380 verpflichten sich Johann von Braunsen und seine Söhne Albrecht, Johann und Ludolf ihre Burg den Grafen Heinrich VI. von Waldeck allzeit offen zu halten. 1426 erwirbt Graf Adolf III. von Waldeck von Eckbrecht von Ikenhausen dessen Güter in Braunsen. Mit der Säkularisierung des Klosters Arolsen fallen die Güter und Rechte an die Grafen von Waldeck. 1537 bestehen vier Meiereigüter der Waldecker Grafen.
Besitz
Grundherrschaft und Grundbesitzer
- 1306 verkauft Wiegand von Nordenbeck dem Kloster Arolsen seine Güter u.a. in Braunsen, im gleichen Jahr schenken die von Escheberg dem Kloster Arolsen ihre dortigen Güter.
Zehntverhältnisse
In einem im 13. Jahrhundert in den Liber vitae der Abtei Corvey eingetragenen Verzeichnis wird Braunsen als Zehntbesitz der Abtei aufgeführt. 1276 verkaufen die Brüder Albert und Rabodo von Braunsen dem Kloster Volkhardinghausen die Hälfte des Zehnten dasselbst für 33 Mark. 1278 verkauft der Ritter Volpert von Braunsen seine Hälfte des Zehnten an das Kloster, das ihn noch 1463 in Besitz hat.
Ortsadel
1228
Kirche und Religion
Ortskirchen
- 1223 und 1241: Pleban
- 1483: kerckleen
- Romanische Sandsteinkirche aus rotem Bruchstein mit fast quadratischem Chor, Schiffe nachträglich im Westen verkürzt
Patrozinien
- Michael [1483]
Pfarrzugehörigkeit
1483 mit der nach Elleringhausen verlegten Klosterpfarrei verbunden, nachweislich noch 1539. 1579 Trennung und Besetzung mit eigenem Pfarrer. 1580 gehörte Volkhardinghausen zur Pfarrei, seit 1585 auch Elleringhausen. 1685 wird das Kirchspiel mit der Pfarrei Wetterburg vereinigt, mit der es bis 1805 verbunden bleibt. Seitdem unbesetzt und bis 1872 vom Inhaber der Diakonatsstelle in Landau aus versehen. 1872 wird das Diakonat aufgehoben und Braunsen von Twiste aus versehen. Nach Aufhebung der Pfarrstelle von Braunsen wird es Vikariatsgemeinde von Twiste.
Patronat
1426 erwirbt Graf Adolf von Waldeck den Patronat der Pfarrei Braunsen von Eckbrecht von Ikenhausen. Graf Otto IV. übergibt 1483 die Pfarrei dem Kloster Volkhardinghausen. 1579 präsentierte der Graf von Waldeck.
Bekenntniswechsel
Einführung der Reformation in der Grafschaft Waldeck ab 1526. Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Kleinschmit 1558-1568, zugleich Pfarrer in Elleringhausen.
Kirchliche Mittelbehörden
15. Jahrhundert: Bistum Paderborn, Archidiakonat Horhausen (Niedermarsberg). Die Pfarrei wird jedoch in keinem Register genannt.
Kultur
Sprachgeschichte (Quellenfaksimiles)
Wirtschaft
Mühlen
1561 wird ein Müller zu Braunsen erwähnt; 1732 besteht eine herrschaftliche Mühle in Braunsen (Mahl- und Ölmühle)
Nachweise
Literatur
Weblinks
Siehe auch
Weitere Angebote in LAGIS
Orte
Personen
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Braunsen, Waldeck-Frankenberg“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/1503_braunsen> (aufgerufen am 30.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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