Nieder-Eschbach

Dorf  
Gemarkung
Frankfurt-Nieder-Eschbach
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.
AEC416D7-3050-4A60-B27E-A826B70B90DD

Siedlung

Ortstyp

Dorf

Lagebezug

10 km nördlich von Frankfurt am Main

Lage und Verkehrslage

Geschlossene Siedlung westlich des Eschbachs mit Ortskirche in zentraler Lage. Moderne Siedlung im Südwesten.

Ersterwähnung

772

Siedlungsentwicklung

Römischer Gutshof nordwestlich der Autobahn A 5 am Rande der Gemarkung Nieder-Eschbach.

Historische Namensformen

Bezeichnung der Siedlung

Koordinaten

Gauß-Krüger: 3476702, 5562834
UTM: 32 U 476637 5561049
WGS84: 50.201164° N, 8.672631° O

Statistik

Ortskennziffer

412000450

Frühere Ortskennziffer

412000845

Flächennutzungsstatistik

  • 1854 (Morgen): 3120, davon 2230 Acker, 207 Wiesen, 577 Wald
  • 1961 (Hektar): 782, davon 149 Wald (= 19.05 %)

Einwohnerstatistik

  • 1834: 627
  • 1840: 626
  • 1846: 650
  • 1852: 707
  • 1858: 706
  • 1864: 590
  • 1871: 608
  • 1875: 626
  • 1885: 661
  • 1895: 684
  • 1905: 775
  • 1910: 819
  • 1925: 1022
  • 1939: 1376
  • 1946: 1963
  • 1950: 2117
  • 1956: 2556
  • 1961: 3123, davon 1708 evangelisch (= 54.69 %), 1279 katholisch (= 40.95 %)
  • 1970: 6435

Diagramme

Verfassung

Verwaltungsbezirk

  • 772-821: in pago Nitachgovve (Niddagau)
  • 1048: in pago Vvedereibo (Wettereiba)
  • 1378: Herrschaft Königstein
  • 1419: Herrschaft Eppstein-Königstein
  • 1433: Herrschaft Eppstein
  • 1535: Grafen von Stolberg
  • 1578: Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Rodheim
  • 1736: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Rodheim
  • 1787: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Grafschaft Hanau-Münzenberg, Amt Rodheim
  • 1806/7-10: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Hanau, Amt Rodheim (Militärverwaltung)
  • 1810: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Rodheim
  • 1820: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Amt Vilbel
  • 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Vilbel
  • 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Friedberg
  • 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Vilbel
  • 1874: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1918/19-1934: Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Friedberg
  • 1945: Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1946: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Friedberg
  • 1972: Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreisfreie Stadt Frankfurt am Main

Altkreis

Friedberg

Gemeindeentwicklung

Am 1.8.1972 Eingemeindung zur Stadt Frankfurt (Main).

Gericht

  • 1433: Landgericht Eppstein, Grafschaft Ursel-Stulen (zu Königstein)
  • 1535: Halsgericht Stulen
  • 1821: Landgericht Groß-Karben
  • 1853: Landgericht Vilbel
  • 1879: Amtsgericht Vilbel

Besitz

Grundherrschaft und Grundbesitzer

  • Zwischen 772 und 855 erhält Kloster Lorsch mehrere Privatschenkungen in Eschbach. 1048 schenkt Kaiser Heinrich III. seinem ritterlichen Ministerialen Swigger eine Besitzung in Erlenbach und Eschbach in der Wetterau mit allem Zubhör, aber mit Ausnahme von zwei Hörigen und deren Besitz.
  • Im 13. Jahrhundert gehörte die villa Eschbach (gemeint ist vermutlich Nieder-Eschbach) nach der Mainzer Heberolle dem Mainzer Erzstift, von dem sie an die Herren von Eppstein gelangte. 1278 mußten diese alle Einkünfte, die Gerhard III. dort hatte, an Erzbischof Werner zurückgeben. 1378 gehörten Dienste und Rechte in Nieder-Eschbach zur Falkensteiner Burg Königstein. 1433 fiel Nieder-Eschbach an Eberhard von Eppstein, 1535 an die Grafen von Stolberg. 1578 Verpfändung durch Graf Christoph von Stolberg an die Grafen von Hanau-Münzenberg, die Niedereschbach wenig später endgültig erwerben. 1736 fällt Nieder-Eschbach an Hessen-Kassel.
  • Grundherrlichen Besitz hatten in Nieder-Eschbach ferner der Deutsche Orden (nachweislich seit 1288), das Mainzer Domkapitel (im 15. Jahrhundert) und die Familie Glauburg.

Zehntverhältnisse

1206 besitzt die Familie des Eberhard Waro von Hagen ein Dritteil des Zehnten zu Eschbach (möglicherweise ist Ober-Eschbach gemeint)

Kirche und Religion

Ortskirchen

Patronat

Der Erzbischof von Mainz verfügt 1364 über das Patronatsrecht, das zeitweise an die von Glimmental ausgetan ist. Um 1465 und in der Folge ist es wieder im Besitz der Erzbischöfe von Mainz.

Bekenntniswechsel

Einführung der Reformation: 1536 Erster nachweisbarer evangelischer Pfarrer: Johannes Ulmersbach 1591-1593 Reformierter Bekenntniswechsel: 1596 1659 Recht auf freie Religionsausübung für die lutherischen Bewohner, 1672 erster lutherischer Gottesdienst, seit 1704 von Rodheim versehen. Seit 1823 unierte Pfarrei.

Kirchliche Mittelbehörden

Archidiakonat des Propstes von St. Peter in Mainz, Dekanat Eschborn

Kultur

Schulen

1596: Ersterwähnung einer Schule; 1910 Volksschule mit zwei Klassen, Schulsaal im Rathaus

Wirtschaft

Mühlen

Am Eschbach am Rande der alten Ortsgemarkung befanden sich zwei Mühlen (eine als Untermühle bezeichnet).

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Nieder-Eschbach, Frankfurt am Main“, in: Historisches Ortslexikon <https://lagis.hessen.de/de/orte/historisches-ortslexikon/alle-eintraege/11740_nieder-eschbach> (aufgerufen am 15.06.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/ol/11740