Fischbach, Pfarrkirche St. Trinitatis
Enthaltene Fenster
Katalogdaten
Gegenwärtiger Bestand
Das seit Lotz in der Kirche überlieferte Glasgemälde mit dem Hl. Antonius (Fig. 7, Abb. 21) befindet sich heute in der 1954/55 im Süden angebauten Seitenkapelle.
[Zur Frage des ursprünglichen Standorts] Die auf einen Vorgängerbau von 1686 zurückgehende, 1778/81 erneuerte Dreifaltigkeitskirche Fischbach ist nicht der ursprüngliche Standort des Glasgemäldes. Zusammen mit weiteren Ausstattungsstücken dürfte es erst nach der Säkularisierung im frühen 19. Jahrhundert an seinen heutigen Standort gekommen sein. Seit Lotz wird als ursprünglicher Standort immer wieder Kloster Eberbach genannt, jedoch ließ sich diese Überlieferung archivalisch bislang nicht erhärten. Auch die schon 1572 ruinenhafte, um 1710 neu aufgebaute und 1830 schließlich abgebrochene Gimbacher Wallfahrtskapelle, aus der ein Relief von 1717 in die Fischbacher Kirche gelangte, kommt als ursprünglicher Standort kaum in Frage. Einziger Anhaltspunkt zur Lokalisierung des Glasgemäldes mit dem im Spätmittelalter überaus populären Heiligen bleibt allein der stilistische Zusammenhang mit den Glasgemälden der Valentinskirche in Kiedrich, was auf einen ursprünglichen Standort im Rheingau hinzudeuten scheint. Die Ausmaße und die ursprünglich offenbar auf zwei Zeilen begrenzte Darstellung legen als ehemaligen Standort ein nur partiell farbig verglastes mehrbahniges Fenster mit schlanken Lanzetten nahe.
[Vorbemerkung zum Katalog] Das Glasgemälde wurde im Herbst 1991 sowie im Frühjahr 1996 nach seiner im Sommer 1995 erfolgten Restaurierung in der Mayerschen Hofkunstanstalt, München, untersucht und photographiert.
Bibliographie
Lotz, 1880, S. 114 (behauptet, das Glasgemälde mit dem Hl. Antonius im südlichen Chorfenster stamme aus Kloster Eberbach); Oidtmann, 1898, S. 225 (spricht von einem frühgotischen Glasgemälde aus Eberbach); Oidtmann, 1912, S. 129, Anm. 4 (datiert das Glasgemälde, das aus Eberbach stammen soll, in das 15. Jh.); Luthmer, 1905, S. 136f., Fig. 145 (datiert ebenfalls in das 15. Jh. und überliefert als Standort das östlichste Langhausfenster); Schweinsberg, 1957, S. 30 (datiert den Hl. Antonius um 1360/70); H. Beyer/F. Pabst, Dreifaltigkeitskirche Fischbach-Main-Taunus (Kleine Kunstführer), München 1959, S. 11, mit Abb. (das Glasbild soll vor 1400 entstanden sein); Monsees, 1997, S. LXXVI (da sich die Herkunft aus Kloster Eberbach archivalisch nicht bestätigen läßt, vermutet sie eher eine Herkunft aus der 1830 abgebrochenen Gimbacher Wallfahrtskapelle).
Nachweise
Drucknachweis
Die mittelalterlichen Glasmalereien in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet / Daniel Hess (Corpus Vitrearum Medii Aevi Deutschland Bd. III, 2), Berlin 1999
Nachnutzung
Rechtehinweise
Katalogdaten: Corpus Vitrearum Deutschland / Freiburg i. Br.
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Fischbach, Pfarrkirche St. Trinitatis“, in: Mittelalterliche Glasmalereien in Hessen <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/mittelalterliche-glasmalereien-in-hessen/alle-objekte/206-1_fischbach-pfarrkirche-st-trinitatis> (aufgerufen am 29.05.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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