Typhusausbruch im Dorf Altmorschen

Ereignis

Was geschah

Im Sommer 1876 werden im Dorf Altmorschen bei Melsungen vermehrt Typhuserkrankungen gemeldet. Höhepunkt der Epidemie ist im ungewöhnlich heißen Monat August, in dem viele Todesfälle verzeichnet werden. Ein Rückgang der Erkrankungen wird für die Monate September und Oktober gemeldet. Vollständig besiegt ist die Epidemie erst Ende November. Von den rund 750 Einwohnern des Dorfes infizierten sich ca. 12 - 15 %, von denen wiederum 15 % in Folge der Krankheit verstarben. Ursächlich für den Typhusausbruch ist die Nutzung des verseuchten Wassers des im Ort fließenden Beisebachs, der aufgrund des heißen Wetters nur wenig Wasser führt. Das verunreinigte Wasser wird von den Einwohnern sowohl zur häuslichen also auch persönlichen Hygiene genutzt, was zu zahlreichen Ansteckungen führt. Die Behörden untersagen die Wasserentnahme und ordnen eine Reinigung des Flusslaufes an. Allerdings berichtet der Kasseler Regierungspräsident, dass diese Maßnahmen nur bedingt von der Bevölkerung befolgt wird.
(MB)

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Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Typhusausbruch im Dorf Altmorschen, Juli - November 1876“, in: Hessen im 19. und 20. Jahrhundert <https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/hessen-im-19-und-20-jahrhundert/alle-eintraege/7833_typhusausbruch-im-dorf-altmorschen> (aufgerufen am 02.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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