Bamberger, Rechla, geborene NN (1791) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof

Grab Nr. 41  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Äußere Merkmale

Material und Größe

Kalkstein · 34 x 50 x 16 cm

Platzierung

stehend

Inschrift

Sprache der Vorderseite

hebräisch

Text


פ"נ
אשת חיל רעכלא
בת איצק אשת נתן
בכ"ה ליב ב"ב נפטר
בליל ד' ונקבר יו'
ה' ח"י מנחם תקנ"א ל'
ת' נ' צ' ב' ה'

Vorderseite

(Übersetzung der hebräischen Inschrift:)

Hier ruht
eine tugendhafte Gattin, Rechla,
Tochter des Izik, Ehefrau des Nathan,
des Sohnes des ehrwürdigen Löw B"B. Sie starb
in der Nacht zum Mittwoch und wurde begraben am
Donnerstag, 18. Menachem 551 n.d.k.Z. (= gest. 17.08.1791).
Ihre Seele sei eingebunden im Bunde des Lebens.

Verstorbene

  1. Bamberger, Rechla, geborene NN
    Sterbetag
    17.8.1791
    Geschlecht
    weiblich
    Familienstand
    verheiratet
    Wohnort
    Wetzlar

Nachweise

Anmerkungen

Laut Grabstein:
Rechla, Tochter des Izik, Ehefrau des Nathan, des Sohnes des Löw B"B (= Bamberger), gestorben am 17.08.1791.
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Weiterführende Angaben:
Es handelt sich um die sonst nicht nachweisbare erste Ehefrau des Schutzjuden Nathan Bamberger in Wetzlar.
Ihr Ehemann Nathan Bamberger wurde errechnet 1748/49 in Wetzlar geboren. Seine Eltern waren der Schutzjude Löb Bamberger (patronymisch Löb Gabriel) in Wetzlar und dessen Ehefrau Rachel (auch Rehlgen) geb. Joseph, die vierte Tochter des Joseph Marx [vgl. Text zu Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof, Stein Nr. 50].
Nathan Bamberger war zunächst Judenbeisasse in Wetzlar (wohl ab 1776 unter dem Namen Nousel) und erhielt dann am 12.05.1806 Schutz.
1811 heißt es, dass Nathan Bamberger seit mehr als dreißig Jahren die Beschneidung der Judenkinder dahier besorgt und darüber ein Manual, also ein Mohelbuch, geführt habe.
Er starb entweder am 03.02.1817 oder wenige Tage davor.
Nathan Bamberger heiratete nach dem Tod von Rechla in zweiter Ehe Hanna geb. Herz [Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof, Stein Nr. 13] aus Gießen, die am 28.05.1813 starb. Beide Ehen blieben ohne Nachkommen. In dritter Ehe heiratete er schließlich am 24.11.1813 zivil in Wetzlar die aus Katzenfurt stammende Johanna (Hannchen) geb. Feist, geboren errechnet 1783, eine Tochter des Schutzjuden Feist Michael und seiner Ehefrau Sara geb. NN in Katzenfurt. Sie wird im April 1817 als Witwe erwähnt und handelte mit Häuten, altem Metall und Möbeln. Kurz darauf heiratete sie in zweiter Ehe Abraham Hamburger.


(Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 1, Nr. 3122; ebenda, Abteilung 6, Nr. 220; ebenda, Abteilung 361, Wetzlar Nrn. 2 und 3; ebenda, Abteilung 372, Nrn. 94 und 97; ebenda, Abteilung 423, Nrn. 85 und 86; ebenda, Abteilung 465, Nrn. 94/23 und 94/29; Stadtarchiv Wetzlar, Reichsstädtisches Archiv, V a 8, Rentamtsrechnung 1779; ebenda, IV b 39, Eheregister 1813; ebenda, IV a 4, Verzeichnis der Wetzlarischen Stadt-Beamten und Stadt-Diener, mit Verzeichnissen der Schutzjuden und Judenbeisassen auf fol. 158 und 160)

Bearbeitung

Christa Wiesner, 1993, und Andreas Schmidt (Wettenberg), 2026

Bildnachweise

Bildarchiv Foto Marburg, B 18310/7, 1991

Nachnutzung

Rechtehinweise

Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0
Abbildungen: siehe Angaben beim jeweiligen Digitalisat

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Bamberger, Rechla, geborene NN (1791) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/19240_bamberger-rechla-geborene-nn-1791-wetzlar-alter-juedischer-friedhof> (aufgerufen am 09.07.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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