Aub, Heyum Meyer (1766) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof

Grab Nr. 40  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Äußere Merkmale

Material und Größe

Kalkstein · 47 x 74 x 15 cm

Platzierung

stehend

Inschrift

Sprache der Vorderseite

hebräisch

Text


פה נטמן
איש חכם
ונבן תורתו ותפלתו היתה
אמונתו עד יום גויעתו
ובנשיקה יצאה נשמתו
צדקותיו היה טובים (!) כי היה
מן המשכימם ומעריבים
שמו נודע באהבים ה"ה
המופליג והר"ר חיים בן כ'
מאיר אויא והלך לעולמו
ליל מש"ק ונקבר ביום א'
יוד סיון תקכ"ו לפ"ק נשמתו
תהא צרורה בצרור החיים עם
נשמת אי"ו1 ושאר צדיקים
שבג"ע
--------------
1 אברהם יצחק ויעקב

Vorderseite

(Übersetzung der hebräischen Inschrift:)

Hier ruht
ein Mann, weise
und einsichtig. Seine Lehre und sein Gebet waren
sein Glaube bis zum Tage seines Ablebens.
Mit einem Kuss entfloh seine Seele.
Seine Wohltätigkeit war gut, denn er war einer von denen,
die frühmorgens und abends (in das Bethaus gingen).
Sein Name war wohlbekannt unter den Freunden. Das ist
der Ausgezeichnete, der Herr Chajim, Sohn des ehrwürdigen
Meir, Aua. Er ging ein in seine Welt
in der Nacht, am Ausgang des Schabbat, und wurde begraben am Sonntag,
10. Sivan 526 n.d.k.Z. (= gest. 17.05.1766). Seine Seele
sei eingebunden im Bunde des Lebens mit den
Seelen Abrahams, Isaaks und Jakobs und mit den anderen Gerechten,
die im Garten Eden (sind).

Verstorbene

  1. Aub, Heyum Meyer
    Sterbetag
    17.5.1766
    Geschlecht
    männlich
    Familienstand
    unbekannt
    Wohnort
    Wetzlar

Nachweise

Anmerkungen

Laut Grabstein:
Herr Chajim, Sohn des Meir, Aua, gestorben am 17.05.1766.
----------------------------------
Weiterführende Angaben:
Es handelt sich um den Wetzlarer Schutzjuden Heyum Meyer, auch Heyum Meyer Aub (Heimb Mayer Aub, so 1732). Das in der Grabsteinschrift genannte Aua (אויא) war die übliche hebräische Schreibweise der Stadt Aub südlich von Würzburg.
Heyum wird erstmals 1713 als Schutzjude in Wetzlar genannt. In seinem Siegel führte er 1723 einen Schild mit zwei waagerechten Fischen, die Initialen H A (=Heyum Aub) und in Hebräisch den Namen Chajim Aua. 1734 wohnte er in der Rosengasse.
Heyum Meyer starb auch nach archivalischer Überlieferung im Mai 1766; für seine Beerdigung wurden 2 Gulden Judenbegräbnisgeld an das Rentamt der Stadt Wetzlar entrichtet.


(Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 1, Nrn. 3086 und 3104; Stadtarchiv Wetzlar, Reichskammergerichtsakten (RKG), Nr. 19; ebenda, Reichsstädtisches Archiv, V a 6, Rentbuch 1766; Weinberg, Magnus: Die Memorbücher der jüdischen Gemeinden in Bayern, Band 1, Frankfurt 1937, S. 19; Watz, Karl: Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wetzlar, Wetzlar 1966, S. 189)

Bearbeitung

Christa Wiesner, 1993, und Andreas Schmidt (Wettenberg), 2026

Nachnutzung

Rechtehinweise

Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Aub, Heyum Meyer (1766) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/19239_aub-heyum-meyer-1766-wetzlar-alter-juedischer-friedhof> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/19239