Speyer, Schatle, geborene Oppenheim (1729) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof

Grab Nr. 29  
19378F4F-88AF-441E-BC79-64A0466C0DEA
Topografische Karten
KDR 100, TK25 1900 ff.

Äußere Merkmale

Material und Größe

Kalkstein · 46 x 72 x 12 cm

Platzierung

stehend

Inschrift

Sprache der Vorderseite

hebräisch

Text


פה
טמונה אשה הגונה
במצות היתה נזהרה
א"ח שאטלה אשת ליב
וועצלר ממשפחת
אופני' ד' אייר תפ"ט
לפ"ק יצתה
נשמתה בטהרה

Vorderseite

(Übersetzung der hebräischen Inschrift:)

Hier
ruht eine brave Frau;
mit den Geboten ging sie sehr achtsam um.
Eine tugendhafte Gattin: Schatle, Ehefrau des Löw,
Wetzlar, aus der Familie
Opene' (= Oppenheim). (Am) 4. Iyyar 489
n.d.k.Z. (= 03.05.1729). entschwand
ihre Seele in Reinheit.

Verstorbene

  1. Speyer, Schatle, geborene Oppenheim
    Sterbetag
    3.5.1729
    Geschlecht
    weiblich
    Familienstand
    verheiratet
    Herkunftsort
    Frankfurt am Main
    Wohnort
    Wetzlar

Nachweise

Anmerkungen

Laut Grabstein:
Schatle, Ehefrau des Löw in Wetzlar, aus der Familie Opene' (= Oppenheim), gestorben am 03.05.1729.
----------------------------------
Weiterführende Angaben:
Die Verstorbene ist identisch mit der 1701 genannten Schadle (auch Schatle), Ehefrau des Schutzjuden Löw (Löb, Löwel) in Wetzlar. Sie siegelte 1701 mit dem Siegel ihres Ehemannes, das die Priesterhände der Kohanim und in Hebräisch die Inschrift Löw, Sohn des Nathan K“tz zeigt.
1698 schwor Löwel, gebürtig aus Maikammer bei Speyer, 35 Jahre alt und seit 7 Jahren in Wetzlar wohnhaft, den in der Wetzlarer Judenstättigkeit von 1626 enthaltenen Eid. Nach seiner Herkunft wird er in den Archivalien später oft Löw (Löwel) Speyer genannt. Er siegelte 1729 mit Priesterhänden im Schild, den Initialen L S und dem hebräischen Namen Löw Speier. 1734 heißt es, dass er bei der Judenschule wohne. Noch im selben Jahr wird er als verstorben bezeichnet.
Als Löw Speyers Schwager erscheint 1704 und 1720 Aaron zum Storch in Frankfurt. Bei diesem handelt es sich um Aaron Oppenheim-Trommel im Haus zum Storch, gestorben am 28.12.1746 in Frankfurt. Löw Speyers Frau – die ja nach der Grabsteininschrift aus der Familie Oppenheim stammte – war wohl dessen Schwester, also eine Tochter des am 07.09.1697 in Frankfurt verstorbenen Salomon (Salman) Oppenheim-Trommel im Haus zum schwarzen Bären.
Kinder von Löw Speyer waren, soweit bekannt: 1) Nathan Löw (Löwel), auch Nathan Löw Speyer, der zwischen 1715 und 1747 genannt wird, 1719 mit einer Frau namens Schönla verheiratet war und 1723 in seinem Siegel einen Schild mit Priesterhänden der Kohanim, die Initialen N L und in Hebräisch den Namen Nathan Wetzlar führte; 2) Salomon Löw in Mannheim (1734 und 1742 genannt); 3) Aaron Löw in Wetzlar (erwähnt 1734, 1742 und 1747); 4) Esther Löw [Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof, Stein Nr. 38], Ehefrau des Simon Höchster in Wetzlar.


i>(Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Abteilung 1, Nrn. 2922, 3081, 3094, 3101 und 3104; ebenda, Abteilung 6, Nr. 215; Shlomo Ettlinger: Ele Toldot, Blätter „7.IX.1697“ und „28.XII.1746“, verwahrt im Leo Baeck Institute New York, Signatur AR 5241; Watz, Karl: Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wetzlar, Wetzlar 1966, S. 189)

Bearbeitung

Christa Wiesner, 1993, und Andreas Schmidt (Wettenberg), 2026

Nachnutzung

Rechtehinweise

Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Speyer, Schatle, geborene Oppenheim (1729) – Wetzlar, Alter Jüdischer Friedhof“, in: Jüdische Grabstätten <https://lagis.hessen.de/de/personen/juedische-grabstaetten/alle-eintraege/19229_speyer-schatle-geborene-oppenheim-1729-wetzlar-alter-juedischer-friedhof> (aufgerufen am 04.11.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

https://lagis.hessen.de/resolve/de/juf/19229