Gravenegg, Joachim von

Gravenegg, Joachim von
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Gravenegg, Joachim%Reichsfreiherr von
Gravenegg, Ioachimus%de
Fulda, Abt Joachim von Gravenegg
Wirken
Werdegang
- 1594 Geburt auf Schloss Burgberg im schwäbischen Bistum Augsburg
- 1605 mit seinem Bruder Wilhelm Immatrikulation an der nahen Universität Dillingen
- 1608-1613 als Alumnus humanistischen Studien am Päpstlichen Seminar in Fulda
- 1614 auf Empfehlung des Augsburger Bischofs Heinrich V. von Knöringen und des Rektors des Jesuitenkollegs in Dillingen Alumnus des Collegium Germanicum in Rom
- 1618 Abschluss des Studiums der Moraltheologie und des Kirchenrechts am Collegium Germanicum
- 1619 Eintritt in das Stift Kempten im Allgäu, um Benediktiner zu werden
- 1620 Nach einjährigem Noviziat Ablegung der Profess
- etwa 1620: Empfang der Priesterweihe in Konstanz am Bodensee
- 1620: Gravenegg wurde Rat und Zeremoniar des Kemptener Abtes.
- 1635: Gravenegg wechselte auf Bitten seines einstigen Fuldaer Studienfreundes Hermann Georg von Neuhof ins dortige Stift
- 1635: Als interner Unterstützer des Abtes wurde er Propst auf dem nahen Petersberg.
- 1638: Gravenegg erhielt die Propstei Holzkirchen in Mainfranken.
- bis 1642: Gravenegg war zudem Propst von St. Michael in Fulda (Michaelsberg)
- 28.1.1644: Propst Gravenegg wurde im Schloss zu Neuhof zum neuen Fuldaer Abt gewählt
- ab 1644: Da der umgebende Adel durch seine Hinwendung zur Reformation fast keinen Ordensnachwuchs mehr hervorbrachte, ergänzte Gravenegg die Lücken mit Brüdern aus seinem Professkloster Kempten und mit Bewerbern aus seiner schwäbischen Heimat.
- 6.5.1647: Zum großen Nachteil des Hochstifts bestätigte die Kurie erst nach drei Jahren die Abtswahl Graveneggs.
- 1647: Gravenegg ließ vor der Stiftskirche eine noch erhaltene Marien- oder Pestsäule errichten.
- Sommer 1648: Mit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges ging Gravenegg an eine Wiederherstellung von Stift und Stiftskirche sowie eine wirtschaftliche Sanierung
- 6.11.1648: Gravenegg wurde von Kaiser Ferdinand III. mit den Regalien belehnt
- 1650: Der Fuldaer Abt verlegte das seit der Reformation unhaltbare Kollegiatstift Großburschla an der Werra an die Fuldaer Stadtpfarrkirche St. Blasius.
- 1653: Als Erzkanzler der Kaiserin assistierte Gravenegg bei der Krönung der Kaiserin Eleonora Magdalena.
- 1658: Gravenegg verbesserte die Studienmöglichkeiten am Fuldaer Jesuitenkolleg sehr durch die Stiftung von zwei philosophischen Lehrstühlen
- 1661 Kauf der Adelsburg der von Ilten in Burghaun
- Herbst 1667: Aufgrund seines hohen Alters und wachsender körperlicher Gebrechen stimmten Gravenegg und das Stiftskapitel einem Vorschlag Kaiser Leopolds I. zu, den Konvertiten Bernhard Gustav Markgraf von Baden-Durlach in das Stift Fulda aufzunehmen und zum Koadjutor mit dem Recht der Nachfolge zu ernennen
- 1670: Gravenegg erwarb noch die Schlossgüter von Dipperz von denen von Kalenberg
- 1670: Der alte Abt war das ganze Jahr über häufig krank, worauf auch eine mehrwöchige Kur in Zell in Württemberg keine Besserung brachte
- 4.1.1671: Gravenegg starb in Fulda an der Wassersucht
- Januar 1671: In der Folge bestattete man ihn in der St. Andreaskapelle der Fuldaer Stiftskirche vor seinem schon vorhandenen Grabmal.
Funktion
- Petersberg bei Fulda, Propst, 1635-1638
- Holzkirchen, Propst, 1638-1644
- St. Michael (Michaelsberg) bei Fulda, Propst, 1635-1642
- Fulda, Fürstabt, 1644-1671
Lebensorte
Burgberg (Schloss); Dillingen (Donau); Fulda; Rom; Kempten (Allgäu); Konstanz; Petersberg bei Fulda; Holzkirchen; St. Michael (Michaelsberg) bei Fulda; Hammelburg; Zell (Württemberg)
Familie
Vater
Gravenegg, Ferdinand Reichsfreiherr von, Heirat vor 1594
Mutter
Hundpis von Walhambs, Brigitta, Heirat vor 1594
Verwandte
Gravenegg, Wilhelm von <Bruder>, 1605 Immatrikulation an der Universität Dillingen
Nachweise
Literatur
- Fulda – das Stadtlexikon, Fulda [2019], S. 235 (Maximilian Busch)
- Josef Leinweber, Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Frankfurt am Main 1989, S. 127, 131-136
Bildquelle
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Gravenegg, Joachim von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9942_gravenegg-joachim-von> (aufgerufen am 19.04.2026)
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