Faust, Bernhard Christoph

Faust, Bernhard Christoph
Wirken
Werdegang
- 23.5.1755 Geburt als Zwillingskind einer Arztfamilie
- wenige Tage später evangelisch-reformierte Taufe
- gymnasiale Ausbildung bis zum Abitur
- 1770 Studium der Medizin am Collegium Carolinum in Kassel und an der neuen, reformorientierten Universität in Göttingen
- 19.7.1777 Promotion zum Dr. med. an der Universität Rinteln
- im zweiten Halbjahr 1777 intensive sechsmonatige Ausbildung im Fach Geburtshilfe am Kasseler Accouchier- und Findelhaus bei Georg Wilhelm Stein dem Älteren
- Noch 1777: Übernahme der Praxis des schon 1758 verstorbenen Vaters in Rotenburg, worauf er dort auch erste Publikationen über Geburtshilfe verfasste.
- Herbst 1785: Übersiedlung ins unweit nordwestliche Dorf Altmorschen, wo er in den Folgejahren prägende Erfahrungen zur „Armuth und zum Elend des Volkes“ machte.
- 1786: Faust wurde Landphysikus in der damals hessischen Stadt Vacha an der Werra.
- Sommer 1788: Die von ihm angetane Gräfin Juliane von Hessen-Philippsthal ernannte Faust zu ihrem Leibarzt und Gräflich-Schaumburg-Lippschen Hofrat, da sie als junge Witwe Unterstützung in den Regierungsgeschäften brauchte. Hierzu folgte Faust ihr in ihre Residenz Bückeburg.
- 1792-1794: Er verfasste auf Geheiß und in regem Austausch mit der Landesfürstin einen Gesundheitskatechismus, der ihn berühmt machte.
- Frühjahr 1825: Faust widmete ein Exemplar seiner Sonnenbaulehre zum besseren Wohnen dem Münchner Architekten Gustav Vorherr, der seine Vorstellungen umsetzte
Funktion
- Schaumburg-Lippe, Grafschaft, Leibarzt und Hofrat, 1788-1842
Netzwerk
Werke
- Untersuchung des Werths der Trennung der Schoosbeine bei schweren Geburten (1780)
- Gedanken über Hebammen und Hebammenanstalten auf dem Lande… (1784)
- Wie der Geschlechtstrieb der Menschen in Ordnung zu bringen und wie der Menschen besser und glücklicher zu machen (1791)
- Gesundheits-Katechismus zum Gebrauche in den Schulen und beym häuslichen Unterrichte (1794)
- Die Perioden des menschlichen Lebens (1794)
- Gesundheitsregeln für junge Leute, nebst der Geschichte der Blatternpest… (1795)
- Noth- und Hülfstafeln… (1799)
- Über die Kuhpocken und deren Impfung (1801)
- Öffentliche Anstalten: die Blattern, durch die Einimpfung der Kuhpocken, auszurotten. Nebst der ältesten Urkunde von den Kuhpocken und einer beyliegenden Volksschrift: Zuruf an die Menschen (1804)
- Über die Heiligkeit der Feldlazarethe (1806)
- Beschreibung einer Beinbruchmaschine (1806)
- Den Krieg betreffend (1811)
- Dr. Faust’s Beinbruch-Maschine zum Gebrauch der Feld-Lazarethe (1815)
- Zur Sonne nach Mittag sollten alle Häuser der Menschen gerichtet seyn (1815)
- Beytrag zum Bauwesen (1830)
- Über Heilung der Cholera (1831)
- Über Wasser, Eisenbahnen und neue Städte zur Sonne (1833)
Lebensorte
Rotenburg an der Fulda; Kassel; Rinteln; Göttingen; Altmorschen; Vacha; Bückeburg
Familie
Vater
Faust, Otto Christoph, 1717–1758, Dr. med. und Amtsarzt (Physikus) in Rotenburg an der Fulda, Sohn des Jakob Wilhelm Faust, Dr. med. in Hersfeld
Mutter
Hilchen, Sophie Elise, spätestens 1754 verheiratet mit Dr. med. und Amtsarzt (Physikus) Otto Christoph Faust
Partner
, unverheiratet
Verwandte
- Faust, Heinrich <Ururgroßvater>, GND, 1613-1653, Dr. med., hessischer Leibmedikus und Prof. der Medizin in Rinteln an der Weser
- Faust, Johann Wilhelm <Urgroßvater väterlicherseits>, * 1640, † 1705, Dr. med., hessischer Leibmedikus und Stadtphysikus in Bad Hersfeld
- Faust, Jakob Wilhelm <Großvater väterlicherseits>, Dr. med. in Bad Hersfeld
- Hilchen, Georg Leo <Großvater mütterlicherseits>, * 1679, † 1741, Rotenburger Kanzleidirektor, hessen-rotenburgischer Rat und Amtmann in Sontra, verheiratet mit Marie Elisabeth Bourdon
- Bourdon, Marie Elisabeth <Großmutter mütterlicherseits>, verheiratet mit Georg Leo Hilchen, Rotenburger Kanzleidirektor, hessen-rotenburgischer Rat und Amtmann in Sontra
Nachweise
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 5, Berlin 1961, S. 33 f. (Hans Schadewaldt)
- Schnack (Hrsg.), Lebensbilder aus Kurhessen und Waldeck 1830–1930 Bd. 5, Marburg 1955, S. 92-101 (Kurt Quecke)
- Philipp Ling, Kunst-volles Rotenburg. Katzenstein-Büste und Brunnenfiguren eingeweiht, in: Kreisanzeiger, 31. Jahrgang; Nr. 50/2011, Bad Hersfeld 14.12.2011, S. 11
- Sahmland, Irmtraut: Bernhard Christoph Faust: Ein Pionier der Gesundheitsförderung, in Deutsches Ärzteblatt 2005, 102: A 2457-2461 [Heft 37], hier Internetversion
Weblinks
Bildquelle
Unknown, Bernhard Christoph Faust, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (beschnitten)
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
- Neue Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Index Deutsche Biographie: Öffnet in neuem Fenster
- Digitaler Portraitindex der druckgraphischen Bildnisse der Frühen Neuzeit: Öffnet in neuem Fenster
- Kalliope - Verbundkatalog Nachlässe, Autographensammlungen und Verlagsarchive: Öffnet in neuem Fenster
- Wikipedia: Öffnet in neuem Fenster
- Personen-DB Nds. Bibliographie = Personen-Datenbank der Niedersächsischen Bibliographie: Öffnet in neuem Fenster
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Faust, Bernhard Christoph“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9908_faust-bernhard-christoph> (aufgerufen am 21.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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