Oldendorp, Johannes

Oldendorp, Johannes
Andere Namen
Weitere Namen
Oldendorpius, Ioanness
Pseudonym(e)
Antoninus, Marcus Aelius
Wirken
Werdegang
- ab 1504 Studium der Rechtswissenschaft in Rostock, sodann in Köln und Bologna
- 1515 Licentiatus juris Universität Bologna
- 29.4.1516 Licentiatus in legibus an der Universität Greifswald
- 1518 Promotion zum Doktor beider Rechte an der Universität Greifswald
- 1520 legum Doktor, lector juris civilis in Frankfurt (Oder)
- 1521-1526 Ordinarius der Rechte in Greifswald
- 1526 Professor und Stadtsyndikus in Rostock
- 1534-1536 Syndikus in Lübeck
- 1538-1540 Professor der Rechte in Köln
- 8.7.1540-1542 Professor an der Universität Marburg
- Anfang-Juli 1543 in Köln, dann wieder in Marburg
- 20.1.1553 Übertragung der totius scholae reformatio summumque imperium über die Universität Marburg (oberster Aufseher, Visitator und Reformator der Universität)
- 14.1.1564 erneute Bestellung zum Reformator der Universität Marburg
- 10.5.1567 von Haus aus bestellter Diener Landgraf Wilhelms IV.
Funktion
- Marburg, Universität, Rektor, 1541 (2. Halbjahr)
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1546 (2. Halbjahr)
- Marburg, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1548 (1. Halbjahr)
- Hauptdezernent für die Nassauische Sache, 1. Halbjahr 1548
- Marburg, Universität, Rektor, 1555 (1. und 2. Halbjahr)
- Marburg, Universität, Rektor, 1559/60
- Marburg, Universität, Rektor, 1562/63
Studium
ab 1504 Studium der Rechtswissenschaft an den Universitäten Rostock, sodann in Köln und Bologna
Akademische Qualifikation
- 1515 Licentiatus juris an der Universität Bologna
- 29.4.1515 Licentiatus in legibus an der Universität Greifswald
- 1518 Promotion zum Doktor der Rechte an der Universität Greifswald
- 1520 legum Doktor, lector juris civilis in Frankfurt (Oder)
Akademische Vita
- Greifswald, Universität / Juristische Fakultät // Professor / 1521-1526
- Rostock, Universität / Juristische Fakultät // Professor / 1526
- Köln, Universität / Juristische Fakultät // Professor / 1538-1540
- Marburg, Universität / Juristische Fakultät // Professor / 1540-1542, 2. Halbjahr 1543-1567
Akademische Ämter
1517,1522 Rektor der Universität Greifswald
2. Halbjahr 1541 Rektor der Universität Marburg
2. Halbjahr 1546 Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Marburg
1555, 1559/60, 1562/63 Rektor der Universität Marburg
Werke
- Wat byllich unn recht ys, eyne körte erklaring, allen Stenden denstlick (1529)
- Van radtslagende (1530)
Lebensorte
Bologna; Greifswald; Frankfurt (Oder); Rostock; Köln; Marburg; Lübeck
Familie
Vater
Oldendorp, Johann, Kaufmann
Mutter
Krantz, Elisabeth
Partner
Lotze, Sophia
Leben
Aus der Biografie
Johannes Oldendorp1, „die bedeutendste Erscheinung unter den deutschen Juristen um die Mitte des 16. Jahrhunderts“2, geboren wohl 14873 in Hamburg, studierte in Rostock, Köln und Bologna, wurde hier 1515 Licentiatus juris; 1516 Professor in Greifswald, 1517 Rektor daselbst, 1518 Doktor beider Rechte, 1520 legum doctor und Lector juris civilis in Frankfurt a.O., 1521 wieder Ordinarius legum in Greifswald, 1522 zum zweiten Male Rektor daselbst, 1526 Stadtsyndicus und Professor in Rostock, 1534 bis 1536 Syndicus in Lübeck, 1538 Professor in Köln4; wurde von Landgraf Philipp als Professor der Rechte nach Marburg berufen5 und 1540 Juli 8 daselbst immatrikuliert6, 1541 Juli 1 Rektor7 daselbst8; Anfang 1543 wieder in Köln, kehrte im Juli nach Marburg zurück9, 1544 März 29 Rat des Landgrafen10. 1546 besserte ihm der Landgraf die Besoldung jährlich mit 50 fl., gestattete ihm den Kauf eines Meierhofs11, hat ihn auch zu etzlichen seiner fürstlichen Gnaden geheimen Sachen gezogen, dagegen verpflichtete sich Oldendorp, die Tag meines Lebens aus seiner fürstlichen Gnaden Landen mein heusliche Wonung nicht zu endern, sondern darin zu pleiben. Doch das ich hinwider gegen meiner Arbeit und Profitiren von der Universitet Marpurgk oder von seiner fürstlichen Gnaden gepurlicher Weise underhalten werde12. Er war Hauptdezernent für die nassauische Sache neben Dr. Walter 155013, neben Dr. Jacob Lersner 155414; am 20. Januar 1553 wurde ihm totius scholae reformatio summumque imperium über die Universität Marburg übertragen15 (erneuert 1564 Januar 14)16; von Haus aus bestellter Diener Landgraf Wilhelms IV. 1567 Mai 1017, gestorben in Marburg 1567 Juni18.
Nachweise
Fußnoten
- Siehe Gundlach, Catalogus professorum S. 78, wo Literatur. ↑
- Stintzing, Geschichte der deutschen Redıtswissenschaft I, 311 ff., wo näheres über ihn. Siehe auch Rommel III Anm. S. 329, Dilich S. 55 und Varrentrapp, Landgraf Philipp von Hessen und die Universität Marburg. Marburg 1904 S. 19 f. ↑
- Vgl. Anm. 18. Knod hat „um 1480“. ↑
- Das Vorstehende aus Knod S. 386 f. ↑
- Vgl. Polit. Archiv Nr. 532. ↑
- Clarissimus utriusque juris doctor Joannes Oldendorpius ab illustrissimo principe Philippo e Colonia Agrippina liberali stipendio vocatus (Marburger Matrikel). ↑
- Das Rektorat hat er in der Folgezeit noch öfter bekleidet (Catalogus professorum). ↑
- Siehe Anm. 4. ↑
- Siehe Anm. 4. ↑
- Siehe Anm. 4. ↑
- In der Kriegsrechnung von 1564 heißt es unter „Einnahmegeld auf Verschreibung“: 600 goltgulden empfangen von doctor Johann Oldendorpio, davor ist ime der Newhoff bei Martpurgkh verschrieben sein lebenlang nicht abzulosen. Actum 18. Juli 1546. Siehe auch Lennep 2, S. 77. ↑
- Revers in Urkunden, Bestallungen. ↑
- Polit. Archiv Nr. 1010. ↑
- Polit. Arciv Nr. 1174. In Landgraf Philipps Testament vom 6. April 1562 heißt es: Doctor Aldendorf, nachdem sich der in der Nassauischen sachen treulich, ehrlich, auch sonsten wol gehalten, sollen sie inen ehrlich underhalten, auch sonsten uber ime halten und inen nicht ußm lande kommen lassen, ime auch ehrliche bestellung geben. ↑
- Siehe Anm. 1. ↑
- Einleitung zur Marburger Reformationsordnung (gedruckt 1565, Marburger Archivbibliothek III B 2143; Landesordnungen 1, 197 ff.). ↑
- Siehe Bd. 2 Nr. 107. ↑
- Cum iam annum aetatis octogesimum excessisset (Marburger Matrikel). Seine Frau Anna starb in Marburg 1566 Juli 26 (Saur S. 318). Näheres über Oldendorp in der Greifswalder Matrikel (siehe Register); bei Knod S. 386 f., 689, wo die Literaturangaben, und bei Stintzing a. a. O. S. 311-338. Falsch ist Knods Angabe, daß er hessischer Kanzler geworden sei (der Fehler stammt aus Stölzel, Richtertum 1, 109). ↑
Quellen
Literatur
- Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 24, Leipzig 1887, S. 265-267 (Ernst Landsberg)
- Neue deutsche Biographie, Bd. 19, Berlin 1999, S. 514 f. (Klaus Luig)
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Band 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 187 f.
- Gundlach, Catalogus professorum academiae Marburgensis 1, Von 1527 bis 1910, Marburg 1927, Nr. 122
- Strieder, Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. 10, Kassel 1795, S. 110-139
- Urbs et academia Marpurgensis : succincte descripta et typis efformata a Wilhelmo Dilichio, Marburg 1898
- Knod, Deutsche Studenten in Bologna (1289-1562). Biographischer Index zu den Acta nationis Germanicae Universitatis Bononiensis, Berlin 1899
- Sammlung kurhessischer Landes-Ordnungen, Bd. 1, 1767, S. 197 ff.
- George Lenneps ... Codex probationum : worinnen zur nöthigen Erläuterung und Bestättigung seiner Abhandlung von der Leyhe zu Landsiedel-Recht viele bißher ungedruckte Lehn- und Leyhebrieffe, Marburg 1768
- Caesar, Catalogus studiosorum scholae Marpurgensis, 3 Bde., Marburg 1875-1882
- Rommel, Geschichte von Hessen, Bd. 3, Marburg 1827
- Saur, Diarivm Historicvm, Das ist: Ein besondere tägliche Hauß vnd Kirchen Chronica …, Frankfurt am Main 1582
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 2: Urkunden und Akten, Marburg 1932, Nr. 107
- Stölzel, Die Entwicklung des gelehrten Richterthums in deutschen Territorien. Eine rechtsgeschichtliche Untersuchung mit vorzugsweiser Berücksichtigung der Verhältnisse im Gebiete des ehemaligen Kurfürstenthums Hessen, 2 Bde., Stuttgart 1872
Bildquelle
Boissard, Jean-Jacques Bibliotheca chalcographica .., Johann Oldendorp (um 1487-1567), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons (Ausschnitt)
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
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Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Oldendorp, Johannes“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/9027_oldendorp-johannes> (aufgerufen am 15.06.2026)
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