Wirken
Werdegang
- 1174-1198 Graf von Wittgenstein
Funktion
- Wetter, Stift, Verwalter der Vogtei, 1190, 1197/98
Familie
Verwandte
- Battenberg, Werner II. Graf von <Sohn>, belegt 1215–1255, Johanniterbruder in Wiesenfeld
- Battenberg, Widukind I. Graf von <Sohn>, Graf von Wittgenstein
- Battenberg, Hermann I. Graf von <Sohn>, Graf von Battenberg
Leben
Aus der Biografie
Werner I. war der erste Graf und somit Begründer des Hauses Wittgenstein. Erstmals erwähnt wird er 1174 als Bürge des thüringischen Landgrafen und Regenten von Hessen, Heinrich Raspe aus dem Geschlecht der Ludowinger. Die Beziehungen zum thüringisch-hessischen Landgrafenhaus sind somit von Anfang an grundlegender Bestandteil der wittgensteinischen Politik zu erkennen. Doch scheint Werner I. auch engere Verbindungen zum römisch-deutschen Kaiserhaus der Staufer gehabt zu haben. Denn 1180 tritt er als Zeuge auf, als Kaiser Friedrich I. einen Teil des seinem Gegner Heinrich dem Löwen entzogenen Herzogtums Westfalen den Erzbischöfen von Köln überträgt. Aus diesen Verbindungen ging später vermutlich auch der Erwerb der Grafschaft Battenberg hervor, in deren Besitz die Söhne Werners I. ab 1215 nachweisbar sind. Wie es zu dem Erwerb kam und ob er noch durch Werner I. selbst gelang, ist nicht bekannt. Möglicherweise stand hinter ihm die angebliche, jedoch nicht belegte Eheverbindung Werners I. mit einer Tochter der Grafen von Ziegenhain, die ursprüngliche Inhaber der Grafschaft Battenberg gewesen sein könnten. Die Annäherung Werners I. an die Erzbischöfe von Mainz, die in der Lehnsauftragung der Burg Wittgenstein kulminierte, könnte jedoch ebenso die entscheidende Rolle gespielt haben. Denn schon 1190 bekommt Werner I. von den Erzbischöfen die durch den Tod Landgraf Ludwigs III. von Thüringen vakante Vogtei über das Stift im mitten in der Grafschaft Battenberg gelegenen Wetter zur vorübergehenden Verwaltung übertragen; ein Akt, der 1197 anlässlich der Teilnahme an einem Kreuzzug wiederholt wurde. Letztmalig wird Werner I. 1198 erwähnt, als die Vogtei wieder in die Hände der Landgrafen übergeht. Zu seinen letzten Lebensleistungen gehörte vermutlich die Gründung der Johanniterkommende in Wiesenfeld, die vermutlich kurz nach der Kreuzzugsrückkehr 1198 erfolgte. Der Sage nach soll er an der Lepra gestorben sein, die er aus dem Heiligen Land mitbrachte.
Matthias Seim
Nachweise
Quellen
- Regesten der Erzbischöfe von Köln 2, Bonn 1901, Nr. 1145
- Böhmer/Will, Regesten zur Geschichte der Mainzer Erzbischöfe 2, Innsbruck 1886, Nr. XXX 240, 384, XXXII 443
- Dobenecker, Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae 2, Nr. 481, 861, 1080, 1084
- Eckhardt, Oberhessische Klöster 2, Nr. 555
- Franz, Kloster Haina 1, Nr. 2
Literatur
- Dersch, Hessisches Klosterbuch, S. 155
- Lennarz, Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes, Marburg 1973, S. 74
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Wittgenstein, Werner I. Graf von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/8582_wittgenstein-werner-i-graf-von> (aufgerufen am 16.04.2026)
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