Freudenthal, Berthold
Wirken
Werdegang
- Besuch des Breslauer Gymnasiums St. Elisabeth, 1890 Abitur
- 1890-1894 Studium der Rechtswissenschaften und Nationalökonomie an den Universitäten Breslau, Tübingen, Berlin und Halle an der Saale (Schüler von von Liszt)
- 1894 erste juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Breslau
- 1894-1898 juristischer Vorbereitungsdienst, unter anderem Referendar beim Landgericht Breslau
- 5.12.1895 Promotion zum Dr .jur. an der Universität Breslau („Die Wahlbestechung“)
- 1898 zweite juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Breslau
- 1898 Gerichtsassessor beim Amtsgericht Breslau
- 1899 Habilitation für Strafrecht, Völkerrecht, Staatslehre und internationales Recht an der Universität Breslau, Privatdozent
- 1901 Dozent für Öffentliches Recht und Rechtsenzyklopädie an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt am Main
- 1905 Professor an der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt am Main
- 1905 Studienreisen in die USA zwecks Beobachtung des dortigen Strafvollzuges
- nach seiner Rückkehr Errichtung des ersten deutschen Jugendgerichts in Frankfurt am Main durch den damaligen Oberlandesgerichtspräsidenten Karl von Hagens
- 1909-1911 Rektor der Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt am Main
- 1914 Mitgründer und Professor für Öffentliches Recht und Strafrecht an der Universität Frankfurt am Main, erster Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät
- in schärfstem Konkurrenzverhältnis zu Max Ernst Mayer bis zu dessen Suizid 1923, dann von der Fakultät geächtet
- 1917 Geheimer Justizrat
- bahnbrechender Vorkämpfer für den Jugendstrafvollzug für die Strafrechtsreform
Funktion
- Frankfurt am Main, Universität, Juristische Fakultät, Dekan, 1914/15
Werke
- Die Wahlbestechung. Eine strafrechtliche Untersuchung (Diss. jur. 1896)
- Die Begehungsdelikte (Habil.-Schrift 1899)
- Die nothwendige Theilnahme am Verbrechen (1901)
- Tagebücher von Professor Berthold Freudenthal in Frankfurt über seine amerikanisch-englische Studienreise (1927). Heidelberg : Carl Winter [Verlag], 1930.
- Die politische Erziehung des Deutschen. Tübingen : J. C. B. Mohr, 1921.
- Franz Adickes. Rede bei der Gedächtnisfeier d. Universität Frankfurt am 24. Februar 1915 / Von Berthold Freudenthal. Frankfurt a. M. : Werner & Winter, 1915.
- Anleitung zum Studium der Rechtswissenschaft. Durchsicht von Berthold Freudenthal. Frankfurt a. M. : Blazek & Bergmann, 1926.
Lebensorte
Breslau; Tübingen; Berlin; Frankfurt am Main
Familie
Vater
Freudenthal, Jakob, GND, geboren Bodenfelde an der Weser (Königreich Hannover) 20.6.1839, gestorben Schreiberhau/Schlesien 1.6.1907, Philosoph, Spinozaforscher, Dozent am Jüdisch-Theologischen Seminar in Breslau, Professor für Philosophie in Breslau, Sohn des Abraham Freudenthal, 1785–1874, und der Frommet Eckstein, 1810-1877
Mutter
Sachs, Therese, geboren 24.5.1847, gestorben 5.2.1910, Tochter des Michael Sachs, GND, geboren Großglogau 3.9.1808, gestorben Berlin 31.1.1864, Dr. phil., Oberrabbiner, und der Henriette Lehfeld
Partner
David, Margarethe (Gred*) Sophie, (⚭ Frankfurt am Main 24.5.1917) geboren Speyer 15.8.1894, gestorben Israel 11.1984, Dr. phil., Dezember 1935 Emigration nach Palästina, Tochter des Robert David, Ledergroßhändler, und der Elisabeth Hirsch (Hisch)
Verwandte
Freudenthal, Martin <Bruder>, geboren Breslau 23.8.1885, Dr. jur., evangelisch-reformiert
Nachweise
Quellen
- Sallis-Freudenthal, Margarete, Ich habe mein Land gefunden. Ein autobiographischer Rückblick, Frankfurt am Main 1977
- HStAM Bestand 903 Nr. 10965 (Frankfurt V, Sterbenebenregister, 1929, Nr. 805)
Literatur
- Neue deutsche Biographie, Bd. 5, Berlin 1961, S. 411 (Dietrich Lang-Hinrichsen)
- Heuer/Wolf (Hrsg.), Die Juden der Frankfurter Universität, Frankfurt am Main/New York 1997, S. 100-104
- Frankfurter Biographie, Bd. 1, Frankfurt am Main 1994, S. 219 (Sabine Hock)
- Friedrich Gerdes, Berthold Freudenthal (1872-1929). In: Bernhard Diestelkamp u. Michael Stolleis (Hrsg.), Juristen an der Universität Frankfurt am Main, Baden-Baden 1989, S. 44 f.
- Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, Bd. 3, Darmstadt 1983, S. 122-124
Siehe auch
Extern
Biografische Angebote
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Freudenthal, Berthold“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/4739_freudenthal-berthold> (aufgerufen am 14.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
https://lagis.hessen.de/resolve/de/bio/4739