Traupel, Wilhelm
Wirken
Werdegang
- 1911 Militärdienst
- 1911-1912 USA-Aufenthalt
- 1.1.1914 im Verwaltungsdienst der Friedrich Krupp AG in Essen
- 1914 –1918 Kriegsdienst (Entlassung 1918 als Leutnant)
- 1918 Friedrich Krupp AG
- 1925/1926 katholisch
- 1.12.1930 NSDAP-Mitglied (Mitgliedsnummer 332.674)
- 1.2.1931–30.6.1933 SA
- September 1931–1.8.1933 Direktor des Frankfurter Volksblatts
- ab 1933 oder 1934 SS-Mitglied Mitgliedsnummer 74.674)
- 1936/1937 gottgläubig
- 30.1.1939 SS-Oberführer
- 1940 im Sicherheitsdienst-Hauptamt
- 1933 unbesoldeter Stadtrat in Frankfurt am Main
- 8.9.1933 Wahl zum Landeshauptmann in Wiesbaden (Bezirksverband Nassau)
- 16.9.1933 Dienstantritt zum Landeshauptmann in Wiesbaden (Bezirksverband Nassau)
- 1.1.1936 außerdem Landeshauptmann in Kassel (Bezirksverband Hessen u. Provinzialverband Hessen-Nassau)
- 6.7.1940 Ehrensenator der Universität Marburg
- 1941-1944 eingezogen zur Wehrmacht
- August 1945 formale Dienstentlassung durch den Oberpräsidenten in Kassel
- Tod durch Suizid
Werke
Lebensorte
Essen; Frankfurt am Main
Statusgruppe
Ehrenmitglied
Leben
Aus der Biografie
Wilhelm Traupel (6.5.1891-7.2.1946) war Landeshauptmann der Provinz Hessen-Nassau in Kassel und SS-Oberführer. Traupel war bereits 1930 in die NSDAP eingetreten, er war Mitglied der SA und der SS, seit 1939 SS-Oberführer und 1940 im Reichssicherheitshauptamt tätig. Als Landeshauptmann des Bezirksverbands Nassau in Wiesbaden ab 1933 und des Bezirksverbands Hessen in Kassel ab 1936 organisierte er die Verlegung von Patienten der Heil- und Pflegeanstalten in der Provinz Hessen-Nassau in die Vernichtungsanstalt Hadamar. Ein Ermittlungsverfahren des amerikanischen Militärgerichts gegen ihn als leitenden Beamten und Organisator der Krankenmorde führte nicht zu einem Strafverfahren, weil Traupel 1946 starb. Auf Betreiben des Universitätsrektors erhielt Traupel am 6.7.1940 die Ehrensenatorenwürde „für die Zusammenlegung der kulturellen Ämter der Landesverwaltung in Marburg“. Der spätere Rektor mutmaßte 1946, Traupel sei für seine Unterstützung der nationalsozialistischen Kulturpolitik geehrt worden, und schlug die Aberkennung der Ehrung vor. Die Aberkennung unterblieb, weil Traupel im Internierungslager in Recklinghausen am 7.2.1946 starb.
Der Senat der Philipps-Universität Marburg missbilligt die Ehrung und distanziert sich davon. Er verurteilt das menschenverachtende Wirken Traupels in der NS-Zeit auf das schärfste.
Philipps-Universität Marburg, Senatskommission Ehrungen, 2016
Nachweise
Quellen
Literatur
- Peter Sandner, Verwaltung des Krankenmordes. Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus, Gießen 2003, S. 743
- Renkhoff, Nassauische Biographie, 2. Aufl., Wiesbaden 1992, S. 815, Nr. 4455
Weblinks
Siehe auch
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Traupel, Wilhelm“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23961_traupel-wilhelm> (aufgerufen am 20.04.2026)
Kurzform der URL für Druckwerke
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