Vogt, Lorenz

 
belegt seit
1475
belegt bis
1499
Beruf
Apotheker

Andere Namen

Weitere Namen

Fayt, Lorenz

Leben

Aus der Biografie

Von Lübeck, wird 1475 von Landgraf Heinrich III. zum Apotheker bestellt1. 1477 Oktober 14 zahlt der Marburger Kammerschreiber Meister Lorenz 6 Alb. für Rattengift2. 1478 bestellt die Stadt Marburg Laurencius apoteker und Henne Koch zu Unterkäufern3. Im August 1479 begleitet er den Landgrafen bei der Einnahme der Grafschaft Katzenelnbogen4. 1483 liefert Meister Lorenz der Apotheker dem erkrankten Marburger Deutschordenskomthur Arznei5. 1484 Mai 29 kauft der Marburger Rentmeister für 6½ fl. 4 alb. 2½ MI. Salz von Lorenz, dem Apotheker auf dem Markt6. Zum Christabend 1483 erhält der Apotheker wie das übrige Hofgesinde das übliche Opfergeld7. 1492 Februar 27 wird Lorenz Vogt von Landgraf Wilhelm III. erneut zum Apotheker in Marburg bestellt8, so wie dieses schon durch des Landgrafen † Vater Heinrich geschehen war. Er soll zu Marburg eine Apotheke und Arzeneien halten, wie man sie in Frankfurt und Mainz hat. Er bleibt der landgräflichen Gerichtsbarkeit unterstellt, erhält 5 Ellen Londoner Tuch jährlich zu einer Hofkleidung, dazu 2 Ml. Korn und einen freien Sitz in Marburg, von dem er keine Steuern und Dienste zu leisten braucht. Malvasier, welschen Wein, Lautertrank9 und sonstige ausländische Weine, die man gewöhnlich nicht verzapft, kann er frei ausschenken; will er auch den üblichen Wein ausschenken, muß er davon Ungeld zahlen. Kauft er ein eigenes Haus und Erbgut in Marburg, dann muß er davon das gleiche leisten wie die übrigen Bürger. Schließlich werden ihm jährlich 4 Fd. Brennholz frei Haus zugesagt. Dieser Vertrag ist von beiden Seiten mit halbjährlicher Frist kündbar10. Im Dienst noch nachweisbar 149411, 149612 und 149913.

Nachweise

Fußnoten

  1. Text verloren, das Jahr ist überliefert im Bestallungsrepertorium des 18. Jhs. Sie ist auch (allerdings ohne Datum) verzeichnet im Rep. 1 für die Zeit Landgraf Heinrichs III.: Lorentz Vogt von Lubeck apoteker dienerbrief – und für die Zeit Landgraf Wilhelms III.: Meister Lorentzen von Lubecke des apotekers revers.
  2. Rechn. I, Marburg Kammerschreiber (2/2 Bl. 36).
  3. Küch, Marburger Rechtsquellen II S. 318. – Vgl. I. Dübber, Apotheker und „underkeuffer“ (ZHG 79, 1968) mit Bezug auf diese Stelle.
  4. Demandt, Katz. Regg. Nr. 6282/9-11, 17.
  5. Best. 106 DO-Rechn. I, 1483 Bl. 15.
  6. Rechn. I, Marburg (75/4 Bl. 39v.).
  7. Ebd. 75/4 Bl. 45v.
  8. Best. 2, Dienersachen. Sein Siegel zeigt drei (Apotheker)Geräte sternförmig gekreuzt auf der Ausf. seines Reverses.
  9. Das Rezept für solch einen Lautertrunk von etwa 1400 überliefert das wegen seiner Ärzte bekannte Fritzlarer Stift (Kopiar 218 Bl. 89v.): Zu eyme firteyl Iuterdranckez nym eyn halbez honigez und ein noßil odir echtmaß wynez und laß daz miteynander syden und reynige daz und schume und laß dann kalt werden; und nym dann 4 Ioet gudez canelez, 3 lot yngebers, 1 lot neglicken, ½ lot pariskorner und 1 lot muscabelblumen odir 1 lot galganß; und die wortze laß stoßen in eyme morßer. Solche wortze und honig menge zu haufe mit eyme fierteyl gudez wynez und giiß daz in eynen reynen luterdranckezsag und prube den mit eyme glase, biz daz er luter werde.
  10. Siehe Anm. 8.
  11. Rechn. I, Marburg Hofmeister (10/8 Bl. 10): 6 fl. meinster Lorentz, als der hoffmeister ime ein kint hub von wegen m. gn. h. – Ebd. Bl. 1c findet sich ein (wohl eigenhändiger) Lieferzettel des Apothekers für Landgraf Wilhelm III. Er ist gedruckt bei I. Dübber (wie Anm. 3).
  12. Ebd. 10/9 Bl. 4v. – Ebd. Oberrosbach (86/1 Bl. 15): auf dem Wege von Frankfurt nach Marburg.
  13. Rechn. I, Marburg (77/1 Bl. 62v.): der Rentmeister zahlt ihm wie anderen Dienstleuten 2 alb. Lorentz appotecker.

Quellen

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Vogt, Lorenz“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/23000_vogt-lorenz> (aufgerufen am 22.04.2026)

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