Treffurt, Friedrich von
belegt seit
10.7.1229 belegt bis
1263 Beruf
Ministerial, BürgeFamilie
Verwandte
Treffurt, Friedrich der Jüngere von <Bruder>, belegt 5.6.1266
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Gehört zu den landgräflichen Ministerialen1, die unter den letzten Thüringer und dem ersten hessischen Landgrafen in der Mitte des 13. Jahrhunderts in Hessen eine namhafte politische Rolle spielen2. 1229 Juli 10 ist Friedrich auf der Wartburg zugegen, als Landgraf Heinrich von Thüringen, Pfalzgraf zu Sachsen, Kloster Lippoldsberg a. d. Weser in seinen Schutz nimmt3, [1230/31] bezeugt er in Wolfhagen eine Güterübertragung an Kloster Haina4 und 1231 November 1 die große Möllricher Güterschenkung der Landgrafen Heinrich und Konrad von Thüringen an den Deutschen Orden in Marburg5. Dort stellt ihn 1233 November 25 Landgraf Konrad von Thüringen als Bürgen, als er mit den Grafen Gottfried und Berthold von Ziegenhain wegen des Besitzes seines Vatersbruders Friedrich von Wildungen in Ziegenhain, Treysa und Staufenberg einen Vergleich und daraufhin einen Vertrag schließt6. Im gleichen Jahr bezeugt Friedrich in Homberg ein Privileg Landgraf Konrads für Kloster Spießkappel7 und im folgenden Jahr in Rotenburg a. d. Fulda eine Besitzbestätigung des Landgrafen für das gleiche Kloster8. Wiederum in Homberg ist er zugegen, als die Landgrafen Heinrich und Herrmann von Thüringen 1234 November 6 dem Deutschen Orden in Marburg umfangreiche Güter in Thüringen und Hessen schenken9 und hier in Marburg und Grünberg ist er Zeuge einer Besitzbestätigung der Landgrafen Heinrich und Konrad von Thüringen für Kloster Haina vom gleichen Jahr10. Unter der Herzogin Sophie von Brabant und ihrem Sohn Landgraf Heinrich von Hessen, ist er bei den beiden wichtigsten politischen Erfolgen ihres Kampfes um Hessen beteiligt: am Udestedter Vergleich von 1254 Mai 16, der den Ansprüchen Landgraf Heinrichs auf die Mainzer Lehen in Hessen eine (entscheidende) Befristung bis zu seiner Volljährigkeit verschaffte11 und am Langsdorfer Frieden von 1263 September 10 zwischen Mainz und Hessen, der die endgültige Behauptung der Landgräfin Sophie und ihres Sohnes Heinrich in Hessen bedeutete12. Dabei wurde Friedrich 1254 zum Friedenswahrer und 1263 zum Bürgen eingesetzt13.
Gehört zu den landgräflichen Ministerialen1, die unter den letzten Thüringer und dem ersten hessischen Landgrafen in der Mitte des 13. Jahrhunderts in Hessen eine namhafte politische Rolle spielen2. 1229 Juli 10 ist Friedrich auf der Wartburg zugegen, als Landgraf Heinrich von Thüringen, Pfalzgraf zu Sachsen, Kloster Lippoldsberg a. d. Weser in seinen Schutz nimmt3, [1230/31] bezeugt er in Wolfhagen eine Güterübertragung an Kloster Haina4 und 1231 November 1 die große Möllricher Güterschenkung der Landgrafen Heinrich und Konrad von Thüringen an den Deutschen Orden in Marburg5. Dort stellt ihn 1233 November 25 Landgraf Konrad von Thüringen als Bürgen, als er mit den Grafen Gottfried und Berthold von Ziegenhain wegen des Besitzes seines Vatersbruders Friedrich von Wildungen in Ziegenhain, Treysa und Staufenberg einen Vergleich und daraufhin einen Vertrag schließt6. Im gleichen Jahr bezeugt Friedrich in Homberg ein Privileg Landgraf Konrads für Kloster Spießkappel7 und im folgenden Jahr in Rotenburg a. d. Fulda eine Besitzbestätigung des Landgrafen für das gleiche Kloster8. Wiederum in Homberg ist er zugegen, als die Landgrafen Heinrich und Herrmann von Thüringen 1234 November 6 dem Deutschen Orden in Marburg umfangreiche Güter in Thüringen und Hessen schenken9 und hier in Marburg und Grünberg ist er Zeuge einer Besitzbestätigung der Landgrafen Heinrich und Konrad von Thüringen für Kloster Haina vom gleichen Jahr10. Unter der Herzogin Sophie von Brabant und ihrem Sohn Landgraf Heinrich von Hessen, ist er bei den beiden wichtigsten politischen Erfolgen ihres Kampfes um Hessen beteiligt: am Udestedter Vergleich von 1254 Mai 16, der den Ansprüchen Landgraf Heinrichs auf die Mainzer Lehen in Hessen eine (entscheidende) Befristung bis zu seiner Volljährigkeit verschaffte11 und am Langsdorfer Frieden von 1263 September 10 zwischen Mainz und Hessen, der die endgültige Behauptung der Landgräfin Sophie und ihres Sohnes Heinrich in Hessen bedeutete12. Dabei wurde Friedrich 1254 zum Friedenswahrer und 1263 zum Bürgen eingesetzt13.
Nachweise
Fußnoten
- 1234 November 6 bezeichnen ihn die Thüringer Landgrafen als zu ihrer familia gehörig. Vgl. dazu die Bemühungen Hermanns von Treffurt ein Jahrhundert später um eine Besserung seiner ständischen Qualität (siehe dort Anm. 1). ↑
- Zu Friedrich vgl. Landau, Gesch. der Familie von Treffurt (ZHG 9, 1862) S. 145 ff. ↑
- Dobenecker, Reg. Thur. III Nr. 360. ↑
- Franz, Haina I Nr. 59. ↑
- Wyß, DO-UB I Nr. 24. ↑
- Dobenecker a.a.O. III Nr. 369. ↑
- Ebd. Nr. 340. ↑
- Ebd. Nr. 578. ↑
- Wyß, DO-UB I Nrr. 45, 46. ↑
- Franz, Haina I Nr. 82. ↑
- Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 46. ↑
- Grotefend-Rosenfeld LR Nr. 76, 77. ↑
- 1266 Juni 5 (Grotefend-Rosenfeld Nr. 116) werden in einer zu Rotenburg ausgestellten Urkunde die Brüder Friedrich d. Ä. und Friedrich d. J. von Treffurt genannt. Wenn die hier zusammengestellten Nachrichten alle auf Friedrich d. Ä. bezogen worden sind, obwohl er keinmal mit diesem Zusatz benannt wird, dann deshalb, weil es sich hierbei um eine, auch in der familiären Überlieferung so hervorragende Persönlichkeit gehandelt hat, daß sie Ritter Hermann von Treffurt noch ein Jahrhundert später in seine große Fritzlarer Familien-Seelenmessenstiftung einbeschlossen hat (vgl. Nr. 3047 Anm. 22). ↑
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 862, Nr. 3046
- Franz (Bearb.), Kloster Haina. Regesten und Urkunden, Bd. 1: 1144–1300, Marburg 1962
- Gundlach, Die hessischen Zentralbehörden von 1247 bis 1604, Bd. 3: Dienerbuch, Marburg 1930, S. 270
- Grotefend/Rosenfeld, Regesten der Landgrafen von Hessen, Bd. 1: 1247–1328, Marburg 1929
- Otto Dobenecker, Regesta diplomatica necnon epistolaria historiae Thuringiae, Bd. 3: 1228–1266, Jena 1925
- Wyß, Hessisches Urkundenbuch, Abt. 1: Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen, Bd. 1: 1207–1299, Leipzig 1879
Weblinks
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Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Treffurt, Friedrich von“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22864_treffurt-friedrich-von> (aufgerufen am 22.04.2026)
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