Stephan

 
geboren
vor 9.6.1354
gestorben
1386
Beruf
Pastor, Kaplan, Pfarrer, Rentmeister, Finanzbeamter, Schiedsmann, Rat

Andere Namen

Weitere Namen

Stephanus

Leben

Aus der Biografie

Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Von Alsfeld1, vermutlich aus der gleichnamigen Alsfelder Schöffenfamlie stammend2, Pastor zu Homberg/E. 1354 Juni 93, landgräflicher Kaplan auf der Altenburg bei Alsfeld 13554, Pfarrer zu Alsfeld 1357 Oktober 275, 1359 September 156. Rentmeister in Grünberg und Alsfeld 1357 Februar 87, zugleich aber auch oberster landgräflicher Finanzbeamter im Oberhessischen8, in landgräflichen Finanzsachen dieses Gebietes tätig von 1355 Februar 11 bis 1365 Oktober 39. Schiedsmann in den Streitigkeiten zwischen den Landgrafen und den Herren von Falkenstein 1359 April 2510 und in den Zwistigkeiten Guntrams von Hatzfeld und seiner Söhne mit Landgraf Heinrich II. 1364 Juni 2511. 1364/65 spielt er eine führende Rolle in den mainzisch-hessischen Sühneverhandlungen, denn 1364 August 19 wird er zusammen mit Propst Nikolaus von St. Viktor zu Mainz als Obermann des Schiedsgerichts eingesetzt, das Erzbischof Gerlach und Landgraf Heinrich zur Schlichtung ihrer Streitigkeiten berufen haben. Sie fällen 1365 Mai 24 und Mai 28 ihren Spruch in ganz Hessen berührenden Streitfragen12. 1365 Mai 28 wird Stephan inrster rat Landgraf Heinrichs II. genannt13. Sein von ihm herangebildeter Nachfolger Heinrich, seit 1362 als Altarist an der Alsfelder Kirche nachweisbar, dann Pfarrer zu Meiches, folgt ihm 137114, doch erhält Stephan auch noch in den folgenden Jahren zahlreiche Gnadenerweise der Landgrafen15. Er starb 138616.

Nachweise

Fußnoten

  1. Urkk., Kloster Kappel zu 1354 Juni 9.
  2. Küch, Salbücher (ZHG 39, 1905) S. 164.
  3. Siehe Anm. 1.
  4. Becker, Alsfelder Urkk. (MOHG NF 33, 1936) Nr. 14.
  5. Ebd. Nr. 15.
  6. Schunder, Oberhessische Klöster I Nr. 812. Er urkundet zusammen mit dem Biedenköpfer Pfarrer Dietrich im Auftrag Landgraf Heinrichs. – 1360 September 1 wird Stephan, Dekan zu Amöneburg, genannt, als er zusammen mit langräflichen Amtleuten in Marburg urkundet (Schunder a.a.O. Nr. 148). Sollte er mit dem Rentmeister identisch sein?
  7. Pastor ecclesie Alsfeldensis, provisor ad reddituum nostrorum in iurisdictionibus nostris Grunberg et Alsfeldiae cedendorum nobis perceptor noster (WyB, DO-UB II Nr. 944).
  8. Küch, Salbücher (ZHG 39, 1905) S. 164 f.
  9. Urkk., Quittungen von 1355 Februar 11, 1365 Januar 29, Mai 20, Juli 4, Oktober 3. – Eine instruktive Schilderung seiner Tätigkeit enthält seine Aussage im Schiedsgerichtsverfahren zwischen Landgraf Heinrich einer- und Gerhard von Seelbach und Heiderich von Rolshausen andererseits von 1363 August 4, in dem diese mit ihrer Forderung an den Landgrafen in Höhe von 200 Pfd. auf Blankenstein und Königsberg abgewiesen wurden (Baur, Hessische Urkunden I Nr. 974).
  10. Wyß, DO-UB II Nr. 989.
  11. Urkk., Gen-Rep. Hatzfeld.
  12. Vigener, Mainzer Regg. Nr. 1827, 1947, 1948.
  13. Würdtwein, Dioecesis Moguntinae IX Nr. 197. Er bezeugt hier die Entscheidung einer Güterstreitsache des Mainzer St. Stephansstiftes mit Grünberger Bürgern.
  14. Küch a.a.O. S. 163 und hier unter Heinrich.
  15. Becker, Alsfelder Urkk. (MOHG NF 33, 1936) Nr. 26, 27, 36 und Ebel, Alsfelder Regg. (MOHG NEF 5, 1894) Nr. 73 und Baur, Hessische Urkunden I Nr. 1152.
  16. Er lebt noch 1386 Februar 23 (Ebel, Alsfelder Regg. a.a.O.) Nr. 77. Jedoch präsentiert Landgraf Hermann schon 1386 November 7 bereits seinen Nachfolger zur Alsfelder Kirche (Becker, Alsfelder Urkk. a.a.O.) Nr. 37. – Stephan ist auch dadurch bemerkenswert, daß er 1371 Mai 14 zusammen mit dem Homberger Pleban Siebold der Pfarrkirche in Alsfeld die Postillen und Moralien des Nikolaus von Lira in 6 Bänden schenkte (Ebel, Alsfelder Regg. a.a.O.) Nr. 49.

Literatur

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Stephan“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22680_stephan> (aufgerufen am 17.04.2026)

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