Geiger, Abraham

geboren
24.5.1810 Frankfurt am Main
gestorben
23.10.1874 Berlin
Beruf
Rabbiner, Dozent, Theologe
Titel
Dr.
Konfession
jüdisch
GND-Explorer
11933304X

Wirken

Werdegang

  • nach dreijährigem Schulbesuch Privatunterricht durch Vater Michael Geiger, Bruder Heymann Geiger und Privatlehrer
  • Sommersemester 1829 Studium der Philosophie und Orientalistik an der Universität Heidelberg
  • ab Wintersemester 1829/30 Studium der Philosophie und Orientalistik an der Universität Bonn
  • 3.8.1832 Preisverleihung durch die Universität Bonn für seine Schrift „Inquiratur in fontes Alcorani seu legis Mohammedicae eas qui ex Judaismo derivandi sunt“
  • ab 21.11.1832 Rabbiner in Wiesbaden
  • 1833 Erscheinen der deutschen Fassung seiner Bonner Preisschrift unter dem Titel "Was hat Mohammed aus dem Judenthume aufgenommen?"
  • Juni 1834 Promotion an der Universität Marburg
  • 1835 Gründung der "Wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie"
  • 25.7.1838 Wahl zum Rabbinatsassessor und zweiten Rabbiner in Breslau
  • September 1838 bis Dezember 1839 Aufenthalt in Berlin
  • 2.1.1840 nach Erhalt der preußischen Staatsbürgerschaft Bestallung zum Rabbinatsassessor und zweiten Rabbiner in Breslau
  • 1843 Gründung einer jüdischen Religionsschule in Breslau
  • 1844 Teilnahme an der ersten Rabbiner-Versammlung in Braunschweig
  • 25.2.1845 nach dem Tod des Breslauer Rabbiners Salman Tiktin (geboren Schwersenz 1791, gestorben Breslau 20.3.1843) Ernennung zum ersten Breslauer Rabbiner
  • 1845 Teilnahme an der zweiten Rabbiner-Versammlung in Frankfurt am Main mit Wahl zum Vizepräsidenten
  • 1846 Leiter der dritten Rabbiner-Versammlung in Breslau
  • 1862 Gründung der "Jüdischen Zeitschrift für Wissenschaft und Leben"
  • ab 9.8.1863 Rabbiner in Frankfurt am Main
  • Winter 1863/64 und Winter 1864/65 Durchführung von Vorlesungen in Frankfurt am Main zum Thema "Das Judenthum und seine Geschichte"
  • Pläne zur Errichtung einer jüdisch-theologischen Fakultät in Frankfurt am Main scheitern
  • 1868 Teilnahme an der Rabbiner-Versammlung in Kassel, die der Vorbereitung der Synode in Leipzig 1870 diente
  • 14.8.1869 vielbeachtete Predigt anlässlich der Einweihung der Wiesbadener Synagoge
  • 22.1.1870 Antrittsrede in Berlin
  • Ende Februar 1870 Übersiedelung nach Berlin und Beginn der Rabbinertätigkeit in Berlin
  • 1870 Teilnahme an der Synode in Leipzig
  • ab 1871 Dozent am "Veitel-Heine-Ephraim'schen Institut" und an der "Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums"

Funktion

  • Wiesbaden, Rabbiner, 1832-1838
  • Frankfurt am Main, Rabbiner, 1863-1869

Mitgliedschaften

Deutsche Morgenländische Gesellschaft (am 2.10.1845 gegründet, bedeutendste wissenschaftliche Vereinigung deutscher Orientalisten)

Werke

  • zahlreiche Veröffentlichungen zur jüdischen Theologie und Religionsgeschichte

Lebensorte

Heidelberg; Bonn; Wiesbaden; Breslau; Frankfurt am Main; Berlin

Familie

Vater

Geiger, Michael Lazarus, geboren 1755, gestorben 1823, Vorsänger

Mutter

Geiger, Röschen, geborene Wallau, geboren 1768, gestorben 1856

Partner

Oppenheim, Emilie, geboren Bonn 7.12.1809, Verlobung 25.5.1833, Heirat Frankfurt am Main 1.7.1840, gestorben Breslau 6.12.1860, Tochter des Kaufmanns Seligmann Oppenheim, GND

Verwandte

  • Geiger, Berthold* August Michael <Sohn>, geboren Breslau 6.1.1847, gestorben Frankfurt am Main 25.10.1919, Dr. jur., Rechtsanwalt, Geheimer Justizrat, Abgeordneter
  • Geiger, Ludwig* Moritz Philipp <Sohn>, geboren Breslau 5.6.1848, gestorben Berlin 9.2.1919, Prof. Dr., Philologe und Historiker
  • Geiger, Jenny <Tochter>, geboren Breslau 23.11.1849, verheiratete Meyer
  • Geiger, Ida <Tochter>, geboren Breslau 13.12.1850
  • Geiger, Salomon Salman ben Jechiel <Bruder>, geboren 1792, gestorben 1878
  • Geiger, Heymann <Bruder>, geboren 1800, gestorben 1872

Leben

Aus der Biografie

Führer des Reformjudentums. Geiger gilt als „der bedeutendste jüdische Theologe liberaler Prägung des 19. Jahrhunderts in Deutschland“ (Otto Renkhoff).

Nachweise

Quellen

Literatur

Weblinks

Bildquelle

Herzogtum Nassau 1806-1866. Politik, Wirtschaft, Kultur, 1981, S. 285. - Original Landesbibliothek Wiesbaden.

Nachnutzung

Rechtehinweise

Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Abbildung: siehe Angaben unter Bildquelle

Zitierweise

Empfohlene Zitierweise

„Geiger, Abraham“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/2236_geiger-abraham> (aufgerufen am 30.10.2026)

Kurzform der URL für Druckwerke

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