Scherer, Henne
belegt seit
24.6.1480 belegt bis
21.10.1497 Beruf
Waidmann, Windhundhetzer, Diener, FalknerWirken
Lebensorte
Darmstadt
Leben
Aus der Biografie
Biogramm bei Demandt, Personenstaat
Zu Darmstadt1, Waidmann Landgraf Heinrichs III. 1480 Juni 242, Wind(hund)hetzer 1480 Juli 183, bringt 1481 in Begleitung eines Jägers Habichte an den pfälzischen Hof nach Heidelberg4. 1486 August 7 wird Scherer von Landgraf Wilhelm III. angesichts der treuen und vortrefflichen Dienste, die er bisher dem Landgrafen und schon dessen † Vater Landgraf Heinrich geleistet hat, auf Lebenszeit zum Diener und Waidmann angenommen. Er soll sich mit einem reisigen Pferd und einem Harnisch gerüstet halten und dem Landgrafen willig mit seinem Waidwerk, das er jetzt kann oder noch erlernen wird, dienen und auf landgräfliche Anordnung so viele Knechte und Knaben im Waidwerk ausbilden, wie ihm zugewiesen werden. Dafür gibt er ihm das landgräfliche Haus in Darmstadt an der Stadtmauer, das bisher der landgräfliche Büchsenmeister bewohnt hat, zum erblichen und eigenen Besitz, das er wie seine anderen eigenen Erbgüter unbehindert besitzen soll; zugleich freit ihm der Landgraf Güter im Werte von 200 fl., wo immer er sie innerhalb des Fürstentums erwerben wird, so daß er davon keine Beede, Steuer oder Schatzung zu geben braucht. Dazu erhält er jährlich aus der Kellerei Darmstadt 6 fl. Geld, 8 MI. Korn, 10 MI. Hafer Darmstädter Maßes, 2 Wagen voll Heu und Ersatz seines im landgräflichen Dienst erlittenen reisigen Schadens. Außerdem behält ihm der Landgraf die beiden Ämter des Büttels zu Darmstadt und des Holzförsters, die er bisher schon innegehabt hat, auch weiter vor5. 1489 Dezember 21 überträgt Landgraf Wilhelm III. seinem getreuen und gefälligen6 Waidmann, Diener und Getreuen Henne Scherer und seinen Leibeserben das Kranicher Rod am Darmstädter Walde, das der † Hans Kranich innehatte7. 1492 erhält Scherer Hen der Falkner auf Geheiß des Landgrafen vom Eppsteiner Armbrüster Kaspar eine gute Armbrust8. Scherer ist vielleicht mit Vogelhenne identisch, der 1492 oft im Amt Eppstein mit seinen Falken (Blaufüßen) bezeugt ist9. 1493 Dezember 7 ist Hans Scherer bei der Abrechnung des Darmstädter Kellners mit dem Jägermeister Landgraf Wilhelms III. über seine Zehrungskosten zu Arheilgen zugegen10. Im landgräflichen Dienst noch 1496 März 1411, 1497 Oktober 2112.
Zu Darmstadt1, Waidmann Landgraf Heinrichs III. 1480 Juni 242, Wind(hund)hetzer 1480 Juli 183, bringt 1481 in Begleitung eines Jägers Habichte an den pfälzischen Hof nach Heidelberg4. 1486 August 7 wird Scherer von Landgraf Wilhelm III. angesichts der treuen und vortrefflichen Dienste, die er bisher dem Landgrafen und schon dessen † Vater Landgraf Heinrich geleistet hat, auf Lebenszeit zum Diener und Waidmann angenommen. Er soll sich mit einem reisigen Pferd und einem Harnisch gerüstet halten und dem Landgrafen willig mit seinem Waidwerk, das er jetzt kann oder noch erlernen wird, dienen und auf landgräfliche Anordnung so viele Knechte und Knaben im Waidwerk ausbilden, wie ihm zugewiesen werden. Dafür gibt er ihm das landgräfliche Haus in Darmstadt an der Stadtmauer, das bisher der landgräfliche Büchsenmeister bewohnt hat, zum erblichen und eigenen Besitz, das er wie seine anderen eigenen Erbgüter unbehindert besitzen soll; zugleich freit ihm der Landgraf Güter im Werte von 200 fl., wo immer er sie innerhalb des Fürstentums erwerben wird, so daß er davon keine Beede, Steuer oder Schatzung zu geben braucht. Dazu erhält er jährlich aus der Kellerei Darmstadt 6 fl. Geld, 8 MI. Korn, 10 MI. Hafer Darmstädter Maßes, 2 Wagen voll Heu und Ersatz seines im landgräflichen Dienst erlittenen reisigen Schadens. Außerdem behält ihm der Landgraf die beiden Ämter des Büttels zu Darmstadt und des Holzförsters, die er bisher schon innegehabt hat, auch weiter vor5. 1489 Dezember 21 überträgt Landgraf Wilhelm III. seinem getreuen und gefälligen6 Waidmann, Diener und Getreuen Henne Scherer und seinen Leibeserben das Kranicher Rod am Darmstädter Walde, das der † Hans Kranich innehatte7. 1492 erhält Scherer Hen der Falkner auf Geheiß des Landgrafen vom Eppsteiner Armbrüster Kaspar eine gute Armbrust8. Scherer ist vielleicht mit Vogelhenne identisch, der 1492 oft im Amt Eppstein mit seinen Falken (Blaufüßen) bezeugt ist9. 1493 Dezember 7 ist Hans Scherer bei der Abrechnung des Darmstädter Kellners mit dem Jägermeister Landgraf Wilhelms III. über seine Zehrungskosten zu Arheilgen zugegen10. Im landgräflichen Dienst noch 1496 März 1411, 1497 Oktober 2112.
Nachweise
Fußnoten
- Obwohl Scherer unmittelbar nach Anfall der Katzenelnbogener Grafschaften an Hessen im Dienst des Landgrafen auftaucht und offenbar in Darmstadt beheimatet war, ist er unter den Katzenelnbogener Jägern und Falknern nicht nachzuweisen (vgl. Demandt, Falknerei und Jagd der letzten Katzenelnbogener Grafen. In: Nass. Annalen 57, 1937). ↑
- Rechn. I, Driedorf (39/11 Bl. 17v.). Er und sein Knecht, der Ruwe, und Hans Hasenschütze sind im Herbst und Winter bei der Ausübung ihrer jagdlichen Tätigkeit bei Ems, Hadamar und in der Grafschaft Diez mehrfach bezeugt (ebd. Bl. 19, 20). ↑
- Rechn. I, Oberrosbach (85/4 Bl. 18). ↑
- Rechn. I, Darmstadt (37/3 Bl. 68v.). Sein Knabe wird vom Darmstädter Landschreiber mit 2½ fl. besoldet (ebd. Bl. 81). ↑
- Urkk., Bestallungen. Für den Landgrafen, der noch kein eigenes Siegel hat, siegeln die beiden Räte und Hofmeister Hans von Dörnberg und Hermann Hun von Ellershausen. – Registriert in Kopiar 131 Nr. 68. ↑
- Es kann auf Grund dieser und anderer auffälliger Belobigungen und Begünstigungen nicht bezweifelt werden, daß zwischen Landgraf und Waidmann ein besonderes Vertrauensverhältnis bestand. – Vgl. Demandt, Zur Vorgeschichte von Jagdschloß Kranichstein (AHG NF 36, 1978). ↑
- Kopiar 17 Nr. 57. ↑
- Rechn. I, Eppstein (43/17 Bl. 1v.). Sie kostete 2, fl, während eine besonders starke „Junkerarmbrust“ 3 fl. kostete. ↑
- Ebd. 43/21 Bl. 1, 2. Es ist jedoch zu beachten, daß es damals einen gleichnamigen Einwohner zu Wallau gab (ebd. 43/2 Bl. 26v.). – Siehe Vogel, Henne. ↑
- Rechn. I, Darmstadt Landschreiber (37a/5 Bel.). ↑
- Rechn. I, Oberrosbach (86/1 Bl. T): Scherer Hen von Darmstadt geyn Rospach komen. ↑
- Ebd. 86/2 Bl. 22. ↑
Quellen
- HStAM Bestand K Nr. 17
- HStAM Bestand K Nr. 131
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 37/3
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 37a/5
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 39/11
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 43/2
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 43/17
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 43/21
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 85/4
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 86/1
- HStAM Bestand Rechn. I Nr. 86/2
Literatur
- Demandt, Der Personenstaat der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ein „Staatshandbuch“ Hessens vom Ende des 12. bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, Teil 2, Marburg 1981, S. 752, Nr. 2650
- Demandt, Zur Vorgeschichte von Jagdschloß Kranichstein, in: AHG NF 36 (1978), S. 153-159
- Demandt, Falknerei und Jagd der letzten Katzenelnbogener Grafen, in: Nassauische Annalen 57 (1937), S. 131-155
Nachnutzung
Rechtehinweise
Metadaten: Hessisches Institut für Landesgeschichte, CC BY-SA 4.0
Zitierweise
Empfohlene Zitierweise
„Scherer, Henne“, in: Hessische Biografie <https://lagis.hessen.de/de/personen/hessische-biografie/alle-eintraege/22357_scherer-henne> (aufgerufen am 13.04.2026)
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